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Friedberg

08.10.2020

Entwarnung nach Corona-Fällen bei Friedberger Handballern

Sechs positive Corona-Fälle gab es bei den Handballern des TSV Friedberg.
Bild: Karl Aumiller

Plus Nachdem sechs Spieler der Friedberger Bayernliga-Männer positiv auf getestet wurden, ist der Kader wieder komplett. Warum der Saisonstart trotzdem wackelt.

So hatte sich Simone Neumeier, Abteilungsleiterin bei den Handballern des TSV Friedberg, das Training nicht vorgestellt. Auf dem Parkett war alles in Ordnung, aber nach dem Sportlichen kam die schlechte Nachricht: Ein Spieler der Bayernliga-Handballer war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der hatte laut Neumeier krankheitsbedingt schon länger nicht mehr mittrainiert, allerdings zuvor Kontakt zu seinen Mitspielern. Sofort griff Neumeier zum Telefon und informierte die Abteilungsmitglieder.

Noch am Tag darauf machten sich Zweidrittel der Bayernliga-Handballer auf, um sich auf das Corona-Virus testen zu lassen. „Wir haben sofort den kompletten Trainingsbetrieb gestoppt – für alle Mannschaften, auch die Jugend. Wir haben viele Spieler, die gleichzeitig Nachwuchsteams trainieren. Wir mussten vorsichtig sein“, so Simone Neumeier.

Nicht nur das Bayernliga-Spiel der Friedberger Handballer fiel aus

Auch diese Maßnahmen konnten nicht verhindern, dass sich insgesamt sechs Personen mit dem Coronavirus infizierten. Dadurch musste auch der Saisonauftakt verschoben werden. Am vergangenen Samstag wäre das Team von Trainer Andreas Dittiger mit einem Heimspiel gegen die DJK Waldbüttelbrunn (Unterfranken) gestartet, doch aufgrund der Corona-Fälle wurde nichts daraus. So erging es aber nicht nur den Friedbergern, auch andere Bayernliga-Spiele fielen aufgrund ähnlicher Gründe aus. Überhaupt gab es bislang nur eine Partie.

Die schlechte Nachricht ereilte die Friedberger Handballer am 17. September, nun aber gibt es Entwarnung. Simone Neumeier selbst, die sich in Quarantäne begeben hatte, ist seit rund einer Woche wieder „zurück im Leben“. Auch den infizierten Spielern gehe es wieder besser. Der letzte gesundheitlich angeschlagene Spieler kehrt am heutigen Donnerstag zurück ins Mannschaftstraining. „Wir sind froh, dass es alle gut überstanden haben. Wir waren natürlich etwas geschockt und überrascht. Man hofft immer, dass man so etwas nicht in seinem Umfeld hat.“

Dennoch haben die Corona-Fälle Spuren bei den Friedberger Handballern hinterlassen, wie Neumeier einräumt: „So kurz vor der Saison fehlt natürlich das Training. Wir haben ein paar Neuzugänge und viele Spieler aus der Jugend. Da ist jede Trainingseinheit wichtig.“ Neben einer komplett trainingsfreien Woche kamen weitere Einheiten in Mini-Besetzung hinzu: „Teilweise waren es nur fünf bis sechs Spieler. Das ist schon ein Nachteil“, so Neumeier, die aber hofft, dass es am Samstag endlich losgehen kann: „Wir wollen alle wieder spielen. Natürlich wären wir gerne zuhause gestartet, aber wir sind froh, wenn es endlich losgeht.“ Ab 19.30 Uhr sind die Friedberger beim ASV Cham (Oberpfalz) zu Gast.

Nico Held (Mitte) ist der neue Sportliche Leiter der Handballer des TSV Friedberg. Abteilungsleiterin Simone Neumeier (links) und Abteilungsleiter Dirk Kreutzburg hoffen auf eine gute Zusammenarbeit.
Bild: Domenico Giannino

So bereiten sich Friedberger Handballer auf Saisonstart vor

Den ausgefallenen Saisonauftakt nutzten die Friedberger in Form eines Testspieles gegen den TSV Haunstetten. Ob es am Samstag dann klappt, da ist sich auch Simone Neumeier noch nicht so ganz sicher. Denn aktuell brodelt es zwischen so manchem Verein und dem Bayerischen Handballverband (BHV). Zwei Tage vor dem Saisonstart meldete der TSV Roßtal alle Mannschaften, auch die in der Jugend, vom Spielbetrieb ab. Die Mittelfranken stehen somit bereits als der erste Absteiger fest. Als Begründung führen die Verantwortlichen folgende Punkte an: Einerseits erfolgte die Information vonseiten des Verbandes zur Einhaltung komplexer Hygieneregeln ihrer Meinung nach viel zu kurzfristig. Zudem seien die Haftungsregeln für sie als Ehrenamtliche zu riskant. Und zuletzt beklagten sie, dass der BHV an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den Vereinen kein Interesse habe, da er auf deren Vorschläge nicht eingehe und nicht ehrlich kommuniziere.

Friedbergs Simone Neumeier sagt dazu: „Wir können uns nicht beklagen. Die zusätzlichen Auflagen sind machbar. Wir haben vom TSV schon ein umfangreiches Hygienekonzept. Der Virus ist da und geht so schnell auch nicht wieder weg. Wer spielen möchte, muss den Mehraufwand in Kauf nehmen“, so die 49-Jährige, die unter den Vereinen auf gegenseitige Rücksichtnahme baut: „Wenn es beim Gegner einen Corona-Fall gibt, dann muss ein Spiel auch mal kurzfristig abgesagt werden. Das bringt die Situation mit sich. Bei uns hat das übrigens sehr gut geklappt. Mit dem Verband haben wir keine Probleme.“

Auch Friedbergs Sportlicher Leiter Nico Held freut sich auf das erste Spiel. „Stand heute findet das Spiel statt, und wir bereiten uns wie gewohnt darauf vor. Natürlich ist die Situation mit den vielen, teils kurzfristigen Absagen in der Bayernliga nicht ideal.“ Dennoch wollen Held und Co. die Saison möglichst gut über die Bühne bringen. „Aber darauf haben wir keinen Einfluss. Alles, was wir machen können, ist, uns so gut es geht auf die nächste Aufgabe vorzubereiten.“ (mit gia)

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