15.07.2014

FCS-Jugendleiter wirft hin

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Ziemlich verhakt hat sich die Situation bei der Jugendabteilung des FC Stätzling – unterschiedliche Sichtweisen führten nun zum Rücktritt von Jugendleiter Jochen Niemann und zur Trennung von den Trainern Christian Richter, Ivonne und Sascha Mölders.
Bild: Kleist

Jochen Niemann stellt sein Amt zur Verfügung. Stätzling trennt sich dann auch von den neu engagierten Trainern wie Sascha und Ivonne Mölders

Vor Wochenfrist waren sie vom neuen Jugendleiter Jochen Niemann vorgestellt worden: Die neuen Jugendtrainer des FC Stätzling – unter ihnen auch FCA-Profi Sascha Mölders und Christian Richter. Doch seit Montagabend ist das alles Makulatur: Jochen Niemann trat nach knapp zwei monatiger Amtszeit von seinem Posten zurück und der FC Stätzling trennte sich von Ivonne und Sascha Mölders sowie von Christian Richter.

Es knirscht also in der Jugendabteilung des FC Stätzling, doch nach einer langen und intensiven Diskussion zwischen Vorstandschaft und Jugendgremium am Montagabend fiel diese Entscheidung. Jochen Niemann hatte bereits am Abend zuvor erklärt, dass er zurücktreten würde, sollte der Verein seinem Konzept nicht folgen und das von ihm geschnürte Paket nicht billigen. „Ich wurde eingestellt, um die Jugendarbeit des FC Stätzling noch mehr zu professionalisieren – doch das war nun offensichtlich nicht mehr erwünscht“, meinte Jochen Niemann nach seinem Rücktritt. Der hatte mit Ivonne und Sascha Mölders, Christian Richter, Andreas Holzmann und Michael Wenczel namhafte Trainer engagiert und eine Jugendkoordination mit dem FC Augsburg angestrebt. Doch das sorgte für Unruhe im Verein, nicht nur bei Spielereltern sondern auch bei den bisherigen Trainern der FCS-Jugend. So sah sich der Verein gezwungen, die Notbremse zu ziehen, wie Abteilungsleiter Manfred Endraß erklärte. „Es ist schon richtig, dass wir Jochen Niemann geholt haben, um die Jugendarbeit zu koordinieren und auch punktuelle Veränderungen vorzunehmen, aber so war das nicht geplant“, sagte Endraß. Der betonte, dass es nicht im Interesse des FC Stätzling sei, alles mit aller Macht auf Erfolg zu bürsten. „Wir haben hochklassig spielende Jugendmannschaften, aber wir wollen nicht um jeden Preis die jeweiligen Ligen halten. Wir wollen unsere Kinder aus der Umgebung spielen lassen“, führte Endraß weiter aus. Niemann hatte das anders gesehen, er sprach davon, dass es eine klare Aussage gegeben habe, dass die A- bis D-Junioren mindestens in der Bezirksoberliga spielen sollten. „Diese Mannschaften sollten leistungsorientiert agieren“, so Niemann. Aus diesem Grund habe er sein Paket auch mit den Trainern so geschnürt und dies mit dem 2. Vorsitzenden Bernd Kollmannsberger abgestimmt. Und da setzt der nächste Kritikpunkt von Manfred Endraß, der auch 3. Vorsitzender des Vereins ist, an. „Es wäre gut gewesen, wenn Jochen Niemann die gesamte Vorstandschaft ins Bild gesetzt hätte“, meinte er.

Der große Knackpunkt war es schließlich, dass die neuen Jugendtrainer von Niemann installiert wurden, ohne den kompletten FCS-Vorstand zu informieren. „Sascha Mölders wurde geholt, ohne dass ich gefragt worden wäre“, so Endraß. Und zudem habe der FC Stätzling ja in allen Altersklassen schon Trainer gehabt. „Es geht halt nicht, einfach so die Trainer auszutauschen“, erklärte Endraß. Man habe sich mit Jochen Niemann auch auseinandergesetzt und ihm zu erklären versucht, dass man sich für einen anderen Weg, eben den mit hauptsächlich eigenem Nachwuchs zu agieren, entschieden habe. „In den aktiven Mannschaften spielen fast nur Akteure, die bei uns ausgebildet wurden – mehr geht fast nicht“, erläutert der Stätzlinger Fußball-Chef. Doch Niemann wollte sich von seiner Philosophie nicht abbringen lassen – und so kam es zur Trennung.

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„Wir wollten Jochen Niemann durchaus gewähren lassen, doch seine Veränderungen waren eben zu viel und zu radikal auf einmal – das führte zu den Unruhen“, meinte der 1. Vorsitzende des FCS, Anton Fritz. Der teilte dann auch Sascha Mölders mit, dass aus der Zusammenarbeit mit ihm, seiner Frau Ivonne und dem FC Stätzling nichts werden würde. „Der war natürlich nicht erfreut“, räumte Fritz ein.

Der Posten des Jugendleiters beim FCS ist nun vakant, die Aufgaben teilen sich vorerst die Mitglieder des Jugendgremiums. „Wir haben vielleicht den Fehler gemacht, Jochen Niemann zu viele Freiheiten zu lassen – aber seine Vorstellungen lassen sich so nicht verwirklichen“, meinte Abteilungsleiter Manfred Endraß. Der hofft, dass nach diesen turbulenten Tagen bald wieder Ruhe beim FCS einkehrt.

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