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Sportskanone aus Friedberg

05.06.2019

Jörg Schönfelder: Erst Gas geben, dann Bäume pflanzen

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Jörg Schönfelder aus Friedberg fährt auch in dieser Saison wieder RCN, die Rundstrecken-Challenge Nürburging, mit seiner Co-Pilotin Katharina Lippka. Das große Ziel ist einmal ein Start beim 24-Stunden-Rennen.
Bild: Holger-Hüttig, Eifelblitzer.de

Plus Jörg Schönfelder aus Friedberg ist regelmäßig auf dem Nürburg-Ring unterwegs. Der 31-jährige Unternehmer unterstützt dabei auch soziale Projekte.

Wer hat nicht schon ein mal davon geträumt, einmal das Gaspedal seines Autos bis zum Anschlag durchzudrücken und das Letzte aus dem Vehikel herauszuholen – möglichst ohne dabei irgendjemanden im Straßenverkehr zu gefährden. Jemand, der diesen Traum für sich verwirklicht hat, ist der Friedberger Jörg Schönfelder. Er fährt mit seinem Tourenwagen – einem 3er BMW 325i E46 – bei der RCN, der Rundstrecken-Challenge-Nürburgring, quasi die Aufbauserie der VLN, der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring.

Der Friedberger ist dabei noch gar nicht so lange in diesem Sport aktiv, nämlich erst seit 2017. Und die Art und Weise, wie er schließlich zu diesem Hobby kam, war auch eher ungewöhnlich. „Ich hatte 2016 einen Burn-Out und habe damals erkannt, dass man nicht nur lebt, um zu arbeiten – und so habe ich beschlossen, auch etwas nur für mich zu tun“, erzählt der 31-Jährige, der ein eigenes Familienunternehmen besitzt, das Spezialhygiene-Dienstleistungen für die Industrie anbietet, offen.

Friedberger absolvierte ein ein Sportfahrertraining

Da er immer schon ein Faible für den Motorsport hatte, entschloss er sich, ein Sportfahrertraining zu absolvieren. „Am Nürburgring kann sich dafür anmelden – man muss einen Theorie- und einen Praxisteil machen“, so Schönfelder. Die Theorie umfasst das technische Reglement, Lizenzbestimmungen und die Flaggenkunde. Im praktischen Teil stehen dann Fahrübungen, Guide-Fahren und Startsimulationen an. Schließlich ist man alleine unterwegs und wird von den Instruktoren begutachtet. Klappt alles, erhält man ein Zertifikat und damit die A-Lizenz des DMSB, des Deutschen Motorsport Bundes. Jörg Schönfelder absolvierte all das mit seinem eigenen Auto, einem Skoda Oktavia. Natürlich werde auch die körperliche Fitness überprüft, national alle drei Jahre, international jedes Jahr.

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Seit 2017 ist Schönfelder nun also mit seiner gleichaltrigen Motorsport-Partnerin Katharina Lippka aus Neuss in Nordrhein-Westfalen immer wieder auf dem Nürburgring zu finden. Sie hat der Friedberger bei einer Gleichmäßigkeitsserie – der Einsteigerserie GLP – getroffen und sich mit ihr sportlich zusammengetan. Diese Rundstrecken-Challenge ist noch kein Rennen Auto gegen Auto, sondern eine Leistungsprüfung. „Wir fahren praktisch gegen die Uhr. Es gibt dabei Sprintrunden und Bestätigungsrunden“, erklärt Schönfelder. Bei den Bestätigungsrunden gelte es, eine einmal aufstellte Zeit im Rennen – also in 15 Runden – zwei- bis dreimal in einer Karenzzeit von plus-minus zehn Sekunden zu bestätigen. Jede Sekunde, die man davon abweicht, bringt zehn Strafpunkte – und wer die wenigsten hat, hat gewonnen. Bei den Sprintrunden geht es dann nur darum, so schnell wie möglich zu sein. Die 15 Runden sind in zwei gleich große Blöcke aufgeteilt, um einen Fahrerwechsel zu ermöglichen. „Ich fahre meist den Block mit dem größeren Anteil an Sprintrunden, Katharina den mit dem größeren Anteil an Bestätigungsrunden“, so der Friedberger, der sich manchmal schon etwas mehr PS unter der Haube wünscht. „Gerade wenn es bergauf geht, die Tachonadel bei 160 festhängt und die Porsches an dir vorbei fliegen“, wie er mit einem Schmunzeln anfügt.

Ein großes Ziel steht für Jörg Schönfelder in jedem Fall noch im Raum: Er möchte einmal bei einem 24-Stunden-Rennen am Nürburgring starten – und das nicht wie bislang im Rahmenprogramm, sondern auf dem „richtige“ Rennen, bei dem eine Kombination aus der Grand-Prix-Strecke und der gesamten Nordschleife gefahren wird. „Und dann wollen wir natürlich auch ins Ziel kommen“, fügte er lächelnd an. Der Weg dorthin ist allerdings weit.

Schönfelder finanziert sein Hobby noch aus dem eigenen Budget

Bislang finanziert Jörg Schönfelder sein Hobby noch aus dem eigenen Budget, Sponsoren sind auch nicht leicht zu finden. Drei kann Schönfelder dennoch auflisten: die Küchenerlebniswelt Berger aus der Nähe von Heilbronn, der SAM Sportsclub und seine eigene Firma Gesa. Doch die finanzieren nicht den Rennsport, sondern soziale Projekte, wie Schönfelder betont. „Wir haben in diesem Jahr die Aktion ,Laps for Charity’ gestartet. Pro gefahrener Runde geben unsere Sponsoren zwischen einem und zehn Euro – und diese Summe fließt in verschiedene Projekte“, erläutert Schönfelder. Er unterstützt den Förderverein Wärmestuben in Augsburg, der sich um Obdachlose, Straffällige und sozial Bedürftige kümmert, seine Partnerin den Straßenkatzenverein Wesel und Hamminkeln.

Und noch etwas liegt den beiden Motorsportbegeisterten am Herzen – die Umwelt. „Ich weiß, dass Motorsport nicht der umweltverträglichste Sport ist, und deswegen engagieren wir uns bei Prima Klima“, führt Schönfelder aus. Jeder gefahrene Kilometer – egal ob auf der Strecke oder bei der Anreise zum Nürburgring – wird dokumentiert. „Wir errechnen dann, was wir an CO2 ausgestoßen haben – und pflanzen dann die entsprechende Anzahl an Bäumen. Letztes Jahr waren das 30 Stück“, erklärt Schönfelder. Am Saisonende steht dann auch noch ein weiterer Höhepunkt an: Das „Race4Friends“. „Da nehmen wir dann geistig und körperlich behinderte Menschen mit auf den Ring und drehen mit ihnen ein paar Runden“, erzählt Schönfelder. Und mancher forderte den Friedberger auf, doch mal „richtig Gas zu geben“. Das werden Jörg Schönfelder und Katharina Lippka übrigens schon wieder am 20. Juni - wieder im Rahmenprogamm des 24-Stunden-Rennens.

Drei Fragen an Jörg Schönfelder

Wen würden Sie gerne einmal kennenlernen oder treffen?

„Da gibt es eine ganze Menge. Die Plätze eins und zwei teilen sich hier jedoch zwei Österreicher: Arnold Schwarzenegger und der kürzliche verstorbene Niki Lauda. Beide hatten Träume und Ziele, die sie mit viel Fleiß und unermüdlichem Einsatz knallhart durchgezogen haben. Beide haben Ecken und Kanten, leider eine Charaktereigenschaft, die viele „Promis“ heute vermissen lassen.“

Mit welcher Sportart können Sie gar nichts anfangen?

„Mit 50 Kilometer gehen.“

Womit kann man Sie so richtig auf die Palme bringen?

„Im Motorsport: Mit Fahrern, die konstant die blaue Flagge (Überrundungsflagge) ignorieren. Im Alltag: Mit Personen, die offensichtlich nur heiße Luft von sich geben.“

Weitere Informationen über den Friedberger Rennfahrer gibt es hier.

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