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Mering

20.01.2019

Mental und mit Tatkraft stehen sie ihr zur Seite

Fiebern schon wieder dem nächsten Rennen entgegen: Stefanie und Anton Steinhart mit ihren Töchtern Leonie (links) und Lya.
Bild: Sabine Roth

Die Meringerin Stefanie Steinhart ist mit dem Mountainbike bei Rennen erfolgreich. Ihr Mann Anton übernimmt die technische Unterstützung.

Mit dem Mountainbike durch die Lande zu fahren, das gefiel Stefanie Steinhart immer schon sehr. Bei einem Rennen einmal erfolgreich zu sein, das hätte sie lange Zeit nicht zu träumen gewagt. Doch in den vergangenen Jahren trainierte sie hart und wurde mit Siegen belohnt. Ihr Mann Anton steht ihr dabei zur Seite. Seit 18 Jahren ist er Inhaber von Toni’s Radleck in Mering. Da er auch ein Rennteam managt, kam seine Frau selbst auf die Idee, so etwas mal zu probieren.

„Aktiv bin ich seit rund acht Jahren“, sagt Stefanie Steinhart. Also seitdem ihre beiden Kinder, die zehnjährige Lya und die 13-jährige Leonie, aus dem Gröbsten raus sind. „Man muss für den Sport aber eine gewisse Leidenschaft haben, sonst funktioniert das nicht. Es ist auch sehr zeitaufwendig“, sagt Stefanie Steinhart. Da die 41-Jährige selbstständig ist, kann sie sich ihre Zeit flexibel einteilen und auch mal am Vormittag trainieren.

Stefanie Steinhart stürzt unglücklich beim Training

Für ihren Mann Toni ist das kein Problem. Er habe Verständnis dafür, auch wenn er im Haushalt mit anpacken müsse. „Sonst wären wir nicht schon so lange zusammen“, lacht er. „Ich bin da flexibel, auch wenn was dazwischenkommt.“ So erging es der Familie im vergangenen Jahr, als für Pfingsten ein Rennen in Italien geplant war. Kurz zuvor war seine Frau unglücklich beim Training gestürzt und hatte sich an der Schulter verletzt. Das Rennen war damit gestrichen. Auch fiel der geplante Ligurien-Urlaub für die ganze Familie kurzerhand ins Wasser.

Aber man dürfe sich dadurch nicht verunsichern lassen. „So fuhren wir halt alle im Juli an den Nürburgring und unterstützten meine Frau bei ihrem 24-Stunden-Mountainbike-Rennen“, sagt Toni Steinhart. In 2017 siegte seine Frau bereits bei der Zwölf-Stunden-Europameisterschaft in Dießen. Dann kam der „Rad am Ring“ in der Eifel, einer der größten Radsportevents in Deutschland. Unter rund 70 Einzelfahrern – darunter vier Frauen – wurde Steinhart Erste in der Damenwertung. „Wir haben uns so gefreut und mit ihr mitgefiebert“, sagt Toni Steinhart stolz.

Sollte mal eine Panne am Mountainbike sein – was bislang zum Glück noch nie passiert ist – wäre die Familie sofort zur Stelle gewesen. Vor allem der technische Support ist für ihren Mann Toni ein großer Aufwand. Aber er übernehme das gerne. Dazu komme die mentale Unterstützung. „Wir geben der Mama gerne die Radflasche in die Hand. Die Verpflegung ist bei diesem Rennen das Wichtigste. Mama musste viel essen und trinken, um durchzuhalten“, sagen ihre Töchter. Sie saß bei dem Rennen rund 22 Stunden im Sattel. Das Mountainbike hängt seitdem noch mit Startnummer unter dem Sattel im Treppenhaus der Familie Steinhart in Mering. Sie wollte dort schon immer mal eins hinhängen und jetzt hatte sie die Gelegenheit dazu. Bis zur nächsten Auflage des Events ist noch ein wenig Zeit. Dann kommt ihr Rad wieder nach draußen und sie will die 316 Kilometer und 6033 Höhenmeter erneut bewältigen.

Die Wochenende sind der Meringer Familie heilig

„Ich bin froh, dass mir meine Familie die wertvolle Zeit für mein Training lässt. Kurz vor dem Rennen mache ich einige längere Ausfahrten über sechs und sieben Stunden, um mich an das lange Sitzen zu gewöhnen“, sagt die Sportlerin. Sie teilt sich die Zeit selbst ein und kocht mittags für die Kinder. Ihr Mann hilft gerne im Haushalt, bis auf eine Ausnahme: Kochen sei gar nicht sein Ding. „Seit wir uns kennen, fahren wir gemeinsam Mountainbike“, ergänzt sie. Begonnen habe sie dann Schritt für Schritt mit den Rennen.

Die Wochenenden seien ihr und der Familie nach wie vor heilig. Vorbereitungsrennen und Trainingslager werden dann zu Teamausflügen für alle. Das Familiäre stehe immer über dem Sport.

Ob es manchmal nervt? „Ja, Familie, Geschäft und die Wettbewerbe. Das sprengt schon mal die 60-Stunden-Woche. Wenn es mir aber keinen Spaß machen würde, würde ich es auch nicht machen“, lacht Toni. „Es ist ein tolles Hobby und man bleibt fit. Wir sind viel im Team unterwegs, treffen Leute und haben miteinander viel Spaß.“ Man unterstütze sich gegenseitig.

Auch wenn die Töchter bei den Rennen oft dabei sind, ist das Radfieber bisher nicht auf sie übergegangen. Lya und Leonie sind lieber bei ihren Pferden beim Voltigieren.

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