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Landesliga Südwest

13.04.2015

Mering holt einen Pyrrhus-Sieg

Er war Merings Matchwinner, verletzte sich aber am Ende in Ichenhausen und bekam zu allem Überfluss dabei auch noch eine Rote Karte: Manuel Müller (vorne).
Bild: R. Fischer

Beim 1:0 in Ichenhausen vergab das Bayer-Team zahllose Konterchancen und verliert Manuel Müller (verletzt und „Rot“) sowie Markus Nix

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kehrte der SV Mering vom Verfolgerduell in Ichenhausen zurück. Lachend, weil mehr als nur das erhoffte Remis heraussprang. Weinend, weil für die nächsten Aufgaben wohl gleich zwei wichtige Leute fehlen werden. „Wir haben einen Pyrrhus-Sieg geholt“, sagt Merings Trainer Günter Bayer unter Bezug auf die hellenische Historie. Pyrrhus war König von Epiros, gewann zwar die Schlacht bei Asculum, sein Heer aber wurde dabei enorm geschwächt.

Kurios war dabei die Szene in der 82. Minute: Manuel Müller war gefoult worden, lag am Boden, ein Ichenhausener „stolperte“ noch über ihn. Der Meringer schrie wohl vor Schmerzen – später wurde er mit Verdacht auf Rippenbruch ins Krankenhaus gefahren. Dem noch liegenden Torschützen des 1:0 zeigte Schiedsrichter Markus Huber (Wurmannsquick) die Rote Karte, ziemlich überraschend für alle Meringer. Und noch einen Verlust gilt es zu verschmerzen: Markus Nix verdrehte sich bei einem Zweikampf das Knie.

Die Unterschiede auf dem Platz jedoch waren über 90 Minuten größer, als es das Ergebnis aussagt. Weil das aus Sicht des gastgebenden Aufsteigers allerdings nicht tragisch ist, konnte der Übungsleiter freimütig einräumen: „Es war ein verdienter Sieg des SV. Wir haben alles versucht, aber Mering war einfach abgezockter.“

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Nur ganz zu Beginn präsentierten sich die Gäste noch nicht voll auf der Höhe. Als SCI-Abwehrchef Martin Wenni den Meringer Maximilian Obermeyer überflüssigerweise an der rechten Strafraumlinie legte, pfiff der nicht immer sicher wirkende Schiedsrichter Markus Huber Elfmeter, doch Agustin Barbano schoss den Ball am linken Pfosten vorbei ins Aus (5.). Das war der Muntermacher für die Meringer, die fortan taktisch formidabel agierten, vor allem die Räume im Mittelfeld zu machten und in den so provozierten Eins-gegen-Eins-Duellen überwiegend die Nase vorn hatten. Weil Ichenhausen nach vorne kaum etwas zustande brachte (in der zweiten Halbzeit gab’s trotz zahlreicher Standardsituationen keine einzige Torchance), genügte der Mannschaft von Trainer-Guru Günter Bayer ein erfolgreicher Abschluss, das 15. Saisontor von Manuel Müller. Über die entblößte linke Abwehrseite der Königsblauen konterten die Gäste, der Ball erreichte Manuel Müller und der überwand Simon Zeiser im SCI-Tor. Kleiner Schönheitsfehler an der Sache: Der Torschütze befand sich recht eindeutig in Abseitsposition. Ernsthaft nachkarten wollte deshalb aber kein Ichenhauser – zu deutlich wurde mit Fortdauer der Begegnung, dass Mering in fast allen Belangen den berühmten Tick besser war. Trainer Bayer lobte die Spielweise der Seinen und sagte: „Unsere Marschroute ist aufgegangen.“

Kritisch wurde der SV-Coach nur in einem Punkt: „Die Chancenverwertung hat mir natürlich nicht gefallen. Das ging schon mit dem Elfmeter los.“ Häufig genug kommt es im Fußball dann so, dass man als überlegene Mannschaft Punkte liegen lässt. Den Ausgleich konnte der SCI in der Form von gestern Nachmittag aber nicht erzwingen; der Ausgleichstreffer lag nie wirklich in der Luft. Auch nicht, nachdem der Torschütze der Gäste wegen einer Unsportlichkeit die Rote Karte gesehen hatte (85.).

SV Mering Wolf; Mozaffari, Gocevic, Zweckbronner, Stapfer, Lutz, Nix (87. Ersoy), Müller, Obermeyer (ab 75. Danowski), Barbano (ab 70. Merk). – Tor 1:0 Müller (18.). – Schiedsrichter Markus Huber, Wurmannsquick.

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