Newsticker

Fast ganz Österreich und große Teile Italiens sind nun Corona-Risikogebiete
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Lokalsport
  4. Nach Unstimmigkeiten: So geht es bei Trampolin-Springern weiter

Friedberg

17.10.2020

Nach Unstimmigkeiten: So geht es bei Trampolin-Springern weiter

Julina Kimmel gehört zu den größten Talenten bei den Trampolin-Turnern des TSV Friedberg. Die Sparte trainiert allerdings erst seit September wieder. Das hat mehr mit Unstimmigkeiten als mit der Corona-Pandemie zu tun.
Bild: Werner Miller

Plus Seit September sind die Trampolinspringer des TSV Friedberg wieder im Training – mit einem verjüngten Trainerteam. Was nach der Stilllegung anders werden soll.

Salti, Überschläge und schnelle Drehungen – die Trampolinspringer des TSV Friedberg fliegen seit Ende September wieder durch die Lüfte. Lange Zeit mussten die Sportler aussetzen. Dabei spielte nicht nur die Corona-Pandemie eine Rolle. Interne Unstimmigkeiten führten zu einer zwischenzeitlichen Stilllegung der Sparte.

Nun aber sind die Trampolinsportler zurück mit Haupttrainer und Spartenleiter Marc Kimmel. Zusammen mit Urgestein Werner Miller und den Assistenztrainern Josephine Varga, Corinna Hoppe, Annika Arzberger und Diana Raffler will der 19-jährige Student für frischen Wind sorgen: „Es läuft wirklich gut. Ich kann sehr kreativ sein und bekomme viel Unterstützung“, so Kimmel, der seit 2010 im Verein ist. Über die Pause ist der Coach sogar froh: „Nach den Problemen hat die Pause sogar gut getan. Wir konnten in Ruhe anfangen.“ Bis die Arbeit von Kimmel und Co. Früchte tragen kann, wird es aber noch etwas dauern, denn an Wettkämpfe ist aktuell noch nicht zu denken.

Trampolinturner: Marc Kimmel ist neuer Spartenleiter

Dennoch freut sich Abteilungsleiterin Sabine Walter, zu deren Verantwortungsbereich die Sparte Trampolin gehört, über die Entwicklung: „Es macht den Kindern wieder Spaß. Das neue Trainerteam macht seine Aufgabe bislang sehr gut und wir freuen uns, dass endlich wieder Ruhe einkehrt.“ Das war in den vergangenen Monaten nicht der Fall. Ausgangspunkt war ein Elternabend im Frühjahr: „Wir haben mitbekommen, dass einiges im argen liegt. Da ging es um Sachen wie Pünktlichkeit oder der Disziplin im Training. Deshalb wollten wir etwas unternehmen“, erklärt Walter. Es wurden Vorgaben, wie etwa ein Handyverbot eingeführt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

An diese Maßgaben hielt sich laut Walter der Großteil des Trainerteams aber nicht: „Insgesamt hat das Trainerteam einfach nicht mitgezogen, was das betrifft.“ Ganz im Gegenteil: „Wir von der Abteilungsleitung mussten uns einiges anhören. Da waren wirklich krasse Sachen dabei, die einfach überhaupt nicht gehen.“

In einem Brief an die Eltern wurde im Sommer die Stilllegung der Sparte verkündet, was zu Unstimmigkeiten führte. Trotz des Ärgers steht Sabine Walter zu der Entscheidung: „Vielleicht hätten wir den Brief anders formulieren müssen. Wir haben sicher nicht alles richtig gemacht. Aber den Brief würde ich wieder schreiben und auch die anschließenden Personalentscheidungen so treffen.“ Das Trainerteam um die Haupttrainer Christian Gross und Michael Baumgart wurde fast komplett ausgetauscht.

Die Trampolin-Turner des TSV Friedberg haben nach der Stillegung wieder mit dem Training begonnen. Haupt-Trainer Marc Kimmel.
Bild: Sebastian Richly

Elternbrief löst Ärger bei Trampolinern aus

Walter: „Wir wollten ohnehin eine neue Ausrichtung. Christian Gross hat sehr erfolgreiche Arbeit geleistet – fachlich top. Aber die Zusammenarbeit hat einfach nicht gepasst, menschlich hat es nicht funktioniert“, so Walter, die seit 2016 die Abteilung Turnen leitet. Zwar gab es laut Walter vereinzelt verärgerte Eltern nach dem Brief, doch der Großteil habe die Abteilungsleitung unterstützt: „Fast alle Kinder wollten weiter machen und die meisten Eltern haben Verständnis gezeigt.“

Zwischendrin sei überlegt worden, ob man nicht mehr in Richtung Breitensport geht. Walter: „Auch diesen Weg wären wir mitgegangen, da wir nicht sicher waren, ob wir weiterhin drei Mal pro Woche Training anbieten können“, so die Friedbergerin, die mittlerweile in Dasing wohnt. „Die Trainer sind sehr engagiert und wollen die Erfolgsgeschichte der Sparte weiterführen. Wir haben viele Talente und die wollen auch in Zukunft viele Titel holen“, so Walter. Rund 30 aktive Springer trainieren regelmäßig unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen. Das sei sehr aufwendig, aber zu schaffen.

Gemeinsam wollen die Trampolinturner die Vergangenheit nun ruhen lassen und nach vorne blicken. Sabine Walter: „Das junge Trainerteam besteht aus vielen Eigengewächsen und ist sehr motiviert. So haben wir uns das vorgestellt. Das ist genau das, was die Kinder und Eltern sich wünschen.“ Derweil herrscht in der TSV-Halle wieder viel Betrieb, auch wenn die Wettkämpfe wohl noch etwas auf sich warten lassen. Die Abteilungsleiterin ist vorsichtig optimistisch: „Vielleicht geht im Frühjahr wieder etwas. Jetzt sind aber alle erst einmal froh, dass wieder gesprungen wird.“ Trainiert wird schon fleißig – Montag, Mittwoch und Freitag für zwei bis drei Stunden.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren