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26.10.2017

Ringen hat seinen Charakter gestärkt

Hannes Haring (in Blau) ist Ringer aus Leidenschaft. In seiner Karriere hat er viele Titel gewonnen.
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Hannes Haring (in Blau) ist Ringer aus Leidenschaft. In seiner Karriere hat er viele Titel gewonnen.
Bild: Matthias Biallowons

Plus Hannes Haring steht seit seiner Kindheit auf der Matte. Er hat viele Erfolge gesammelt und trotz schwerer Verletzungen nie aufgegeben. Inzwischen trainiert er den TSC Mering. Wie er seinen persönlichen Tiefpunkt überwand.

Ein lauter Knall, ein Schrei, Schwärze und Schmerzen. An den Moment als seine Schulter ausgekugelt wurde – die Mediziner nennen das Luxation – kann sich Hannes Haring noch genau erinnern.

„Mir war sofort klar, dass da was kaputt gegangen ist“. Er war gerade 20 Jahre, erst seit einem Jahr im Profigeschäft und wechselte von der Juniorenklasse zu den Senioren. Operation, acht Monate Sportpause, dann das Comeback, erster Kampf, erneut eine Verletzung im Knie, wieder sechs Monate Reha. Sollte die noch junge Karriere so ein schnelles Ende finden? „Es war mein Tiefpunkt. Vor allem mental war das sehr schwierig für mich“, erinnert sich der jetzt 36-jährige Österreicher.

Doch der Ringsport hatte den Charakter des gebürtigen Salzburgers gestählt. „Man lernt sich durchzusetzen, immer wieder aufzustehen, stark zu sein und keine Angst zu haben.“ Er stand wieder auf, trainierte hart, kämpfte sich vor allem in der Nationalmannschaft ganz nach oben und konnte zahlreiche nationale und internationale Titel sammeln. „Ich dachte mir immer: ‚Jetzt erst Recht’!“ Einer seiner größten Erfolge war das Erreichen des Viertelfinals bei der WM 2007 in Baku. Vor allem als österreichischer Athlet ein großer Erfolg für den Ringsports des Alpenlandes.

Doch trotz diverser Triumphe auf internationalem Parkett gehört sein erster Titel in der Heimat zu den Höhepunkten seiner Karriere. „Der Moment, als ich zum ersten Mal zum österreichischen Meister ausgerufen wurde, war unglaublich“, verrät er. Acht Mal holte er den Titel in der allgemeinen Klasse. Hinzu kommen zahlreiche weitere Erfolge, auch im Jugend- und Mannschaftsbereich und bei diversen Weltcup-Turnieren. Inzwischen lebt Haring in Augsburg und trainiert den TSC Mering seit vier Jahren. Er konnte ihn zurück in die Bayernliga führen. Dort läuft es jedoch derzeit nicht rund, da sein Team aufgrund vieler Verletzungen auf dem letzten Rang rangiert. Wie es dort weitergehen wird, weiß Haring nicht. „Der TSC befindet sich im Umbruch. Man muss die Ziele mit der Vereinsführung neu definieren“. Persönlich hat der Greco-Spezialist – griechisch-römischer Stil – mit seiner Karriere abgeschlossen: „Ich habe keine Ziele mehr. Ich habe meine sportliche Laufbahn nach reiflicher Überlegung und mit guten Gewissen vor acht Jahren beendet. Ich bin mit meiner sportlichen Karriere im Reinen.“

Angefangen hat dabei alles in der kleinen Gemeinde Wals-Siezenheim in Österreich. Haring stammt er aus einer Ringerfamilie. Sein Großvater hatte den AC Wals mitgegründet, war der erste Präsident und „somit war es naheliegend, dass ich mal zum Ringen gehe“. Ein kurzes einjähriges Gastspiel mit dreizehn Jahren beim Fußball kam dazwischen, jedoch kehrte er wieder zum Ringen zurück und entschied sich eine internationale Laufbahn einzuschlagen. Auch weil ihn im Gegensatz zu anderen Sportarten schon immer die Komplexität des Sports fasziniert hat: Kondition, Kraft, Kraftausdauer, Technik, Taktik, Strategie und absoluter Siegeswillen.

Alles Eigenschaften, die man beim Ringen benötigt und erlernen kann. „Man muss in jedem Training ans Limit gehen, um Erfolg zu haben. Das ist jedes Mal aufs Neue eine Überwindung“, schwärmt der 86-Kilo-Mann. Auch heute würde er es wieder so machen, den Ringsport empfiehlt er jungen Menschen, weil er überzeugt ist, dass er vor allem auch wegen seiner Härte den Charakter stärkt. Dass das ein harter Weg ist, der auch von Rückschlägen geprägt sein kann, weiß Haring selbst am besten. Dennoch lohnt es sich: „Wenn man es geschafft hat, dann profitiert man davon ein Leben lang“.

Auch der Österreicher musste hart kämpfen, hat diverse Rückschläge durchgestanden und es zu einer Profikarriere geschafft. Verletzungen gehören jetzt der Vergangenheit an, dem Ringsport wird er aber dennoch immer treu bleiben – dazu hat er ihn zu sehr geprägt.

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