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Fußball-Nachlese

28.09.2015

„Rot“ für eine Zuschauer-Provokation

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Auch von einer Umklammerung ließ sich Markus Rolle nicht bremsen – so lange die Kraft reichte beim FCS-Stürmer.
Bild: Anton Schlickenrieder

Der SV Mering will versuchen, die Spätfolgen des Raisting-Spiels so gering wie möglich zu halten. Und der FC Stätzling hat wieder Freude am Spiel gefunden

Wenn der gegnerische Trainer zum Verlierer kommt und sich bei diesem für das Verhalten des Schiedsrichters entschuldigt, dann lässt dies schon aufhorchen. So geschehen in Raisting zwischen Peter Bootz und Günter Bayer vom SV Mering. Anlass war der Auftritt von Florian Neiber aus Wasserburg. Der Landesliga-Referee hatte dem am Boden liegenden Daniel Zweckbronner den roten Karton vor die Nase gehalten mit der Begründung, er habe Zuschauer provoziert. So erzählte es jedenfalls der Akteur entrüstet seinem Coach. Und wenig später folgte Maximilian Lutz Zweckbronner in die Kabine nach einem Allerwelts-Zweikampf im Mittelfeld. „Ich habe das schon vor der Pause bemerkt, dass der Unparteiische kein Freund des SV Mering ist und meine Spieler gewarnt vor jedem harten Einsteigen“, sagt Bayer. Es half nichts, lächelnd habe Neiber die Meringer des Feldes verwiesen.

Trotz allem aber betont Bayer, dass – wie schon gegen Aindling – es nicht am Schiedsrichter lag, dass seine Mannschaft verlor. Bayer: „Wir sind viel zu fahrlässig ins Spiel gegangen und lagen prompt mit 0:2 zurück. Dann sind wir drückend überlegen und machen auch den Anschluss. Aber Raisting hat uns gezeigt, auf was es ankommt: Die haben von zehn Zweikämpfen elf gewonnen.“ Wie es hätte sein können, zeigte sich mit zwei Mann weniger, als die Rot-Weißen den 2:4-Anschluss schafften. Die zweite Niederlage in Folge war aber nicht mehr zu verhindern. „Den Sahnetag in Ichenhausen, ich weiß nicht, ob ich den lieber nicht gehabt hätte. Seither sind wir in einer Negativ-Schleife. Und ich weiß noch nicht, wie wir da wieder rauskommen sollen. Die Begleitumstände liegen mir mehr im Magen als die Niederlage selber“, sagt Bayer.

Fragt man Alex Bartl, den Trainer des Kissinger SC, ob Kaufbeuren beim 4:0-Heimsieg wirklich so überlegen war, kommt die etwas überraschende Antwort: „Ich finde es unglaublich, dass wir diese Spiel verloren haben.“ Die Chancen, die die Kissinger hatten, seien von der Zahl wie der Qualität her weitaus besser gewesen als die der Spielvereinigung. Fränki Rajc hätte seine Farben gut und gerne mit zwei Toren in Führung bringen können, Jonas Gottwald traf nur den Pfosten und Noah Kusterer setzte nicht konsequent genug nach. „Ich glaube, wir könnten jetzt noch spielen und hätten nichts reingebracht. Es war einfach ein gebrauchter Tag. Was mich am meisten ärgert: Es war wieder ein direkter Abstiegskonkurrent.“ Bei allem, was dem Aufsteiger an Überraschungen schon gelang: Von den Big Points schenkte Kissing laut Bartl bislang zu viele her. „Das wird uns noch wehtun“, prophezeit er.

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Auf der Sonnenseite des Fußballerdaseins leben diese Woche der FC Stätzling, der TSV Friedberg und der BC Rinnenthal. Die Leichtigkeit schon zurück beim einzigen Bezirksligisten, den die Stadt Friedberg heuer besitzt. FCS-Coach „Bobby“ Riedl ist mit dem 5:0 über Aufsteiger FC Kempten sehr zufrieden. „Das war jetzt schon so gespielt, wie man sich das als Trainer vorstellt.“ Seine Elf ging mit Spaß ins Match und durfte auch bald am Sieggefühl schnuppern. Das permanente Nachsetzen lohnte sich, Kraftpaket Markus Rolle war ein ständiger Unruheherd, bis er aufgrund von Trainingsmangel müde wurde – so ging es auch Marvin Gaag. „Von diesem Zeitpunkt haben wir dann auf Konter gespielt. Aber auch das hat meine Mannschaft hervorragend gemacht“, weiß Riedl. Vor allem der junge Maxi Heiß zeigte da seine derzeit hervorragende Verfassung und Torjägerqualitäten.

Ausgerechnet gegen den Tabellenführer VfR Neuburg ist beim TSV Friedberg endlich der Knoten geplatzt. Mit ein Grund dafür, so erzählt Trainer Willi Gutia, sei die Taktik gewesen, Bälle aus der Abwehr einfach raus zu dreschen. „Wir wollten nicht mehr schön spielen und verlieren, sondern einfach gewinnen.“ Mit entscheidend sei aber Aktion von Markus Specht gewesen, der bei einem eigenen Freistoß sah, dass der mit „Gelb“ vorbelastete Neuburger Klauser nicht aus dem Weg ging. Specht führte den Freistoß aus und traf den Neuburger, der daraufhin prompt, ein zweites Mal verwarnt, das Feld verließ. „Von da wurde es leichter und diesmal hatten wir auch ein wenig Glück“, weiß Gutia. Der Sieg sei lebenswichtig, denn auch die Konkurrenz hat gepunktet.

Damit meint Gutia sicherlich nicht den BC Rinnenthal, denn der ist in anderen Tabellensphären unterwegs: Der Aufsteiger ist jetzt schon Tabellenzweiter. „Das ist nur eine schöne Momentaufnahme“, hält Spielertrainer Vincent Aumiller den Ball flach. „Wichtig ist es, konstant zu punkten, und das gerade zu Hause.“ Rinnenthal habe eine sehr gute Leistung geboten und einen hoch verdienten Sieg gegen Echsheim-Reicherstein geschafft. Wobei Aumiller diesmal selbst zum Matchwinner wurde.

Nur zwei Derbys gab es diesmal in den unteren Klassen. Stätzlings Coach Christian Jauernig war zwar privat verhindert, aber Interimscoach André Wolf ist ja auch ein sehr erfahrener Mann, der sogar noch mit aufs Feld ging. Der FC Stätzling II hatte in einem Match zweier Teams, die sich nahezu neutralisierten, das bessere Ende für sich. Merings „Zweite“ ist mit der 0:1-Niederlage auf einen Abstiegsplatz gerutscht. Das auch, weil Kissing II den ersten Saisonsieg feierte – immerhin gegen den Tabellendritten DJK Lechhausen. Und ausgerechnet beim Spitzenreiter Gold-Blau kamen die Friedberger „Ostler“ zu ihren ersten – noch einfachen – Punktgewinn.

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