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Merching

29.07.2020

So will es der 15-jährige Felix Doege in den Superbowl schaffen

Der Merchinger Felix Doege träumt mit 15 Jahre von einer Karriere als professioneller American-Football-Spieler. Dafür geht es jetzt in die USA.
Bild: Sigrid Doege

Plus Der Merchinger Felix Doege geht ab September auf eine private Sportschule in den USA, um seine Karriere als American Football Spieler voranzutreiben.

Mit elf, zwölf Jahren hielt er seine erste Hantel in der Hand. Es scheint, geholfen zu haben. Denn nun, mit 15, ist Felix Doege knapp zwei Meter groß, 112 Kilogramm schwer und hat Beine wie ein Laternenmast. „Das kommt vom Training“, sagt er. Vier- bis fünf Mal die Woche sei er im Kraftraum. Und zwei Mal auf dem Feld. Denn Felix spielt American Football – in Deutschland eher eine Randsportart.

Das tut er zwar erst seit rund drei Jahren, ist jedoch schon so gut, dass er ein Stipendium in den USA bekommen hat. Dort also, wo der Super Bowl gespielt wird, wo Footballer zu den bestbezahltesten Sportlern des Landes gehören. „Das war von Anfang an mein Traum“, sagt Doege. Und zwar ein ziemlich konkreter. Denn schon länger ist für ihn klar, dass er mal Profi sein will, sagt der Merchinger. Einen Plan B gebe es deshalb nicht, er setzt alles auf die Karte Profitum.

Doch das ist noch ein ganzes Stück entfernt. Zunächst hat Doege einen Vier-Jahres-Vertrag für seine neue Schule in Georgia an der Südwestküste Nordamerikas unterschrieben. „Dort ist das Niveau dreimal so hoch wie in Deutschland“, sagt Doege. Auch die Trainingsintensität ist deutlich höher, wird doch neben dem fast täglichen Krafttraining fünf Mal die Woche auf dem Feld geübt. „Und wenn wir das freitagabendliche Spiel verlieren, gibt es noch ein deftiges Straftraining am Samstagmorgen“, erklärt der Schüler.

So will es der 15-jährige Felix Doege in den Superbowl schaffen

So kam Felix Doege zum American Football

Hart ging es bei Felix Doege schon immer zu. Denn mit gerade einmal elf Jahren hat er altersgerechte Jugendmannschaften beim TSV Königsbrunn übersprungen und kam direkt in die U 15. Die körperlichen Voraussetzungen dafür brachte er mit, immerhin maß er schon damals 1,85 Meter. Viel auf die Mütze bekam er trotzdem. Dann war klar: Doege muss an Muskelmasse zulegen. Dafür bekam er einen Fitnesstrainer, der ihm ein altersgerechtes Trainingsprogramm an die Hand gab und ihn binnen drei Jahren zum Muskelpaket machte.

Dabei hatte Doege bis er elf Jahre alt war nichts mit Football am Hut. Erst als das Landsberger Zweitliga-Team in seine Schule kam und der junge Felix Doege deren Spielkleidung sah, war er hin und weg. „Als ich an diesem Tag heimkam, sagte ich meiner Mutter, dass ich unbedingt Football spielen wollte.“ Und so kam es dann auch. Im ersten Training spürte Doege die eiserne Disziplin, den Teamgeist und die Körperlichkeit des Sports und kam seitdem nicht mehr von ihm weg.

Beim American Football ist der Ball nicht rund, sondern oval. Der Merchinger Felix Doege betreibt seit rund vier Jahren den hierzulande eher ungewöhnlichen Sport.
Bild: Larry W. Smith, EPA/dpa (Symbolbild)

Derzeit besucht er noch die Realschule in Schondorf am Ammersee (Kreis Landsberg). Ab 3. August ist er dann in den USA. Bis vor Kurzem gab es noch Komplikationen wegen seines Visums, fast hätte Corona dem Schüler einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dann ging jedoch alles ganz schnell, denn die Saisonvorbereitung beginnt bereits am 24. August.

American Football: Ein harter Weg für den Merchinger

Was er bei seinem Abenteuer zurücklässt, hat Doege noch gar nicht richtig realisiert. „Es ist schon irgendwie ein komisches Gefühl“, sagt er. „Aber ich lebe für den Sport, habe aktuell keine Freundin und freue mich einfach nur auf die USA“, sagt er. Zudem dürfe er ja in den Sommerferien für zwei Monate nach Hause.

Seinen besten Freund lässt er jedoch in Deutschland – zumindest vorerst. Denn Hero Kanu ist auch Footballspieler. „Er hat mich am meisten geprägt“, sagt Doege, „ohne ihn wäre ich nie so gut geworden.“ Kanu ist kaum älter als Doege und auch nicht viel stärker. „Aber er hat einen unglaublichen Willen und keine Angst vor größeren oder älteren Spielern“. Von ihm hat Doege den Satz: „Du musst deinen Gegner zerstören, sonst zerstört er dich“. Und er hat ihn verinnerlicht.

 

Auch dank dieses Mottos darf Kanu Doege in drei Jahren in die USA folgen, dann läuft er jedoch für ein College auf, also eine Universität. Zu diesem Zeitpunkt ist Doege noch für ein Jahr auf der Highschool. Doch dann soll es auch für den Merchinger der College-Football sein, und anschließend natürlich die NFL, die höchste amerikanische Liga. Dort will er auf seiner angestammten Position als Offensive Tackle durchstarten.

Doch für Doege ist auch nicht alles an den USA gut, der 15-Jährige blickt über den Tellerrand. So hat er den Fall Colin Kaepernick intensiv verfolgt. Der farbige Quarterback hatte sich im August 2016 beim Abspielen der amerikanischen Nationalhymne vor einem NFL-Spiel hingekniet – als Zeichen gegen Rassismus. Soweit würde Felix zwar nicht gehen, denn Politik gehöre nicht auf den Sportplatz. Wichtig fand er die Geste dennoch. „Klar ist es in den USA anders, aber für mich zählt nur der Sport“, sagt Doege.

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