19.01.2011

Starlight Express

Rasant geht es zu, wenn der Aichacher Sven Kusik mit seinem Pferd Starlight Andrup auf seinem Sulky unterwegs ist. Das Bild zeigt den 33-Jährigen bei seinem jüngsten Sieg beim Silvesterrennen in Straubing. Fotos: Nina Probst, privat

Aichach Auf dem Hof mit Pferdepension, direkt an der B 300 bei Aichach, lebt Sven Kusik mit seiner Familie seit etwa fünf Jahren. Ursprünglich kommt der 33-Jährige allerdings aus dem Ruhrgebiet. Dort lernte er seine jetzige Frau Christine kennen und mit ihr die Liebe zum Trabrennsport.

Die heute 27-Jährige machte eine Ausbildung zur Pferdewirtin. "Das hat mir einen perfekten Blick hinter die Kulissen ermöglicht", erzählt Sven Kusik. Nach der Ausbildung seiner Frau zogen die beiden in ihre alte Heimat - zurück in die bayerische Hallertau. Dort heirateten sie und Familie Kusik wurde auf insgesamt vier Personen vergrößert.

Nachdem Sven und Christine Kusik ihre beiden Trabrennpferde bei einem Bauern untergestellt hatten, damit allerdings gar nicht zufrieden waren, suchten sie sich etwas Eigenes. "Dass wir in Aichach landeten, war eher Zufall", erklärt der 33-Jährige. Der Hof, auf dem die Familie nun lebt, sei in einem sehr schlechten Zustand gewesen. Mit viel Arbeit und Liebe haben die Kusiks ihn dann zu dem gemacht, was er heute ist: der Pferdepension "Stall Starlight".

Um regelmäßig Trabrennen zu fahren, reicht die Zeit bei Sven Kusik bei Weitem nicht aus. Der 33-Jährige arbeitet in einer Molkerei in Freising. Hobby und Beruf zu vereinen, könne schon mal stressig sein, gibt Sven Kusik zu. Außerdem sei der Trabrennsport ein sehr aufwendiger und auch teurer Sport. "Die, die diesen Sport betreiben, machen es mit Herz", sagt er.

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Training mit Sulky auf Feldwegen

Zum Training kann er ab und an die Rennbahnen in Pfaffenhofen und Daglfing nutzen. "Die Daglfinger Bahn wurde an einen großen Investor verkauft", sagt Sven Kusik. Nun hofft er, dass dort eine neue, vor allem bessere Strecke planiert wird. Das übrige Training hält Kusik auf Feldwegen ab. Fünfmal pro Woche gehen er und seine Frau Christine Kusik ins Gelände. Dabei sind zwei bis drei Stunden Training der Normalfall. "Wir trainieren meistens lange Distanzen", so Trainerin Christine Kusik. "Das Pferd soll ein Rennen spielend laufen können."

Nicht nur die Rennpferde Starlight Andrup und Rinella Starlight müssen trainiert werden. Auch Sven Kusik muss stets auf sein Gewicht achten. Zu schwer sollte er nicht sein, wobei der Sulky, auf dem Kusik sitzt und lenkt, so gebaut ist, dass das Pferd nicht das volle Gewicht des Fahrers mitschleppen muss. "Ich habe mir ein eigenes, kleines Fitnessstudio eingerichtet", erzählt der Trabrennfahrer. Eine gut ausgebildete Oberkörpermuskulatur ist nötig, damit Kusik den Zug der Pferde halten kann.

Auch Tochter Celine (6) hat schon ihr eigenes Shetlandpony, ein "halbes Pferd", wie Sven Kusik es mit einem Schmunzeln nennt. Daneben tummeln sich bei den Kusiks insgesamt acht Einstellpferde und vier eigene, darunter das frühere Trabrennpferd Don Starlight.

Die Kusiks wollen ihr Pferdeengagement weiter ausbauen. Ihr Wunsch: den Hof in eine Tierheilpraxis umfunktionieren. Sport- und Freizeitpferde sollen hierher zur Reha gebracht werden können. Christine Kusik hat eine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin und -therapeutin gemacht und hofft auf gute Mundpropaganda: "Es ist alles am Anlaufen, ein paar Pferde waren bereits zur Behandlung bei uns", sagt sie.

Wie es sportlich bei Sven Kusik weitergehen soll, ist noch unklar. Im vergangenen Jahr startete er bei insgesamt vier Rennen, bei denen er einmal den ersten, den zweiten und den dritten Platz holte. 2100 Meter sind die Normalstrecke. Aber auch an schnelleren Rennen, beispielsweise über 1600 Meter, möchte Sven Kusik mit seinem Starlightexpress in Zukunft teilnehmen. Christine Kusik plant noch mehr: "Im Sommer wollen wir vielleicht zurück ins Ruhrgebiet und dort bei höher dotierten Rennen an den Start gehen", sagt sie.

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