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Friedberg

17.03.2020

Super Finale für Friedberger Para-Skifahrer Leander Kress

Sie war sehr erfolgreich, die Saison für den Friedberger Para-Skifahrer Leander Kress, auch wenn das Saisonfinale wegen der Corona-Krise abgesagt werden musste. Nun steht der Friedberger aber vor einer anderen Herausforderung: Er macht demnächst sein Fachabitur.
Bild: Jean-Claude Keipes

Plus Der Friedberger wird bei den deutschen Para-Meisterschaften Sieger im Slalom und Riesenslalom. Die letzten Rennen mussten wegen Corona abgesagt werden.

Mit bemerkenswerten Erfolgen machte der Friedberger Para-Skifahrer Leander Kress zum Ende der Saison auf sich aufmerksam. Der beinamputierte Sportler fuhr unlängst Rennen um die deutsche und österreichische Meisterschaft im Para-Ski alpin im Kühtai (Riesenslalom) und in Oberperfuss (Slalom). Die Rennen wurden auch als internationale Punkterennen (WPAS-Rennen) gewertet, weil Starter aus mehreren Nationen, wie der Slowakei und aus Liechtenstein, am Start waren.

Schwierige Pistenverhältnisse für den Friedberger

Der 19-Jährige wurde im Slalom und im Riesenslalom deutscher Meister 2020. „Es war sehr schwierig, weil die Schneeverhältnisse über den Tag hinweg wegen des warmen Wetters immer weicher wurden“, erzählte der Friedberger. „Im Slalom hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Im Riesenslalom war ich mir am Start sehr unsicher, weil ich in den letzten Trainingslehrgängen keine guten Leistungen hatte. Mein erster Lauf war jedoch echt stark und ich hatte sogar eine Sekunde Vorsprung“, berichtete der 19-Jährige. Im internationalen Punkterennen reichte es für Leander Kress dann sogar aufs Treppchen, er wurde hier Dritter.

Leander Kress auch bei den „Bayerischen“ erfolgreich

Schon vor diesen Meisterschaften hatte Leander Kress auch die bayerischen Titelkämpfe bestritten. Hier wurde er bayerischer Meister im Riesenslalom. „Im Slalom hat es leider nur für Platz drei gereicht. Einer meiner besten Kumpels, Nikolai Sommer, wurde bayerischer Meister im Slalom und hat mich geschlagen, obwohl er erst seit einem Jahr Monoski fährt. Das gönne ich ihm“, ließ Kress wissen. Die Rennen fanden am Großen Arber statt und wurden gemeinsam mit der bayerischen Meisterschaft des Rotary Clubs ausgetragen.

Am Wochenende nach den deutschen Meisterschaften wären noch die Rennen um die hessische Meisterschaft in Maria Alm auf dem Programm gestanden. Das wäre ein Rennen von „normalen“ Skifahrern gewesen.

 

„Mein Team nutzt seit dieser Saison solche Rennen, um einen Deutschland-Cup zu machen. Wir fahren dabei alle gegeneinander mit gewissen Zeitfaktoren, die den Geschlechterunterschied und den Behinderungsgrad ausgleichen“, erläuterte Kress. Außerdem bringen solche Events Rennerfahrung für die großen Rennveranstaltungen. Doch aus diesem Rennen wurde nichts, weil der Coronavirus auch den Skifahrern einen dicken Strich durch die Rechnung machte.

Der Friedberger führt die Gesamtwertung an

Leander Kress führte vor diesen hessischen Titelkämpfen die Gesamtwertung dieser Rennserie an und wollte den Gesamtsieg auch beim großen Finale in Hochkrimml perfekt machen. Dieses wäre für das Wochenende 4./5. April vorgesehen gewesen. Doch auch diese Rennen wurden abgesagt und somit beendete der Friedberger diese Serie als Führender in der Gesamtwertung. „Dies gibt mir großes Selbstvertrauen für die kommende Saison“, meinte er.

Jetzt steht der Schulabschluss im Fokus

Doch nicht nur sportlich war es eine wichtige Saison für den 19-Jährigen, dem im Alter von sieben Jahren wegen einer Knochenkrebserkrankung das rechte Bein amputiert werden musste. Auch schulisch galt es, einiges zu bewältigen. Leander Kress besucht die Abschlussklasse der CJD-FOS (Christliches Jugenddorfwerk Deutschland) in Berchtesgaden und strebt dort sein Fachabitur an. „Ende Mai stehen die Abschlussprüfungen der Fachoberschule an. Seit Ende Februar musste ich leider schon beim Training kürzertreten, um am Unterricht dranzubleiben und ein akzeptables Fachabitur zu schaffen“, erzählt er. Da die letzten Rennen jetzt gestrichen wurden, kann sich der Friedberger voll auf seinen Abschluss konzentrieren. „Ein guter Schulabschluss hilft mir im Endeffekt in meinem Leben mehr, als eine erfolgreiche Skikarriere im Behindertensport“, hatte der 19-Jährige schon vor Beginn der Saison gesagt.

Dennoch bleibt eines das ganz große Fernziel des Friedbergers: Die Paralympics in Peking 2022.

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