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Aichach-Friedberg

12.12.2020

Verkürzte Saison: So geht es für die heimischen Handballer weiter

Soll noch eine Saison gespielt werden, müssen die Handballer möglichst bald wieder mit dem Training anfangen. Ansonsten droht ein Abbruch.
Bild: Karl Aumiller (Symbolfoto)

Die Vereine stellen sich auf eine verkürzte Saison ein. Im Nachwuchsbereich wird die Saison abgebrochen. Was das für die Teams aus Aichach-Friedberg bedeutet.

Neue Entwicklungen bei den heimischen Handballern. Vergangene Woche hat der Bayerische Handballverband eine Erklärung zur Fortsetzung des Spielbetriebs veröffentlicht - mit schlechten Nachrichten für den Nachwuchs. Bis auf wenige Ausnahmen wird im Jugendbereich die Saison abgebrochen. Nur die Bayernligen in der männlichen und weiblichen U17 könnten fortgesetzt werden, um eine bayrische Finalrunde für die geplante deutsche Meisterschaftsendrunde auszuspielen. Bei den Erwachsenen gibt es mehrere Szenarien.

Für die kommende Saison wird ein Start der Qualifikation, die im Jugendbereich über die Ligeneinteilung entscheidet, vor Ostern angestrebt. Das vorzeitige Ende für alle Jugendligen trifft auch die Vereine in der Region stark: „Das bedeutet jetzt ein Jahr fast ohne Handball für unsere Jugendspieler“, sagte der Friedberger Abteilungsleiter Dirk Kreutzburg. „Wir haben in den letzten Jahren mit unserem Friedberger Weg den Fokus stark auf die Jugendarbeit gelegt. Mittlerweile haben wir wieder richtig gut besetzte Nachwuchsteams voller vielversprechender Talente. Die stehen jetzt vor der nächsten Zwangspause, da muss man schon schauen, dass sie nicht die Motivation verlieren.“

Kissings Trainerin Julia Rawein leidet mit dem Nachwuchs mit.
Bild: Christian Kolbert

Kissinger Handballerinnen schauen auf den Nachwuchs

Auch die Kissinger Handballer sind stark von den Einschränkungen betroffen. Julia Rawein, die Trainerin der Damen, sorgt sich vor allem um den Nachwuchs: „Für die Jugend ist das schon herbe. Ich habe natürlich Verständnis für die Maßnahmen, aber jetzt machen wir uns schon Sorgen um die Motivation bei unserem Nachwuchs. Grundsätzlich muss man sich überlegen, wie man die Kinder bei der Stange hält, ohne Training und Spiele wird es schwer.“

Im Herren- und Damenbereich ist eine Einfachrunde ab Ende Februar das wahrscheinlichste Szenario, aber auch ein Abbruch steht im Raum. Da die Regierung den Lockdown bis in den Januar hinein verlängert hat, wird die Handballsaison im besten Fall verkürzt als Einfachrunde fortgesetzt werden können. Der Bayerische Handballverband (BHV) wird einer Fortsetzung der Saison nur zustimmen, wenn folgende Faktoren eintreten: Die Politik müsste das Training erlauben, es bestünde mindestens vier Wochen vor dem Start des Spielbetriebs für die Mehrzahl der Vereine die Möglichkeit, einen geregelten Trainingsbetrieb durchzuführen, und es gäbe auch eine Erlaubnis vonseiten der Politik, den Wettkampfbetrieb fortzuführen.

Für den überregionalen Handballsport, also die Bayern- und Landesligen, heißt das, dass im besten Fall ab dem 27. Februar eine Einfachrunde beginnen kann, in der die Resultate der ersten drei Begegnungen, die zum Teil ja noch gespielt wurden, mitgenommen werden. Sollten die Infektionszahlen jedoch hoch bleiben, würde der BHV je nach Lage einzelne Turniere veranstalten, um zumindest den Spielbetrieb in einem kleineren Rahmen aufrechtzuerhalten.

Friedbergs Torhüter Benjamin von Petersdorff und seine Kollegen müssen sich noch gedulden.
Bild: Peter Kleist (Archivbild)

Friedberger Handballer hoffen auf baldigen Neustart

Könnte diese letzte Möglichkeit bis zum 9. Mai nicht begonnen werden, so würde der BHV die komplette Saison abbrechen und im Herbst 2021 neu ansetzen mit den Resultaten aus dem September 2020. „Ich bin gespannt, ob der Termin Ende Februar zu halten sein wird“, sagte Kissings Trainerin Julia Rawein. „Das Wegbrechen der sozialen Kontakte ist für uns das Schlimmste. Natürlich verstehen wir alle den Grund dafür, aber das gemeinsame Trainieren und Spielen, das Zusammensein, das fehlt uns allen sehr.“ Sie sieht die Wiederaufnahme des Trainings als Grundlage an: „ Der erste Schritt ist sicherlich, dass man uns das Training in den Hallen wieder erlaubt.“

Für die einzelnen Bezirke gilt, dass bis zum 28. Februar ebenfalls eine Einfachrunde starten soll, um so die Saison zu Ende spielen zu können. Falls dies nicht möglich sein sollte, wird die Saison komplett abgebrochen, es gäbe dann weder Auf- noch Absteiger.

Die Beschränkungen für den Amateursport treffen auch die Friedberger Handballer hart. „Wir hoffen, dass wir Ende Februar dann in einen wie auch immer gearteten Spielbetrieb starten können“, sagt Dirk Kreutzburg. „Für die Maßnahmen der Politik und des bayrischen Handballverbandes haben wir alle vollstes Verständnis. Hoffentlich ist diese herausfordernde Zeit bald vorbei.“

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