Newsticker

Zahl der Corona-Infizierten in München sinkt unter kritischen Wert

28.06.2009

Viel gewagt, alles gewonnen

Der Jubelschrei kam aus vielen Hundert Kehlen. Als Richard Gardner vom Augsburger PSV im Stechen das letzte Hindernis, einen 1,50 Meter hohen Steilsprung, gemeistert hatte, wusste das Publikum - das musste der Sieg gewesen sein. Der Neuseeländer aus dem Stall Jennissen war förmlich über die sechs Hindernisse mit ihren sieben Sprüngen geflogen, war mit seinem Pferd HFB Sonora enge Wege gegangen, hatte sehr viel riskiert und letzten Endes alles gewonnen.

Das S-Springen mit Stechen, der "Große Preis von Kissing" war wie alle Jahre sicher der sportliche Höhepunkt der Turniertage des RV Mergenthau-Kissing. Es war schon bemerkenswert, was da alles an schwäbischen, bayerischen und deutschen Meistern sowie international erfahrenen Reitern an den Start ging. Karl Heuschmid, der die Zuschauer am Mikrofon sachkundig ins Bild setzte, kam bei manchem Starter mit dem Aufzählen der Titel kaum nach. Und auch der Regen konnte die tolle Atmosphäre nicht trüben.

Sehr hohe Ansprüche

Die Anforderungen, die an Ross und Reiter gestellt wurden, waren schwer, sehr schwer, aber keinesfalls unfair. "Die waren gestern beim S-Springen so gut, dass man wirklich noch einmal ein bisschen mehr fordern darf", meinte Parcourschef Josef Schummer. Einen Parcours mit 460 anspruchsvollen Meter hatten er und Friedrich Hagedorn zusammen mit ihren Helfern aufgebaut. Elf Hindernisse mit 13 Sprüngen galt es zu überwinden - darunter eine dreifache Kombination, deren mittleres Hindernis 1,45 Meter hoch war, oder eine Triple-Barre mit der stolzen Tiefe von 1,80 Metern. Wie hochkarätig besetzt das Kissinger Turnier mittlerweile ist, zeigt die Tatsache, dass doch 13 Reiter einen fehlerfreien Umlauf schafften. Andererseits gaben fünf Reiter auf, um ihr Pferd zu schonen. Bei so manchem Abwurf stockte dem Publikum der Atem, so manches Raunen ging durchs Rund, wenn Stangen heftig touchiert wurden und doch nicht fielen.

Viel gewagt, alles gewonnen

Zwölf Reiter gingen dann ins Stechen, Edwin Schmuck, der es mit zwei Pferden geschafft hatte, verzichtete einmal. Die ersten fünf leisteten sich alle Fehler - auch Nanni Jennissen, die unmittelbar vor dem S-Springen noch das Goldene Reitabzeichen überreicht bekommen hatte. Und dann kam der Auftritt von Richard Gardner, der fulminant ritt, ohne Fehler blieb und mit 32,97 Sekunden eine Richtzeit setzte, an die kein anderer mehr herankommen sollte. Unmittelbar nach Gardner ging Simone Blum aus Massenhausen in den Parcours. Auch sie zeigte eine hervorragende Vorstellung, blieb auf Sam ohne Fehler - war aber mit 35,15 Sekunden mehr als zwei Sekunden langsamer als der Neuseeländer. Und noch zwei blieben im Stechen ohne Abwurf: Dietmar Bschorr jun. (Holzheim) auf Peron und Patrick Afflerbach (Fohlenhof Königsbrunn) auf Alcantara. Aber beide gingen auf Sicherheit und waren mit 43,61 bzw. 45,57 Sekunden keine Gefahr mehr für den Sieger.

So blieb der Preis - ein schöner Pokal und 450 Euro -, die vom Autohaus Müller & Klöck gestiftet und von Franz-Peter Jennissen überreicht wurden, letztlich "in der Familie", wie es Karl Heuschmid formulierte.

Die Kissinger Turniertage lockten in diesem Jahr über 3000 Zuschauer auf die idyllische Anlage und wieder einmal lief alles unfallfrei ab. "Wir sind froh und erleichtert, dass es so toll geklappt hat", freute sich die neue Vorsitzende des Vereins, Stephanie Zeyfang-Schötz.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren