Fußball-Nachlese

06.10.2014

Ziemlich trüber Spieltag

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Deprimiert den Ball aus dem eigenen Kasten holen mussten dieses Wochenende relativ viele Mannschaften des Altlandkreises Friedberg – wie hier der TSV Mühlhausen. Der dauernde Hochnebel scheint auf das Gemüt geschlagen zu haben.
Bild: Peter Kleist

Der Hochnebel scheint sich besonders auf die Gemüter der Landkreisteams geschlagen zu haben. Nur Kissings Trainer Sören Dreßler ist nahezu vollkommen zufrieden

Späte Tore, die noch Punkte kosteten, erstaunlich viele Eigentore und eine insgesamt schlechte Bilanz für die Mannschaften des Altlandkreises Friedberg, all das prägte den vergangenen Spieltag. Den Vogel schoss dabei der SV Wulfertshausen ab, der mit 0:9 beim VfR Foret in der Kreisliga Augsburg unterlag. Entsprechend angefressen war Trainer Bastian Schaller auch: „Das war indiskutabel.“ Wenn man schon wisse, dass viele Spieler die Woche über grippekrank waren und vier davon trotzdem spielen mussten, dann müsse man spätestens nach dem 0:3 zusehen, „hinten den Laden dicht zu kriegen.“ Auch Schaller laborierte an einem Magen-Darm-Virus und konnte so nur zusehen. „Der Ayhan Kara-Idris von Foret ist schon eine Waffe, keine Frage. Aber unsere Abstimmungsprobleme sind schon extrem ärgerlich.“ Da kann sich die Mannschaft auf das Training und die Nachbereitung freuen.

Eine bärenstarke Leistung

Eitel Sonnenschein herrscht dagegen in Kissing. „Es war eine gute Reaktion auf die Niederlage der Vorwoche“, so Trainer Sören Dreßler. Seine Mannschaft sei sofort im Spiel und sehr dominant in der ersten Halbzeit gewesen. Die beiden Treffer von Gottwald und Koch seien zum richtigen Zeitpunkt gefallen, wenn der KSC auch leicht höher hätte führen können. Dass die Elf dann einen Gang zurückgeschaltet hat, stört ihn auch nicht, „wir haben trotzdem sehr, sehr gut gegen den Ball gearbeitet.“ Germaringen bekam nahezu keine Chance. Alles in allem attestiert der Ex-Profi dem Bezirksliga-Team ein „fast optimales Spiel“.

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Nur marginal niedriger liegt die Zufriedenheitsquote bei Merings Trainer Günter Bayer. Denn nach Jahren des Darbens und teilweise krasser Niederlagen gelang endlich mal ein Sieg in Fürstenfeldbruck. Die „bärenstarke Leistung, die auf einer tollen Einstellung basiert“ wurde auch gleich noch auf der Wiesn gefeiert – quasi im Vorlauf zu den großen Bayern aus München. „Leider ist es auch wieder a bisserl spannend geworden vor dem Schlusspfiff. Aber anscheinend will meine Mannschaft den steinigen Weg gehen, dann gehen wir ihn halt gemeinsam“, sagt Coach Bayer mit feiner Ironie. Vom Spielverlauf her hätte Mering problemlos früher alles klar machen und das Match höher gewinnen können. „Würden wir nur 50 Prozent unserer Großchancen verwerten, würden wir mindestens einen Platz weiter oben stehen.“ Trotzdem freut er sich, dass es dem MSV vergönnt ist, diesen Sieg ganz lange zu genießen, ehe es am Sonntag gegen Angstgegner FC Memmingen II geht.

Dann ist da noch der TSV Dasing, der sich über einen klaren Dreier freuen durfte – etwas relativiert dadurch, dass das 5:0 beim Tabellenletzten und bislang abgeschlagen schwächsten Team der Liga, dem TSV Friedberg II, gelang. Alles andere versank dieses Wochenende im Trüben: Der FC Stätzling kassierte nach neun teils sehr erfolgreichen Begegnungen ein Niederlage beim schwäbischen Nachbarn. Trainer „Bobby“ Riedl trauert zum einen nicht genutzten Riesen-Chancen nach. Er sagt aber auch: „Hätte der Schiedsrichter annähernd Normalform gehabt, wäre es ein Unentschieden geworden.“ Daniel Brunner hatte zum einen das klare Abseitstor von Jaut anerkannt, auf der anderen Seite aber dem Treffer von Markus Rolle dieses verweigert, obwohl dieser laut Riedl nicht abseits war. Auch widmete der Referee sich lieber einem mosernden Augsburger Zuschauer, den er des Platzes verwies, als den Gelb-belasteten Lopacanin des Feldes zu verweisen, der zuvor Rolle an der Außenlinie brutal gefällt hatte. Riedl gibt aber auch zu, dass es die Augsburger Schwaben geschickt schafften, die Stätzlinger in ihrer Spielentwicklung zu stören. „Das hat ihnen zwar sieben Gelbe Karten eingebracht, uns haben sie aber auch den Schneid abgekauft“, so der FCS-Trainer.

Die schwächste Halbzeit der bisherigen Saison attestierte Willi Gutia seinem jungen Team vom TSV 1862 Friedberg. „Gegen den TSV Haunstetten waren wir komplett von der Rolle.“ In Phase zwei der Begegnung fing man sich dann, kassierte trotzdem das 0:3 und hatte dann wieder Riesenchancen zum Anschluss. „Wir haben das Glück nicht und dann kommt wie immer Unvermögen dazu“, sagt Gutia. Wobei wenigstens dem Sturm mal wieder ein Treffer gelang durch Marcel Pietruska – wenn auch nur per Foulelfmeter. Das letzte Tor des TSV datiert vom 29. August.

Insgesamt fällt aber auch die relativ hohe Anzahl an Eigentoren auf. MeringsManuel Müller zwang Fürstenfeldbrucks Christian Rodewald zu so einem Malheur, Christian Kamm vom TSV Friedberg II machte eines zugunsten der Dasinger, Marco Hanakam von den Sportfreunden Friedberg II brachte den TSV Hollenbach II in Führung; der SV Ottmaring II profitierte in der A-Klasse Aichach von einem und kam so gegen Gundelsdorf wenigstens zu einem Zähler. Verärgert hat sich der TSV Merching gemeldet: Den Ausgleich im Derby gegen den BC Rinnenthal II habe nicht Alex Vötter, sondern Thomas Seidel erzielt. Und es seien auch nicht 30 Zuschauer gewesen, sondern deren 120 beim Topspiel der B-Klasse Aichach.

Überhaupt gab es auch einige Begegnungen, die in der Schlussphase noch kippten. Etwa die knappe Niederlage der „Ostler“ in Inchenhofen, das 3:3 der „Zweiten“ in Hollenbach, Kissings Zweite unterlag per „lucky punch“ in Lechhausen oder Bacherns 1:2 gegen Weilach fiel erst recht spät. Nur der SV Mering II hatte das Glück des Tüchtigen bei der MBB SG Augsburg – und einen Alexander Reich, der nie aufgibt.

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