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Stadtwerke Augsburg sorgen für mehr Sicherheit im Trinkwassernetz von Kissing

Kissing

„Wir haben nicht unser Trinkwasser verkauft“: Drei Jahre Kooperation mit den Stadtwerken Augsburg

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    Das Kissinger Wasserwerk ist gegen unbefugtes Betreten und für den Katastrophenfall gerüstet.
    Das Kissinger Wasserwerk ist gegen unbefugtes Betreten und für den Katastrophenfall gerüstet. Foto: Anna Katharina Schmid, Archiv

    Massive Probleme bei der Trinkwasserversorgung in Kissing veranlassten die Gemeinde vor drei Jahren dazu, den Betrieb des Wasserwerks an die Stadtwerke Augsburg (SWA) abzugeben. Dass es kein leichter Schritt war, ist noch heute herauszuhören. „Wir haben nicht unser Trinkwasser verkauft!“, betonte Bürgermeister Reinhard Gürtner bei der jüngsten Präsentation der SWA im Bauausschuss. Demnach wurde die Sicherheit im Wasserwerk deutlich erhöht.

    „Unser Lebensmittel Nummer 1 ist uns auch wichtig“, so Gürtner. Moritz Schönwälder von den SWA berichtete, was sich getan hat. Eine wichtige Rolle spielt die so genannte UV-Anlage, die die SWA in Betrieb genommen haben. Sie dient der Desinfektion des Wassers. Mithilfe von ultraviolettem Licht werden effektiv und chemiefrei eventuell im Wasser vorhandene Bakterien inaktiviert. „In Kissing läuft die UV-Anlage prophylaktisch durchgehend, damit alle das Wasser zu jeder Zeit hygienisch einwandfrei genießen können“, so Schönwälder.

    Stadtwerke richten Fernüberwachung fürs Kissinger Wasserwerk ein

    Außerdem wurde die Anlagensteuerung an die SWA-Leitstelle in Augsburg angebunden. So ist eine Fernüberwachung rund um die Uhr möglich. Nur angemeldete Personen haben Zugang zum Wasserwerk: „Sobald jemand die Anlage betritt, gibt es einen Alarm“. Zudem wurden für den Katastrophenfall Anschlussmöglichkeiten für den Notstrom geschaffen – dazu soll bald noch ein Testlauf stattfinden.

    Befasst haben sich die SWA auch mit der Zukunft des Trinkwasserbrunnens, für den das Wasserrecht 2030 ausläuft. Keine einfache Angelegenheit: von vier möglichen neuen Standorten kommt nur einer überhaupt in Frage. Doch auch dieser wäre wegen der Eigentumsverhältnisse äußerst schwer umzusetzen. Die SWA wollen deswegen darauf setzen, die Rechte für den bestehenden Brunnen noch einmal zu verlängern.

    Am Kissinger Hochbehälter laufen derzeit Instandsetzungsarbeiten, die nicht aufschiebbar sind. „Trotzdem arbeiten wir weiter an den Plänen für einen Ersatzneubau in Kissing“, so Schönwälder.

    Acht Wasserrohrbrüche in einem Jahr in Kissing

    Einiges zu tun gab es auch wieder im Trinkwasserrohrnetz. Acht Wasserrohrbrüche haben die SWA im vergangenen Jahr behoben. Vertraglich sei die Firma Heisserer verpflichtet worden, in solchen Fällen innerhalb von maximal zwei Stunden zu erscheinen. Ziel ist es, das marode Leitungsnetz in Kissing nach und nach zu erneuern, jährlich mindestens ein Prozent. Schönwälder berichtete, dass 2025 mit 1,2 Prozent die Quote gut erfüllt wurde. Für dieses Jahr sei sogar noch ein bisschen mehr geplant, so dass man nach und nach die Sanierungsrückstände aufhole.

    Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Müllegger-Steiger erkundigte sich nach den Kosten für einen neuen Hochbehälter. Laut Schönwälder muss erst eine Vorplanung erstellt werden, in der man sich darauf festlege, welche Dimensionen der Hochbehälter haben soll. Erst dann könne man Aussagen über die Kosten treffen. Das soll in den kommenden Monaten passieren.

    Silvia Rinderhagen, Fraktionschefin der SPD, sprach den Trinkwasserbrunnen am Weitmannsee an und wollte wissen, ob Licca liber sich auf die Verlängerung negativ auswirken könnte. Die SWA seien in enger Abstimmung mit den Behörden. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Brunnen verlängert wird mit der Auflage, dass die UV-Anlage läuft - was ja jetzt schon der Fall ist“, so der SWA-Experte.

    Katharina Eigenmann (Grüne) fragte nach, ob es einen längerfristigen Plan gebe, wann in Kissing welche Leitungen erneuert werden. Schönwälder erklärte, dass die Straßen Kissings nach Prioritäten kategorisiert werden. Vor allem in Alt-Kissing sei der Sanierungsbedarf hoch. Sein Kollege Florian Killer ergänzte: „Im Moment gehen uns die Projekte, die hochdringend sind, nicht aus. Aber später soll es auch einen Mehrjahresplan geben“.

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