Mit gut 1000 Zuschauerinnen und Zuschauern, idealen Wetterbedingungen und über 1230 verkauften Holzschiffchen bekamen die Merchinger Freien Wähler bei ihrem zehnten Paar-Rennen am Vatertag eine große Resonanz. Die Regattastrecke von der Oberen Mühle bis zur unteren Paarbrücke wurde für einen Nachmittag lang zum Schauplatz eines Wettkampfes der besonderen Art.
Bis eine halbe Stunde vor dem Start ließ sich beim Verladen der Schiffchen eine logistische Hochleistung beobachten. Sie wurden in einer großen Frontladerschaufel gesammelt, der die gesamte Flotte mit seiner Crew an den Start brachte. Letzte Tipps für die ideale Startposition gab es von Anführer Bruno Grabmann. Auf dem Weg kontrollierten Schiffseignerinnen und -eigner ein letztes Mal, ob die Besitzkarten gut befestigt waren – denn ohne sie konnte später der Preis nicht abgeholt werden. Bürgermeister Helmut Luichtl brachte seine Flotte mit 20 Schiffchen wie einige andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigenhändig an Ort und Stelle.
Die Zuschauer verfolgen die Schiffchen von den Brücken
1150 Holz-Jachten wurden am Ende von Kommentator Bernd Waitzmann gezählt, einige Zuschauerinnen und Zuschauer bewunderten die zum Teil kunstvoll gestalteten Schiffchen. Manch einer hätte allein dafür einen Preis verdient gehabt. Um Punkt 13 Uhr setzte Bruno Grabmann zum Startschuss an – doch in letzter Sekunde wurde der Start durch letzte Nachmeldungen gestoppt.
Kurz darauf gab es kein Halten mehr: Unter begeisterten Rufen der Zuschauerinnen und Zuschauer rauschten die Schiffchen gemeinsam in die Paar. Aufgeregt wurden die Boote durch die Zweige und von den wenigen Brücken aus beobachtet – und nach knapp 15 Minuten konnte das erste Schiffchen mit dem Namen „Noah“ von der Crew ins Trockene gebracht werden. Die Merchingerin Josefine Nebel hatte nicht mit einem Sieg gerechnet und fand sich deshalb verspätet ein. Das Schiffchen hatte sie für ihren elf Monate alten Enkel Noah gekauft und wählte unter den Preisen deshalb ein Fahrrad, das ihr Enkel sicher einmal gut brauchen kann.
Den zweiten Preis und eine Ballonfahrt erkämpfte sich das Schiff von Christine Schöpf, die mit den Meringer Wallfahrern unterwegs war. Dritter wurde Lorenz Pfannes, der sich über FCA-Karten freute. Seine Mama verriet, dass sie das Schiff ganz spontan am Renntag gekauft hatten.
Auch eine Meringerin knackt die Marke von 15 Minuten
Während die Schiffseignerinnen und -eigner bei Eis, Kuchen und Bier ihren Erfolg feierten oder sich mit Leckereien ein wenig trösteten, bot der Juki-Verein eine Leserunde an. Die Crew der Freien Wähler war indes auf Hochtouren beschäftigt, die nunmehr auf 1350 Stück gewachsenen Schiffchen für den zweiten Start vorzubereiten. Obwohl es beim zweiten Durchgang die gleichen Preise zu gewinnen gibt, fanden sich am Start deutlich weniger Zuschauerinnen und Zuschauer ein – die Spannung im Zieleinlauf war jedoch ungebrochen.
Den Augen der Rennleitung entgingen auch die Manipulationsversuche einiger junger Zuschauer mit Stöckchen nicht. Nicht zu stoppen war das Boot der Meringerin Karin Albert, die sich mit einer starken Zeit von 14:33 Minuten den Sieg sicherte. Auch sie wählte ein Fahrrad für ihre Enkel. Über FCA-Karten freute sich die zweitplatzierte Schmiechener Familie Schalla, der dritte Platz und eine Ballonfahrt gingen an Fabian Ruppert, der sein Boot im FCA-Style bemalt hatte und seinen Gewinn mit seinem Papa stolz entgegennahm.
Die weiteren Preisträgerinnen und -träger konnten sich über Bücher, Kinokarten oder Essensgutscheine freuen. Wer kein siegreiches Schiffchen ins Rennen geschickt hatte, spendete mit seiner Teilnahme für einen guten Zweck.
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