Vorlesewettbewerb: Grundschülerin Alia Lindermeir überzeugt die Jury in Mering
Mering
Alia Lindermeir liest sich an die Spitze des Landkreises
Mit ihrem Vortrag aus „Frau Honig und das Glück der kleinen Dinge“ überzeugt die Rehlinger Grundschülerin Jury und Publikum. Wie ein außergewöhnliches Kindermädchen den Sieg sichert.
Alia Lindermeir begeisterte mit ihrem Vortrag aus „Frau Honig und das Glück der kleinen Dinge“ und wurde zur besten Vorleserin des Landkreises gekürt.Foto: Christine Hornischer
In der Aula der Meringer Luitpold-Schule herrscht eine Mischung aus Nervosität und Vorfreude – es ist der Moment der Entscheidung beim Vorlesewettbewerb des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) für die vierten Klassen im Landkreis Aichach-Friedberg. Die Schlussveranstaltung hat begonnen. Mit rhythmischen Trommelklängen begrüßen die kleinen Hausherrinnen und -herren ihre zahlreichen Gäste.
Die Finalistinnen und Finalisten nehmen in einer Reihe Platz. Ein leises Murmeln liegt in der Luft, durchzogen vom Rascheln der Seiten und dem gelegentlichen Räuspern. Bücher liegen griffbereit auf ihren Knien, manche mit Eselsohren, andere sorgfältig mit Lesezeichen versehen. Die Kinder haben bunte Schilder gemalt, um ihre Klassenkameraden anzufeuern. Darauf stehen Ausrufe wie „Du kannst das“ oder „Wir glauben an dich“.
Teilnehmer beim Vorlesewettbewerb in Mering erwecken Geschichten zum Leben
Zunächst treten alle sechs Schulsieger an. Sie haben sich bereits bei früheren Vorentscheidungen durchgesetzt. Sie lesen in der ersten Runde ihren bekannten, vorbereiteten Text. In der zweiten Runde müssen sie je drei Minuten einen fremden Text aus der Bücherreihe „Frieda“ von Sabine Ludwig vortragen. Noch einmal wird tief durchgeatmet, ein letzter Blick ins Publikum – dann tritt der erste Teilnehmer hervor.
Niklas Bojko von der Grundschule Friedberg-Süd macht den Anfang. Die Figuren der Geschichte erwachen zum Leben. Man vergisst für einen Moment, dass hier gelesen wird – es fühlt sich an, als wäre man mitten im Geschehen. Da faucht der Werwolf aus der Unendlichen Geschichte oder das Gulasch aus Kathas Katastrophen richtet Unheil an. Die Zuhörerinnen und Zuhörer folgen gebannt, lachen an den richtigen Stellen, halten den Atem an, wenn es dramatisch wird.
Die Jury mit den Ehrenjuroren Klaus Metzger und Peter Burnhauser, Vorsitzender der Raiffeisenbank Wittelsbacher Land, notiert aufmerksam, tauscht hin und wieder Blicke aus. Es geht um mehr als fehlerfreies Lesen: Betonung, Ausdruck, Interpretation – all das fließt in die Bewertung ein. Jeder Beitrag ist einzigartig, jede Stimme bringt ihre eigene Farbe mit.
Schüler erhalten beim Vorlesewettbewerb ordentlich Applaus
Als die letzte Passage verklingt, dauert es einen Augenblick, bis der Applaus einsetzt – dann aber kraftvoll und langanhaltend. Die Anspannung löst sich ein wenig, vorsichtige Lächeln huschen über die Gesichter der Teilnehmenden. Als sich die Jury zur Beratung zurückzieht, unterhalten die Schülerinnen und Schüler der Luitpold-Schule mit einem Kanon. „Froh zu sein bedarf es wenig“ erklingt aus vielen begeisterten Mündern.
Beim Vorlesewettbewerb hatten die Kinder bunte Schilder gemalt, um ihre Klassenkameraden anzufeuern.Foto: Christine Hornischer
Schließlich tritt die Wettbewerbsleitung ans Mikrofon. Die Entscheidung ist gefallen. Noch einmal wird es ruhig im Saal, fast greifbar die Spannung. Dann fällt der Name der Gewinnerin. Alia Lindermeir von der Grundschule Rehling liest an diesem Tag am besten im gesamten Landkreis. Mit ihrem Vortrag aus „Frau Honig“ überzeugt sie die Jury ebenso wie das Publikum auf ganzer Linie. Klar in der Stimme, sicher im Ausdruck und mit feinem Gespür für Tempo und Stimmung gestaltet sie ihren Text so lebendig, dass die Zuhörenden gebannt folgen. Am Ende steht fest: Sie geht als klare Siegerin aus dem Wettbewerb hervor.
Doch an diesem Nachmittag geht es um mehr als nur den ersten Platz. Es ist die Feier der Sprache, der Geschichten und der Stimmen, die sie zum Leben erwecken. Landrat Klaus Metzger, der noch zwei Wochen im Amt ist, fasst den Nachmittag zusammen: „Heute sind wir alle Sieger.“
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