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Studie

03.12.2019

2030 soll es nur noch halb so viele Bankfilialen geben

Kostet das Geldabheben an Automaten in Zukunft in allen Kontomodellen Gebühren?
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Banken haben in den vergangenen Jahren tausende Zweigstellen geschlossen. Der Trend wird sich wohl fortsetzen.

Verbraucher müssen sich auf weniger Bankfilialen in ihrer Nähe einstellen. Denn die Banken in Deutschland stehen vor einem Dilemma. Weil immer weniger Kunden in ihre Filialen kommen, lohnen sich die Niederlassungen vor Ort immer weniger. Die Finanzbranche steht wegen der niedrigen Zinsen und der Konkurrenz durch neue Anbieter wie Direktbanken und sogenannte Fintechs, Anbieter von Finanzdienstleistungen im Internet, ohnehin vor großen Herausforderungen. Die Folge ist, dass fast alle Banken die Zahl ihrer Filialen in den vergangenen Jahren drastisch reduziert haben. Nach Zahlen des Bankenverbands haben die deutschen Institute von 2008 bis 2018 rund 12.000 Filialen oder rund ein Drittel ihrer Standorte geschlossen. Nach einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman, dürfte sich dieser Trend in den kommenden zehn Jahren sogar noch verschärfen.

In manchen Regionen arbeiten verschiedene Banken bereits zusammen

Von den rund 29.700 Bankfilialen im Jahr 2018 könnten demnach im Jahr 2030, mit 15.800 Standorten, nur noch etwas mehr als die Hälfte übrig bleiben. Das Problem für die Banken ist: Für einen Großteil der Kunden ist die Bankfiliale vor Ort der wichtigste Anker in ihrer Beziehung zu ihrer Bank. Wenn die wegfällt, sind nach der Studie 42 Prozent der Kunden bereit, die Bank zu wechseln. Und damit steht noch mehr Ertrag auf dem Spiel.

Die Banken müssen sich etwas einfallen lassen, um diesen Spagat zu meistern. Die Bereitschaft, dafür ungewöhnliche Wege zu gehen, wächst. So arbeiten Sparkassen und Volksbanken in ländlichen Regionen bereits zusammen, betreiben etwa gemeinsame Geldautomaten. In Hessen gehen die Institute noch weiter: Die Frankfurter Volksbank und die Taunus Sparkasse planen eine großflächige Zusammenlegung ihrer Filialen. Am Donnerstag vor Weihnachten geht es los, dann eröffnet in Bad Soden im Taunus die erste, neu konzipierte gemeinsame Filiale. An später 17 Standorten sollen gemeinsame Filialen an jeweils zwei Tagen mit Volksbank-Mitarbeitern und an zwei anderen mit Sparkassen-Mitarbeitern besetzt sein. Gemeinsame SB-Stellen sind an weiteren Standorten geplant.

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06.12.2019

Wer braucht denn heute noch ernsthaft eine Bankfiliale. Ich zumindest seh1 sehr selten. 1x-2x im Jahr bekomme ich einen Verrechnungsscheck, aber sonst?

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