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Ratgeber

08.07.2019

70 Prozent aller Katzen von Spulwürmern befallen

Praktisch alle Katzen, die ins Freie dürfen, haben Spulwürmer im System. Deshalb sollten Besitzer sich überlegen, wie sie damit umgehen.
Bild: stock.adobe.com (Symbolbild)

Etwa 70 Prozent aller Katzen sind von Spulwürmern befallen, was oft unbemerkt bleibt. Tierbesitzer sollten das Problem kennen und sich darum kümmern.

Falls Sie beim Lesen gerade etwas Feines essen und ein bisschen empfindlich sind, bewahren Sie diesen Artikel lieber für später auf. Aber ich kann Ihnen das nicht ersparen: Als Tierbesitzer muss man sich hin und wieder mit Dingen auseinandersetzen, die nicht in die „Mei, wie lieb!“-Kategorie, sondern eher in die „Pfui Teufel“-Rubrik fallen. Da hilft alles nichts. Heute im Programm: Spulwürmer bei Katzen.

Als Merlin etwa ein halbes Jahr alt war, machte sich seine Besitzerin zunehmend Sorgen. Der junge Kater war immer dünner geworden, das Fell hatte seinen Glanz verloren, er war oft müde, und auch mit der Verdauung passte etwas nicht. Eines Morgens erlebte die Tierfreundin einen Anblick, der sie zutiefst erschreckte. Merlin hatte sich übergeben, auf dem Boden sah sie „einen Haufen weißer, langer Würmer. Wie Spaghetti, die sich bewegen“.

70 Prozent der Katzen tragen Spulwürmer in sich

Was die Katzenbesitzerin zu Gesicht bekommen hat, sind Spulwürmer. Bis zu 70 Prozent der Samtpfoten mit Freigang tragen diese Parasiten in sich. Ihre Entwicklung ist faszinierend: Mit dem Kot einer infizierten Katze werden Spulwurmeier ausgeschieden – und zwar in unvorstellbaren Mengen. Jedes Spulwurmweibchen produziert täglich bis zu 200.000 Stück davon. Diese Eier überleben jahrelang im Freien. Knabbert eine Maus an Grashalmen, Samen oder Wurzeln, nimmt sie die Eier auf. Frisst nun eine Katze die Maus, gelangen die Eier in den Dünndarm der Katze. Dort angekommen schlüpfen die Larven und dringen in die Darmschleimhaut ein.

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Manche Arten bleiben dort, wachsen zu Würmern heran und wandern in den Darm zurück. Manche Arten aber krabbeln als Larven weiter in die Blutgefäße, die in Richtung Leber laufen. Von dort geht die Reise nach einer Zwischenstation im Herz in die Lunge. Durch die Luftröhre werden die Spulwurmlarven in den Rachenraum hochgehustet und lassen sich dann mit dem Speichel in den Magen-Darm-Trakt schlucken. Jetzt sind sie endlich am Ziel, die Larven entwickeln sich zu ausgewachsenen Würmern, die bis zu zehn Zentimeter lang werden. Sie bleiben im Darm und produzieren Eier, die mit dem Kot der Katze in die Umwelt gelangen. Der komplizierte Zyklus beginnt von vorn.

Meistens bleiben Spulwürmer unbemerkt

Als wäre diese massive Verbreitungsart noch nicht genug, hat der Katzenspulwurm noch einen weiteren Trumpf im Ärmel: Die Larven können sich dauerhaft in vielen Körperregionen ansiedeln, etwa im Gesäuge. So kommt es, dass sich neu geborene Katzenkinder mit der ersten getrunkenen Milch mit Spulwürmern anstecken.

Symptome wie Merlin haben nur jene Katzen, die besonders stark befallen oder bereits geschwächt sind. Meistens bleiben Spulwürmer unbemerkt. Verhindern lässt sich eine Infektion bei Freigängern grundsätzlich nicht, und nach jeder Wurmkur stecken sich die Katzen schnell wieder an. Weil es aber noch andere Würmer gibt, sollten Sie einen individuellen Entwurmungsplan mit Ihrem Tierarzt besprechen. Wie oft genau und mit welchen Medikamenten, ist von Tier zu Tier verschieden.

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