Newsticker
Inzwischen mehr als zehn Millionen Corona-Impfungen in Bayern
  1. Startseite
  2. Geld & Leben
  3. Abfall: Biomüll richtig verwerten: Das passiert mit dem Abfall

Abfall
22.09.2018

Biomüll richtig verwerten: Das passiert mit dem Abfall

In jedem Haushalt fällt viel Biomüll an.
Foto: Adobe Stock

Egal ob beim Kochen oder im Garten, überall fällt Bioabfall an. Aber was passiert mit den Resten, nachdem sie in die Tonne kommen?

Jeder Deutsche produziert im Jahr 123 Kilogramm Biomüll. Dazu zählen Küchenabfälle genauso wie Gartenabfälle – also Laub, Rasenschnitt oder ausgeharktes Unkraut. Das meiste davon landet in der Biotonne. Aber was wird dann aus dem Biomüll und wie kann man den organischen Abfall selber verwenden? Ein Überblick:

Was passiert mit Abfällen, die man in die Biotonnen schmeißt?

Seit 2015 gibt es in Deutschland die Pflicht, Biomüll getrennt zu sammeln. Er darf also nicht einfach in die Restmülltonne geschmissen werden. Allerdings haben einige Kommunen dieses Gebot noch nicht umgesetzt. Dass Biomüll getrennt weggeworfen werden soll, hat vor allem den Grund, dass er sich noch gut weiterverarbeiten lässt – zu Kompost, Energie und Wärme. Wenn die jeweilig zuständigen Abfallbetriebe den Müll abholen, kommt er entweder in eine Kompostierungsanlage, wo er in kürzerer Zeit als im Garten möglich zu Kompost verarbeitet wird. Oder er kommt in eine Biogasanlage. Dort wird der Abfall erst vergoren. Dabei entsteht Biomethan, das entweder ins Erdgasnetz eingespeist werden kann oder verwendet wird, um Blockkraftheizwerke zu betreiben. Diese erzeugen Strom und Wärme. Ist der Müll vergoren, können die flüssigen Bestandteile als Dünger in der Landwirtschaft verwendet werden. Die festen Bestandteile werden kompostiert und dann ebenfalls als Dünger auf Feldern eingesetzt.

Also muss der Bioabfall immer in die Tonne?

Nein. Wer einen Garten hat, kann ihn auch auf dem eigenen Kompost sammeln. Auch hier wird er zu nährstoffreichem Humus verwandelt. Allerdings sollte man dabei ein paar Dinge beachten. Zum einen sollten nicht alle Abfälle auf den Kompost geworfen werden. So rät etwa Magnus Wessel, der sich beim Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) um das Thema Kompost kümmert, keine Küchenabfälle auf den Kompost zu werfen. Diese würden häufig Ratten anlocken. Das Umweltbundesamt schreibt dagegen in seiner „Kompostfibel“, dass sehr wohl Küchenabfälle auf dem Kompost landen dürfen. Allerdings nur Obst- und Gemüsereste, Kaffee- und Teefilter und Eierschalen. Fleisch-, Wurst-, Fischreste und Knochen seien dagegen nicht für den Kompost geeignet, weil die erforderlichen Temperaturen nicht erreicht werden, um Bakterien abzutöten und die Reste zu zersetzen.

Was darf nicht auf den Kompost?

In bedingter Menge sind laut „Kompostfibel“ auch nur die Schalen von Südfrüchten geeignet. Diese werden vor dem Transport häufig mit pilztötenden Substanzen behandelt. Das beeinträchtigt den Verrottungsprozess. Auch Papier- und Pappe, Kleintierstreu und Holzasche sind nur in kleinen Mengen erlaubt, um den Prozess nicht zu stören. Gar nicht sollten dagegen kranke Pflanzenteile, Schlamm aus der Dachrinne, Staubsaugerbeutel oder behandelte Holzplatten in den Kompost.

Kann man auch ohne Garten einen Kompost anlegen?

Ja, auch das ist möglich, und zwar mit einer sogenannten Wurmkiste. Das ist eine Box, die man in die Küche, auf den Balkon, in den Keller oder die Garage stellen kann, und in der Kompostwürmer die anfallenden Küchenabfälle zu Kompost verarbeiten. Auch dabei gibt es aber einiges zu beachten. Die Würmer sind eher wie Haustiere. Sie müssen also regelmäßig mit Abfall „gefüttert“ werden. Zudem sollte der Abfall nicht zu feucht und zu trocken sein. Während die Würmer die Abfälle zersetzen, entsteht zum einen eine Flüssigkeit, der sogenannte Wurmtee. Sie muss regelmäßig abgezapft werden, damit die Masse nicht zu feucht wird. Der Tee kann als Dünger oder Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Nach einiger Zeit entsteht außerdem Humus, der ebenfalls als Dünger zu Pflanzen gegeben werden kann.

Mehr Informationen: Wer wissen möchte, wie man kompostiert, kann sich hier die Kompostfibel herunterladen: www.umweltbundesamt.de/publikationen/kompostfibel. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man eine Wurmkiste selber baut, finden Sie hier: www.kompostherstellung.de/wurmbox-wurmfarm-fuer-unter-20e-selbst-bauen

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.