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Strompreis

18.06.2020

Abzocke bei Solarstromanlagen: Worauf Sie achten müssen

Bei vermeintlich billigen Komplettpaketen sollte man genau aufpassen: Oft tauchen im Anschluss versteckte Kosten auf.
Bild: womue, Adobe Stock

Den eigenen Strom mit einer Solaranlage selbst zu erzeugen ist gut fürs Klima und meist auch für den Geldbeutel. Doch nicht jedes Angebot hält, was es verspricht.

Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach selbst Strom zu produzieren lohnt sich in der Regel und ist noch dazu gut fürs Klima. Das erkennen immer mehr Hausbesitzer. Das steigende Interesse am Solarstrom Marke Eigenproduktion lockt aber auch unseriöse Geschäftemacher an. Letztere setzen mitunter sogar Drückerkolonnen ein, um Hausbesitzer zu schnellen Geschäftsabschlüssen bei Photovoltaikanlagen zu bewegen.

Solarstromanlage: Vorsicht bei Komplettpreisen

Aber bei der Entscheidung für eine Solarstromanlage handelt es sich um eine langfristige Investition, die sich nur dann rechnet, wenn die Anlage zuverlässig funktioniert und im Bedarfsfall auch ein Handwerker verfügbar ist, der notwendige Reparaturen ausführen oder Garantiefälle abwickeln kann. Daher sollte man sich auf keinen Fall unter Druck setzen lassen und das Angebot genau unter die Lupe nehmen.

Es gilt: Vorsicht bei scheinbar attraktiven Komplettpreisen. Die einzelnen Posten des Angebots und der Anlage sind dabei häufig nicht transparent. Mitunter stellt sich erst nach Vertragsabschluss heraus, dass beispielsweise Anschluss und Anmeldung im Preis nicht enthalten sind. Tauchen plötzlich versteckte Kosten auf, ist das mehr als ärgerlich.

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Was Sie über Wechselrichter, Batterietechnik und Einspeisung wissen sollten

Wer beim Wechselrichter sparen will, muss wissen, dass maximal 4600 Watt auf einer Phase eingespeist werden dürfen. In der Regel, wenn die Anlage nicht sehr klein geplant wird, ergibt also die dreiphasige Einspeisung Sinn.

Auch bei vermeintlich supergünstigen Batterieangeboten sollte man aufpassen. Manchmal wird versucht, schlechtere oder veraltete Batterietechnik zu scheinbar attraktiven Sonderkonditionen zu verkaufen. Mitunter sind Billiglösungen im Internet zu finden, bei denen beispielsweise Photovoltaik-Inselanlagen, wie sie für Berghütten ohne Netzanschluss gebaut werden, als günstige Lösung für ein normales Haus mit Netzanschluss angepriesen werden. Aber Achtung: Das ist nur mit diversen Schutzfunktionen möglich – Inselanlagen sind zumeist nicht für den Betrieb am Netz mit Einspeisung zugelassen.

Auch wenn sie recht niedrig sind, sollten Wartungs- und Instandhaltungskosten nicht verschwiegen und in die Wirtschaftlichkeitsrechnung einkalkuliert werden, die ein seriöser Anbieter in der Regel mit dem Angebot präsentiert. Zu den unlauteren Methoden zählt in diesem Zusammenhang auch, mit sehr hoher Strompreissteigerung für den Strombezug aus dem Netz zu rechnen, was die Amortisationszeit verkürzt.

Photovoltaik: Laien sollten ihr Angebot von einem Fachmann prüfen lassen

Insgesamt ist es für einen Laien sehr schwierig zu erkennen, ob die dargestellten Zahlen tatsächlich realistisch sind. Am besten lässt man das Angebot von einem Fachmann überprüfen – zum Beispiel im Rahmen der unabhängigen Energieberatung des Energie- und Umweltzentrums Allgäu und der Verbraucherzentrale Bayern.

Generell empfiehlt es sich beim Thema Photovoltaik, auf lokale Firmen und Handwerksbetriebe zu setzen, die auf diesem Gebiet Erfahrung haben. Sollte es einmal zu einer Störung kommen, kann man sich dann an den Fachmann vor Ort wenden. Zudem wird mit einer Entscheidung für einen lokalen Anbieter die Wirtschaft vor Ort gestärkt.

Und noch ein Tipp: Mehrere Landkreise und Städte in der Region bieten Hausbesitzern mit einem digitalen Solarpotenzialkataster eine sehr nützliche Hilfe beim Thema Sonnenenergie an. Man kann sich damit für sein Gebäude berechnen lassen, welche Erträge mit einer Solaranlage zu erwarten sind.

Zum Autor Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, kurz eza!

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