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Zimt

24.12.2019

Alltagsfrage zu Weihnachten: Ist Zimt gesund oder ungesund?

Zimtsterne werden gerne zu Weihnachten gebacken. Aber ist Zimt gesund?
Bild: Florian Schuh, dpa-tmn

Zimt ist häufig eine Zutat im Weihnachtsgebäck. Doch immer wieder wird gewarnt, dass das Gewürz ungesund sei. Stimmt das? Eine Expertin gibt Auskunft - und warnt vor Folgen für Kinder.

Zur Weihnachtszeit gehört Zimt zu vielen Lebensmitteln dazu und ist unter anderem in Glühwein, Blaukraut oder Plätzchen enthalten. Und doch gibt es immer wieder Aussagen, dass das Gewürz schädlich sei, sogar zum Tod führen kann. Was ist da dran?

Schädliches Cumarin: Wann ist Zimt ungesund?

Zunächst einmal muss man zwischen Cassia- und Ceylon-Zimt unterscheiden, betont Sabine Hülsmann. Während der teurere Ceylon-Zimt nahezu frei davon ist, enthält Cassia-Zimt deutliche Mengen an Cumarin, erläutert die Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Bayern.

In einem Kilogramm Cassia-Zimt sind laut dem Landesamt für Ernährung 12 Gramm Cumarin. Die Gesamtaufnahmemenge sei bei den üblichen Verzehrsmengen jedoch gering, betont Sabine Hülsmann. "Ohne gesundheitliche Beeinträchtigung kann man 0,1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht täglich und lebenslang aufnehmen", erklärt die Fachberaterin. Für fertige Lebensmittel gibt es außerdem laut Hülsmann einen EU-weiten Höchstwert, den Hersteller beachten müssen.

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Zimt gesund? Oder ist es schlimm, zu viel davon zu essen?

Kann man also überhaupt so viel Zimt, beziehungsweise Cumarin, zu sich nehmen, dass die Gesundheit bedroht ist? "Eine Überschreitung der tolerierbaren täglichen Aufnahmemenge durch Lebensmittel allein ist nur möglich, wenn dieser Höchstwert von 50 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel voll ausgeschöpft wird und täglich große Mengen solcher Lebensmittel verzehrt werden."

Sabine Hülsmann nennt ein Beispiel: "Dieser Höchstwert würde bei Kleinkindern mit einem Körpergewicht von 15 Kilogramm schon mit 30 Gramm Zimtsternen - das sind ungefähr sechs kleine Zimtsterne - oder mit 100 Gramm Lebkuchen ausgeschöpft."

Cassia- oder Ceylon-Zimt - was davon ist besser?

Wer gerne Zimt als Gewürz verwendet, sollte nach Ansicht der Expertin auf Ceylon-Zimt zurückgreifen, "da bei der häufigen Verwendung von Cassia-Zimt auch Erwachsene mit ihrem höheren Körpergewicht im Vergleich zu Kindern die tolerierbare Menge überschreiten könnten".

Wie kann man Ceylon- und Cassia-Zimt unterscheiden?

Bei Pulver seien die Unterschiede kaum zu erkennen, erklärt Hülsmann. "Im Handel besteht keine Pflicht zur Kennzeichnung der Zimtsorte. Da Ceylon-Zimt jedoch teurer ist als Cassia, wird er in der Regel auch als solcher gekennzeichnet."

Kauft man sich Zimt aber nicht als Pulver, sondern als Stangen, sei der Unterschied leicht zu erkennen. "Cassia-Zimt besteht aus einer einzigen dicken, gerollten Rindenschicht des Cassia-Baumes. Für Ceylon-Zimt werden mehrere dünnen Innenrinden des Ceylon-Zimtbaumes zusammengerollt", erläutert die Fachberaterin.

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