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Verbraucher

04.08.2019

Anhaltende Dürre: Kartoffeln könnten teurer werden

Weil es schon in den vergangenen Sommern hohe Temperaturen und lange Dürrezeiten gegeben hat, leiden die Äcker in Deutschland. Deshalb werden Kartoffeln teurer.
Bild: Uwe Anspach (dpa)

Schon das zweite Jahr in Folge haben Kartoffel-Bauern mit Ernte-Einbußen zu kämpfen - die Preise für Verbraucher steigen. Auch andere Lebensmittel sind betroffen.

Die Bauern brauchen Regen. Besonders jetzt, da die Kartoffel-Äcker immer stärker unter der Trockenheit der Sommer von 2018 und 2019 leiden. Konsequenzen hat das auch für die Verbraucher: Denn schon jetzt sind die Preise für Kartoffeln massiv angestiegen. Horst-Peter Karos vom Bundesverband der Obst-, Gemüse- und Kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) warnt: "Wenn es weiter heiß und trocken bleibt, werden die Probleme sehr groß."

Mit 8,7 Tonnen der Knollen war die Ernte in Deutschland bereits im vergangenen Jahr schlecht ausgefallen, berichtet der Verband. Etwa in Nordrhein-Westfalen haben sich deshalb die Preise im Juli im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel verteuert.

Wassermangel und Juni-Hitze: Die Ernte 2019 wird durchschnittlich

Ähnliches berichtet das Landwirtschaftsministerium auch für den Freistaat. Wassermangel, Juni-Hitze und Wetterextreme, heißt es dort, bescherten den Bauern 2019 vermutlich nur eine durchschnittliche Getreideernte. „Ausgetrocknete Böden, fehlende Niederschläge und regionale Unwetter haben heuer das Wachstum vieler Kulturen beeinträchtigt", erklärte Ministerin Michaela Kaniber. Vor allem auf flachgründigen Böden und in trockenen Regionen bei Weizen und Raps zeichneten sich "unbefriedigende Erträge" ab. Immerhin: Engpässe bei Brot oder Semmeln seien nicht zu befürchten.

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Wegen der langen Trockenheit habe sich der Grundwasserpegel signifikant gesenkt. So hätten sich auch die Äcker vom heißen Sommer 2018 nicht erholt, sagt Horst-Peter Karos vom BOGK. Die Rekordhitze der vergangenen Wochen habe die Bedingungen verschlimmert. Bei extremen Temperaturen wie diesen können die Knollen nicht wachsen. Demgegenüber erweist sich die Nachfrage nach Kartoffeln als gleichbleibend hoch.

Betrachtet man die durchschnittlichen Verbraucherpreise von Wochenmärkten, Supermärkten und Discountern in Deutschland, ist das Gemüse insgesamt etwas teurer geworden. Laut dem Agrarmarkt Informations-Dienst (AMI), der diese Daten auswertet, sind die Preise für frische Lebensmittel um 2,9 Prozent gestiegen.

Beim Eissalat sparen sich Verbraucher zurzeit 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Bild: dpa

Das betrifft sowohl Salatgurken als auch Tomaten, Paprika und Zucchini. Beispielsweise für Paprika zahlen Verbraucher zurzeit fast 50 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Die Preise für Zwiebeln sind sogar um ein Drittel in die Höhe geschnellt.

Salate können laut AMI-Index als einziges Gemüsesegment günstiger eingekauft werden. Wer also zu Eissalat greift, spart sich in diesen Wochen 30 Prozent. Im vergangenen Jahr war das Angebot wegen der anhaltenden Hitze vergleichsweise knapp.

Auch deutscher Wein könnte unter den Folgen der Hitze leiden

Die Hitze könnte sich auch auf den deutschen Wein auswirken. Zwar mögen es Trauben allgemein sonnig und warm. Doch hat die intensive Sonneneinstrahlung den Beeren in vielen Regionen Deutschlands enorm zugesetzt: Das Phänomen, das von Winzern auch "Sonnenbrand" genannt wird, kann mitunter herbe Produktionsverluste nachsichziehen. Das Dienstleistungzentrum Ländlicher Raum (DLR) schrieb etwa in einer Rebschutzmitteilung: „Sonnenbrandschäden wie noch nie zuvor! Im ganzen Beratungsgebiet hat die Hitzewelle der vergangen Woche teils erhebliche Schäden verursacht.“

Winzer im Süden Frankreichs hatte eben dieser "Sonnenbrand" zuletzt eine karge Weinlese befürchten lassen. Hier rechnet das Landwirtschaftsministerium mit einem Minus von 13 Prozent.

Wie genau die Ernte am Ende ausfallen wird, hängt stark vom Niederschlag und den Temperaturen im August ab. Weitere Preisanstiege wären nicht nur für die Endverbraucher, sondern auch für die Unternehmen problematisch, die Kartoffeln und anderes Obst und Gemüse weiterverarbeiten. Sie seien schon im Vorjahr nur durch extreme Sparsamkeit über die Runden gekommen, ergänzt Horst-Peter Karos vom BOGK. (AZ/dpa)

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