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Augenlaser-OP

09.12.2019

Augenlasern: Ablauf, Risiko, mehr Infos

Sieht gefährlich aus, ist aber längst ein Routineeingriff in Deutschland: Augenlasern.
Bild: Soeren Stache, dpa (Symbolbild)

Rund 150.000 Mal pro Jahr lassen sich Menschen in Deutschland die Augen lasern. Wie läuft das ab? Wie hoch ist das Risiko? Hier die Infos zur Augenlaser-OP.

Mehr und mehr Menschen tragen eine Brille oder auch Kontaktlinsen, weil sie fehlsichtig sind. 65 Prozent der Deutschen sind davon betroffen. Ihr Problem ist die Kurz- oder Weitsichtigkeit oder eine Hornhautverkrümmung. Um scharf sehen zu können, benötigen sie eine Brille oder Kontaktlinsen. Doch viele nervt die Brille, weil sie beispielsweise beim Sport stört. Und Kontaktlinsen als Alternative verträgt nicht jeder. Ein Ausweg kann da das sogenannte Augenlasern sein, eine Operation, die die Fehlsichtigkeit behebt. Rund 150.000 Mal pro Jahr werden derartige Operationen in Deutschland durchgeführt.

Scharfes Sehen entsteht durch das komplizierte Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten im Auge. Jeder Gegenstand reflektiert Lichtstrahlen, die auf die Hornhaut und die dahinter liegende Linse treffen. Das Licht wird gebündelt, durchquert das ganze Auge und kommt im Idealfall in einem Punkt auf der Netzhaut am Augenhintergrund an. Von dort wird der Seheindruck an das Gehirn weitergeleitet. Bei Kurzsichtigkeit ist das Auge eine Winzigkeit zu lang, sodass sich das Licht nicht auf der Netzhaut, sondern kurz davor bündelt. Beim Blick in die Ferne erscheint dann das Bild auf der Netzhaut unscharf.

Weitsichtigkeit liegt umgekehrt dann vor, wenn der Augapfel ein wenig zu kurz ist, weshalb sich die Lichtstrahlen erst hinter der Netzhaut bündeln würden. Das Resultat ist ebenfalls ein unscharfes Abbild. Bei einer Hornhautverkrümmung ist die Hornhaut verformt, wodurch das Sehen unscharf oder verzerrt erscheint. Oft tritt sie in Kombination mit Kurz- oder Weitsichtigkeit auf.

Augenlasern: Ablauf, Risiko, mehr Infos

Augenlaser-OP: Wie funktioniert das Augenlasern?

Die verschiedenen Formen der Fehlsichtigkeit können in vielen Fällen durch eine Augenlaser-OP behoben werden. Zu Beginn stehen in jedem Fall eine ausführliche Vorbesprechung und Augenuntersuchung. „Ob eine derartige Operation möglich ist, entscheidet sich unter anderem an dem Ausmaß der Fehlsichtigkeit“, erklärt Philip Maier, Oberarzt an der Klinik für Augenheilkunde der Uniklinik Freiburg. „Auch die Hornhautdicke spielt eine Rolle, ebenso die Pupillenweite und andere Augenerkrankungen.“ Philip Maier betont außerdem, dass die Patienten mindestens 18 Jahre alt sein sollten. „Dabei dürfen sich die Brillenwerte vor einer OP über mindestens zwei Jahre nicht mehr verändert haben, was häufig bei Jüngeren noch nicht der Fall ist“, so der Augenarzt. „Die meisten Patienten sind zwischen 20 und 30 Jahre alt.“ Allergiker sollten sich nur in der allergenarmen Zeit operieren lassen. Darüber hinaus wird Schwangeren und stillenden Frauen von einer OP abgeraten, da die hormonellen Schwankungen auch das Sehen betreffen können.

Bei einer Augenlaser-OP wird die Hornhaut so bearbeitet, dass die Brechkraft anschließend ein scharfes Abbild auf der Netzhaut ergibt. Es gibt verschiedene OP-Methoden, die alle ambulant durchgeführt werden. Der Eingriff selbst dauert nur einige Minuten. Die Lasik-Methode ist am weitesten verbreitet und wird heutzutage meist mit einem Femtosekundenlaser, der besonders kurze Lichtimpulse aussendet, durchgeführt. Der Laser schneidet von der Hornhaut eine dünne Scheibe (den Flap) halbkreisförmig ein, die anschließend hochgeklappt wird.

Dann bearbeitet der Laser die darunter liegende Hornhaut in der zuvor berechneten Art und Weise. Bei Kurzsichtigkeit wird sie etwas abgeschliffen. Danach wird die Scheibe zur Abdeckung wieder zurückgeklappt. Eine Weiterentwicklung dieser Methode besteht darin, nur einen circa zwei Millimeter großen Zugang zur Hornhaut zu schneiden. Der Laser löst das Gewebe im Innern der Hornhaut ab und entfernt es durch den kleinen Schnitt. Bei besonders dünner Hornhaut können die beiden vorgenannten Verfahren nicht angewendet werden, dann kommt unter Umständen eine alternative OP-Methode in Frage. Bei Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung kann zwischen verschiedenen OP-Methoden gewählt werden, bei Weitsichtigkeit kommt nur das Lasik-Verfahren in Frage.

Augenlasern: Risiko gibt es - es gilt aber als gering

Wie andere Operationen auch ist die Augenlaser-Behandlung nicht ohne Risiken. „Am häufigsten klagen die Patienten nach einem solchen Eingriff über trockene Augen“, erklärt Philip Maier. „Meist ist dies ein vorübergehendes Problem, das mit künstlichen Tränen behandelt wird.“

Auch das nächtliche Sehen kann in der ersten Zeit nach der OP Schwierigkeiten bereiten. Darüber hinaus treten nach der Operation teils Entzündungen auf. „Diese können zum einen Reaktionen auf die Operationswunde sein, was in der Regel mit kortisonhaltigen Augentropfen behandelt wird. Zum anderen kann es – sehr selten – zu Infektionen kommen, die womöglich zu langfristigen Einschränkungen des Sehvermögens und eventuell auch zu Folgeoperationen führen“, so Maier. Wichtig ist, dass die Patienten den Anweisungen der Ärzte folgen und sich in der ersten Zeit nicht die Augen reiben, weil so Keime in die Wunde gelangen können. Auch die Termine zu den Nachuntersuchungen (meist 1, 7 und 30 Tage nach der OP) müssen unbedingt eingehalten werden. Die Lasertechnologie gilt als risikoarm, dennoch sollte man sich nur einem erfahrenen Arzt anvertrauen. Der kann auch das Risiko einer Unter- oder Überkorrektur minimieren, bei der man dann doch wieder eine Brille tragen müsste. In diesen Fällen wird aber meist eine Korrektur-OP vorgenommen.

Wer seine Fehlsichtigkeit operieren lässt, hat jedoch keine Garantie auf ein brillenloses Leben bis zum Lebensende. Spätestens dann, wenn zwischen 45 und 50 Jahren die Alterssichtigkeit einsetzt, brauchen auch gelaserte Augen eine Brille für das Sehen auf die Nähe.

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