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Tankstellen

17.01.2020

Biosprit kostet genauso viel wie Super: Lohnt sich E10 noch?

Die Preise für Biosprit E10 und konventionelles Super liegen vielfach gleichauf.
Bild: Jan Woitas, dpa

An vielen Tankstellen kostet E10 inzwischen genauso viel wie konventionelles Super-Benzin. Letztendlich zahlen diejenigen, die den Biosprit tanken, sogar drauf.

E10 gilt als Biosprit, als vielleicht nicht umweltfreundliche, aber immerhin umweltfreundlichere Alternative zum konventionellen Super-Benzin. Es hat seinen Namen daher, dass in dem Kraftstoff zwischen fünf und zehn Prozent Bioethanol enthalten sind. Im konventionellen Super, auch E5 genannt, liegt der Anteil bei bis zu fünf Prozent. Seit der Einführung 2011 galt: E10 kostet immer ein paar Cent weniger als Super. Doch viele, die in den vergangenen Tagen E10 tanken wollten, mussten feststellen: Der ehemals günstigere Kraftstoff ist plötzlich nicht mehr günstiger. Viele Tankstellen verlangen für E10 und E5 momentan genau gleich viel.

Wie der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) erhoben hat, kostet Super E10 im Bundesdurchschnitt aktuell gerade mal einen halben Cent pro Liter weniger als E5. Die Preisdifferenz habe sich seit Anfang des Jahres immer weiter verringert. Laut ADAC seien verschiedene Faktoren dafür verantwortlich. "Insbesondere gehen wir von einer strategischen Preissetzung einiger Mineralölkonzerne aus", erklärt eine Sprecherin. Die Motive sind nicht transparent." Zuletzt war E10 über einen längeren Zeitraum etwa zwei Cent günstiger pro Liter als E5, zuvor schwankte die Preisdifferenz zwischen zwei und vier Cent.

Wer E10 tankt, zahlt am Ende sogar mehr

So kann es inzwischen sein, dass Kunden, die sich für das Benzin mit dem höheren Bioethanol-Anteil entscheiden, am Ende draufzahlen. Denn ein Auto, das mit E10 betankt ist, verbraucht geringfügig mehr. Wie genau sich das im Einzelfall auswirkt, sei unter anderem vom Motor, von der Fahrweise und vom Verkehrsfluss abhängig und deshalb nicht pauschal zu beantworten, so die ADAC-Sprecherin. Doch als Richtwert liege "der zusätzliche theoretische Mehrverbrauch bei etwa 1,5 Prozent". Dieser theoretische Wert sei auch schon in der Praxis gemessen worden, bei Vergleichsmessungen mit einem Opel Agila 1,2 Liter (69 kW, Euro 5). Die Tests ergaben auch, dass das mit E10 betankte Auto 0,9 Prozent weniger CO2 ausstieß. Man müsse dabei bedenken, dass das CO2, das bei der Verbrennung des Bioethanols entsteht, vorher von Pflanzen aus der Atmosphäre entzogen wurde, betont die Sprecherin. "Der CO2-Einsparungseffekt ist also größer als am Auspuff gemessen."

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ADAC: Wegfallender Preisvorteil für E10 wäre kontraproduktiv

Die ADAC-Sprecherin sagt, es sei "angesichts notwendiger Klimaschutzbemühungen" eigentlich wünschenswert, wenn verstärkt E10 getankt wird - vorrausgesetzt dass die Fahrzeuge technisch dafür ausgelegt sind. "Ein reduzierter oder gar wegfallender Preisvorteil für Super E10 an den Tankstellen ist dabei klar kontraproduktiv", so die Sprecherin. Der Automobilclub empfiehlt deshalb, die Preise verschiedener Anbieter vor dem Tanken zu vergleichen.

Denn es gebe weiterhin Tankstellen, die den Kraftstoff mit dem höheren Bioethanol-Anteil etwa zwei Cent billiger als E5 verkaufen. Dass es an einigen Tankstellen überhaupt keinen Preisunterschied mehr gibt, während andere E10 weiterhin günstiger anbieten, liege daran, dass die Anbieter die Preise nach ihrem eigenen Ermessen bestimmen. (jako)

Lesen Sie dazu auch: Iran-Konflikt: So stark steigen die Preise an der Tankstelle

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