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Kältewelle in Bayern

25.01.2019

Das sind fünf häufige Fehler beim Heizen im Winter

Richtig heizen hält im Winter nicht nur die Wohnung warm, es verhindert auch Schimmelbildung.
Bild: Patrick Pleul, dpa (Symbol)

Die Kältewelle ist in Bayern angekommen und die Heizungen laufen auf Hochtouren. Wie heizt man im Winter richtig und was machen viele Menschen falsch?

Es ist eisig in Bayern - selbst tagsüber bleiben die Temperaturen derzeit unter Null, nachts wird es in bestimmten Regionen sogar bis zu minus 15 Grad kalt. Kein Wunder, dass viele Menschen ihre Wohnung kuschelig warm halten wollen und die Fenster am liebsten gar nicht öffnen möchten. Das sollten sie besser nicht tun. Diese fünf Dinge sollte man besser vermeiden:

Überheizen: Gerade an kalten Wintertagen neigen viele Menschen dazu, alle Heizkörper voll aufzudrehen. Davon rät Martin Sambale vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu ab - denn dadurch würden die Heizungen auch nicht schneller warm, sie blieben nur länger heiß. Mit Stufe fünf ist die Luft im Raum dem Experten zufolge meistens 28 Grad warm, was die Heizkosten immens ansteigen lässt. "Jedes Grad weniger spart in einem Altbau etwa sechs Prozent Energie", sagt Sambale. Hanno Lang-Berens, Energieberater der Verbraucherzentrale Bayern, ergänzt, dass man im Winter keinen Raum ganz ungeheizt lassen sollte, sonst könne sich an kalten Außenwänden Schimmel bilden.

Lüften im Winter: Darum sollten Sie die Fenster nicht kippen

Fenster kippen: Zwei bis fünf Minuten Stoßlüften reicht Sambale zufolge im Winter völlig aus. Das sei genug, um frische Luft ins Haus zu lassen, bei längerem Lüften kühlten die Räume aus und es gehe unnötig Energie verloren. Lang-Berens empfiehlt, dreimal hintereinander drei Minuten lang zu lüften und die Luft zwischendurch drei Minuten lang wieder aufwärmen zu lassen. Wichtig sei dabei, die Fenster so weit wie möglich zu öffnen und querzulüften. Kippen bezeichnen beide Experten als ineffektiv und sogar gefährlich - denn durch gekippte Fenster kühlten Räume auf Dauer aus und es könne sich Schimmel am Fenster bilden.

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Lang-Berens rät dazu, die Luftfeuchtigkeit im Raum mit einem Hygrometer zu kontrollieren. Die Luftfeuchtigkeit soll laut dem Experten 55 Prozent keinesfalls überschreiten, sonst drohe Schimmel in der Wohnung. Durch das Lüften ziehe kalte, trockene Luft von draußen ins Haus. Diese reguliere die Feuchtigkeit, die beispielsweise durch Duschen, Kochen und Wäsche trocknen, aber auch durch das Ausatmen entsteht.

Vorhänge, Sofas und Möbel sollten Heizkörper nicht verdecken

Heizkörper verdecken: Während der kalten Jahreszeit sollte man Sambale zufolge darauf achten, dass Heizkörper und Thermostatventile nicht durch Möbel und Vorhänge verdeckt werden, da sie sonst nicht richtig funktionieren. Sei das nicht möglich, könne man Feinfühler am Ventil anbringen lassen. In Altbauten sollte man aber nicht nur Heizkörper, sondern auch Außenwände nicht vollstellen, sagt Energieberater Lang-Berens. Dahinter könne sich schnell Schimmel bilden.

Ist es draußen sehr kalt, empfiehlt Sambale, die Heizkurve vom Fachmann neu einstellen zu lassen. Denn je nach Außentemperatur benötige ein Haus unterschiedlich viel Wärme, gerade bei Winterkälte könne es sein, dass die Voreinstellung nicht mehr ausreiche. Die Heizkurve sollte man laut Sambale vor allem dann prüfen lassen, wenn ein Haus nachträglich gedämmt wurde.

Wer Geduld mitbringt und die Bedienungsanleitung seiner Heizung etwas genauer studiert, kann die Heizkurve auch selbst optimieren, sagt Sambale. Voraussetzung sei ein einfacher Heizungstest an Tagen mit Temperaturen von fünf bis zehn Grad plus und an solchen mit fünf bis zehn Grad Minus. Wichtig: "Die Sonne darf nicht scheinen und natürlich der Kachelofen auch nicht bullern." Für den Test werden die Thermostate voll aufgedreht, erklärt Sambale. Anschließend beobachtet man die Raumtemperatur. Wird es zu warm in den Räumen, ist die Vorlauftemperatur der Heizungsanlage zu hoch eingestellt. Wird es in den Räumen nach der Korrektur an der Heizungsregelung nicht richtig warm, muss wieder in die andere Richtung nachgebessert werden, bis die optimale Einstellung gefunden ist.

Kältefallen nicht dämmen: Besonders durch ältere Fenster, Dachbodenluken und Kellertüren zieht kalte Luft ins Haus. Sambale empfiehlt, an diesen Stellen Profildichtungen anzubringen. "Sie schützen vor Zugluft, kosten wenig Geld und man kann sie selbst anbringen", sagt der Fachmann. Beim Aufkleben sollte es Sambale zufolge aber mindestens fünf Grad warm sein, weil sonst der Kleber nicht richtig halte. Lang-Berens ist jedoch der Meinung, dass solche Arbeiten ein Fachbetrieb übernehmen sollte, da selbst angebrachte Dämmungen auch dazu führen könnten, dass ein Fenster nicht mehr richtig schließt. Solange es nur leicht zieht, sei das ohnehin nicht so schlimm, denn das schütze durch die Luftzirkulation vor Schimmelbildung - sind Fenster aber bemerkbar undicht, sollten sie ausgetauscht werden, sagt der Energieberater.

Vorhänge zuziehen: Wer im Winter die Rollläden nach Einbruch der Dunkelheit schließt, erhöht den Wohnkomfort und spart Heizkosten, sagt Sambale. Denn vor allem in klaren Nächten gehe über die Fenster viel Wärme verloren, hier sei die Abstrahlung an den Glasscheiben besonders hoch. Ist der Rollladen geschlossen, entstehe ein Wärmepuffer, erklärt Sambale. Kaum Wirkung habe dagegen das Zuziehen der Vorhänge, das sei sogar kontraproduktiv. Die kalte Luft falle an den Scheiben hinter dem Vorhang nach unten und verbreite sich von dort aus im Raum. (ida)

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