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Stauden des Jahres 2019

17.05.2019

Disteln als Zierpflanze: Was Sie im Garten beachten müssen

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3 Bilder
Wunderschön und sehr nützlich sind Kugeldisteln.
Bild: Soeren Stache

Disteln sind zu den Stauden des Jahres 2019 gekürt worden. Eine Expertin erklärt, welche Arten sich für den Garten eignen und was man beim Anpflanzen beachten sollte.

Der prächtig bunt gezeichnete Distelfink trägt seinen Namen nicht ohne Grund: Der Singvogel liebt die wehrhaften Pflanzen. Die Stacheln halten ihn nämlich nicht ab von den nahrhaften Samen. Doch nicht nur er freut sich, wenn Hobbygärtner Disteln pflanzen, die vom Bund deutscher Staudengärtner zur Staude des Jahres 2019 gekürt wurden. Auch viele Insekten fliegen auf die stacheligen Schönheiten, die sich am Nektar und den Pollen laben, betont Marianne Scheu-Helgert von der Bayerischen Gartenakademie. Sie gibt in unserem monatlichen Grünratgeber ein paar Tipps:

Sonnenanbeter „Disteln brauchen ein sonniges Plätzchen im Garten“, erklärt die Gartenbauingenieurin. „Früher wuchsen die verschiedenen Arten so gut wie in jedem Bauerngarten.“ Kein Wunder, meint die Expertin, machten sie sich doch gerade optisch gut mit ihrem oft exotischen Aussehen als Strukturbildner – sowohl in naturnahen Gärten, aber auch in modern angelegten. Wer sich jetzt noch fürs Pflanzen entscheidet, sollte schnell eine gut sortierte Staudengärtnerei aufsuchen und die Distel bald einpflanzen. „Vor allem ältere Pflanzen, die man jetzt beim Staudengärtner kauft, könnten noch in diesem Sommer blühen.“ Ansonsten sei neben dem Frühjahr auch der Herbst eine gute Einpflanzzeit. Vor dem Ausgraben aus der Natur warnt Scheu-Helgert. Nicht nur, dass beispielsweise die Silberdistel geschützt ist. Disteln bilden starke, tiefe Wurzeln, die nur sehr schwer wieder aus dem Boden gelöst werden können. Der Boden sollte eher trocken und mager sein. Nach dem Einpflanzen allerdings benötigen Disteln, um gut zu gedeihen, im ersten Jahr regelmäßig Wasser. Fühlen sie sich dann wohl, sind es nach Angaben von Scheu-Helgert ausgesprochen pflegeleichte Pflanzen, denen auch trockene Sommer wie der vergangene wenig anhaben können. Zurückgeschnitten werden sollten sie im März. Ihre Blühzeit ist im Sommer. Und das Versamen, also das üppige Wuchern, halte sich bei der Kugeldistel, wie die Fachfrau weiß, in Grenzen.

Gattungen Zu den schönsten Arten zählt Scheu-Helgert die Edeldistel Mannstreu (Eryngium), die jedes Jahr neu austreibt und je nach Art und Sorte bis zu 150 Zentimeter hoch werden kann. Mehrjährig seien auch Kugeldisteln. Kurzlebiger sei dagegen die Wilde Karde, deren Blüten so hübsch von der Mitte des Blütenstandes aus nach oben und unten wandern. Die auch als Heilpflanze geschätzte Pflanze zieht vor allem Hummeln und Schmetterlinge an. Nur zweijährig sei auch die Eselsdistel, die bis zu zwei Meter hoch werden kann. Zur Ölgewinnung werden vor allem die Heilpflanzen Marien- und die Färberdistel verwendet. Besondere Blickfänge bilden auch die glänzenden Gold- und Silberdisteln.

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Trockensträuße Disteln werden auch gerne in Trockengestecken und Dauersträußen verwendet. Gerade die Kugeldistel, aber auch das Mannstreu eignen sich nach Ansicht von Scheu-Helgert sehr gut dafür. „Allerdings sollte man Kugeldisteln, die man trocknen will, noch vor dem Aufblühen schneiden und mit den Köpfen nach unten trocknen“, sagt Scheu-Helgert. Und auch im späten Herbst und Winter sind Disteln – überzogen mit Raureif oder Schnee – edle Hingucker in jedem Garten.

Tipps Weitere Tipps finden Hobbygärtner im Internet bei der Bayerischen Gartenakademie.

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