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Ernährungskolumne
27.09.2021

Expertin erklärt: So lassen sich Lebensmittelabfälle vermeiden

Wie lässt sich verhindern, dass Lebensmittel in der Mülltonne landen? Und was sagt das Mindesthaltbarkeitsdatum wirklich aus? Fachberaterin Andrea Danitschek klärt auf.
Foto: Arno Burgi, dpa (Symbolbild)

Wenn Brot, Gemüse oder Joghurt in der Mülltonne landen, kostet das nicht nur unnötig Geld. Bei ihrer Herstellung wird auch die Umwelt belastet. Verschwendung ist aber vermeidbar.

In deutschen Privathaushalten entstehen jährlich etwa sechs Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle. Ein Teil ist unvermeidbar, etwa Knochen, Schalen oder andere nicht essbare Teile. Viel zu viel landet jedoch unnötig im Müll – mal wurde zu viel eingekauft, manche Produkte im Kühlschrank vergessen, Obst und Gemüse schimmelt, Speisereste werden nicht weiterverarbeitet. Dabei helfen schon einige einfache Tipps, um weniger Lebensmittel zu verschwenden. Das spart gleichzeitig bares Geld.

Lebensmittel: Haltbarkeitsdaten sind nur als Richtwert zu verstehen

Sinnvoll ist es etwa, wenn man sich zum Einkaufen ausreichend Zeit nimmt, vorher einen Blick über die Bestände in Kühl- und Küchenschrank wirft und eine Einkaufsliste schreibt. Wer hungrig und in Hast nach Feierabend in den Supermarkt geht, kauft schnell zu viel ein, etwa Brot und Brötchen. Passiert das doch, friert man den Überschuss am besten ein, noch bevor er altbacken wird.

Ratsam ist auch ein Blick auf Portionsgrößen und Mindesthaltbarkeitsdaten. So lässt sich einschätzen, ob das Gekaufte in absehbarer Zeit verbraucht wird. Die Haltbarkeitsdaten sind dabei nur als Richtwert zu verstehen, mit dem der Hersteller die optimale Qualität seines Produktes garantiert. Nudeln und Reis beispielsweise sind, trocken gelagert, fast unbegrenzt haltbar. Oft sind aber auch Milchprodukte wie Butter, Joghurt und Quark deutlich länger genießbar als angegeben. Beim Öffnen kritisch riechen, ansehen und kosten – die eigenen Sinne helfen bei der Entscheidung.

Rohes Fleisch muss bis zum Verbrauchsdatum gekocht werden

Sind sie einmal geöffnet, können Keime aus der Umgebung eindringen und den Verderb beschleunigen. Deshalb sollte man auch Marmelade, Honig oder Senf stets nur mit einem sauberen Löffel aus dem Glas holen. Steht dagegen wie bei vorverpacktem Hackfleisch ein Verbrauchsdatum auf dem Etikett, muss das Produkt in der angegebenen Frist verbraucht werden. Zu groß ist andernfalls die Gefahr einer Lebensmittelinfektion.

Auch Steak, Gulasch und anderes rohes Fleisch ist leicht verderblich und hält nur etwa ein bis drei Tage. Es sollte stets auf dem untersten Fach im Kühlschrank aufbewahrt werden, wo es am kältesten ist. Ist absehbar, dass es nicht gleich verbraucht wird, am besten in ein tiefkühlgeeignetes Gefäß umpacken und einfrieren. Das verlängert die Haltbarkeit auf mehrere Monate – je fettärmer ein Teilstück, desto länger ist es haltbar. Einfrieren ist auch die beste Methode, um zu viel Gekochtes länger aufzubewahren. Denn überschüssige Speisen sollte man auch bei Aufbewahrung im Kühlschrank innerhalb von ein bis zwei Tagen verbrauchen.

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Wurst- und Schinkenaufschnitt zählen ebenfalls zu den leicht verderblichen Lebensmitteln. Vakuumverpackte Ware legt man direkt in den Kühlschrank. Kauft man sie offen an der Theke, sollte man sie zu Hause in einen dicht schließenden Behälter umfüllen. Käse dagegen mag keinen Luftabschluss, denn dabei bilden sich Wassertröpfchen und er beginnt zu schimmeln. Käse am Stück ist deutlich länger haltbar als einzelne Scheiben, denn eine größere Oberfläche bedeutet auch immer eine größere Angriffsfläche für Verderbniserreger.

Haltbarkeit von Früchten: Nachreifendes Obst produziert das Gas Ethylen

Gemüse landet meist im Gemüsefach des Kühlschranks. Das ist etwa für Blattsalate, Blumenkohl, Kohlrabi, Möhren, Radieschen oder Erbsen die optimale Lösung. Doch kälteempfindliche Sorten wie Auberginen, Zucchini, Tomaten, Paprika oder Gurken mögen etwas höhere Temperaturen lieber. Sie halten sich bei Kellertemperaturen um 10 bis 15 Grad am besten. Das gilt auch für Kartoffeln. Pilze dagegen, die sehr rasch verderben, gehören stets in den Kühlschrank. Blattgrün von Möhren, Kohlrabi oder Roter Bete schneidet man ab, dann halten die Knollen länger. Das Grün lässt sich weiterverwenden, etwa für Suppen oder Salate.

Auch manche Obstsorten wie Beeren, Pfirsiche, Pflaumen und Aprikosen vertragen die Kälte im Kühlschrank. Meist wird Obst jedoch appetitlich in einer Schale angerichtet. Das sollte besser nur in kleinen Mengen und mit verträglichen Sorten geschehen, da es sonst schnell fault. Denn nachreifendes Obst wie Äpfel, Bananen, Kiwis oder Pflaumen produzieren das Reifegas Ethylen, das die Alterung der umliegenden Früchte ebenfalls beschleunigt.

Andrea Danitschek ist bei der Verbraucherzentrale Bayern als Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung tätig.

Mehr hilfreiche Informationen finden Sie hier in unserem Ratgeber zum Thema Ernährung.

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