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„Es ist dramatisch“
31.10.2019

Erziehungswissenschaftler besorgt über Lesekompetenz von Schülern und Studenten

Erziehungswissenschaftler Klaus Zierer von der Uni Augsburg.
Foto: Zierer/Uni Augsburg

Exklusiv Der Augsburger Professor Klaus Zierer hält das digitale Lesen für eine der Ursachen. Und fordert: „Wir brauchen mehr Kunst, Musik und Sport in der Schule!“

Der renommierte Erziehungswissenschaftler Klaus Zierer von der Universität Augsburg hat vor den Gefahren des digitalen Lesens gewarnt. „Das Lesen geht zurück, und unbestritten führt das zu einer Verflachung des Denkens, das ist das große Problem“, sagte er gegenüber unserer Redaktion.

Das Lesen auf Tablets oder Smartphones wirke sich massiv auf die Lesekompetenz von Schülern und Studierenden aus, stellte er fest. Denn das digitale Lesen sei ein sehr schnelles und damit auch ein oberflächlicheres Lesen. Dies habe gravierende Folgen. „Denn wenn wir unsere Lesekompetenz nicht wieder verbessern, werden unsere menschlichen Fähigkeiten darunter leiden“, sagte Zierer in dem Interview.

Professor kann mit Studierenden nicht mehr über Kant oder Heidegger reden

Als Professor könne er mit Studierenden nicht mehr über Kant oder Heidegger reden, ergänzte er, „weil der Zugang zu dieser Literatur bereits an der Lesekompetenz der Studierenden scheitert“. Zierer warnte Eltern daher eindringlich: „Lassen Sie Ihre Kinder nicht zu früh an diese Technik und lassen Sie sie nicht mit digitalen Medien allein!“

Es sei notwendig, Eltern frühzeitig aufzuklären. Die Schule könne dabei ein wichtiges Angebot machen. Statt jedoch ein neues Fach „Medienkunde“ einzuführen, um den richtigen Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln und die Lesekompetenz von Schülern zu fördern, forderte Zierer: „Wir brauchen mehr Kunst, Musik und Sport in der Schule! Der Mensch hat einen Körper nicht nur, damit er seinen Kopf spazieren trägt.“ Zierer ist Inhaber des Lehrstuhls Schulpädagogik an der Universität Augsburg und, zusammen mit dem neuseeländischen Erziehungswissenschaftler John Hattie, Autor des Buches „Visible Learning. Auf den Punkt gebracht“.

Lesen Sie dazu das vollständige Interview: Erziehungsexperte: „Lassen Sie Kinder nicht zu früh an diese Technik!“

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