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Weihnachten

13.12.2019

Expertin gibt Tipps: So kommen Sie stressfrei durch die Weihnachtszeit

Anna Hirschfelder ist Fachlehrerin an der Staatlichen Landwirtschaftsschule Friedberg, Abteilung Hauswirtschaft.
Foto: Ida König

Plätzchen backen oder putzen: Wer sich vor Weihnachten viel vornimmt, hat oft wenig von der "ruhigen" Zeit. Anna Hirschfelder erklärt, wie es trotzdem geht.

Bevor an Weihnachten Familie und Freunde zu Besuch kommen, geht es in vielen Haushalten rund: Es wird aufgeräumt, geputzt, dekoriert, gebacken und gekocht - und die Geschenke wollen auch noch eingekauft oder selbst gemacht werden.

Dabei wünschen sich viele Menschen vor allem eine ruhige Weihnachtszeit. Wie man Stress vermeiden kann, wissen die Hauswirtschafts-Expertinnen der Staatlichen Landwirtschaftsschule in Friedberg. Sie haben uns einige ihrer Tricks verraten:

Mit diesen acht Putz-Tipps sparen Sie Zeit, Geld und Nerven

Unnötige Arbeit vermeiden: Wer seinen Arbeitsplatz vor dem Putzen einrichtet, erspart sich später Zeit und Nerven, sagt Anna Hirschfelder, die in Friedberg Hauswirtschaft unterrichtet. Wer für jeden Putzlumpen extra laufen muss, verschwendet Zeit und Energie. Auch eine Staffelei hilft oft - denn über Kopf zu arbeiten kostet Kraft. Wer seinen Eimer ebenfalls auf eine Staffelei stellt, muss sich nicht unnötig oft bücken.

Um beim Putzen keine Stelle zu vergessen, gilt laut Hirschfelder eine einfache Regel: Immer von oben nach unten putzen und von rechts nach links. Linkshänder putzen von links nach rechts. So muss man auch keine Stelle doppelt wischen. Dieser Tipp lässt sich auch beim Kochen oder Backen anwenden.

Außerdem gilt: Erst kommt der grobe Schmutz dran, dann die Feinheiten. Hirschfelder rät, zunächst den sichtbaren Staub trocken zu entfernen und dann erst zu feucht zu zwischen. Wenn man von links nach rechts wischt, tut man das der Expertin zufolge am besten in Schlangenlinien.

Richtige Ausstattung: Um Durcheinander zu vermeiden und hygienisch zu arbeiten, empfiehlt die Hauswirtschaftslehrerin, die Putztücher farblich verschiedenen Zwecken zuzuordnen. "Blaue Tücher sind für Oberflächen, gelbe für den Sanitärbereich und rote für die Toilette."

Welche Art von Tüchern man verwendet, hängt von der persönlichen Vorliebe ab. Sie sollten nur nicht zu klein sein. Denn: Wer das Tuch öfter falten kann, erspart sich häufiges Ausspülen. Das spart Zeit und schont die Gelenke. Mikrofrasertücher haben laut Hirschfelder einen besonders hohen Reinigungseffekt, sind allerdings nicht für alle Oberflächen geeignet - Hochglanzmöbel bekommen schnell Kratzer.

Damit die Haut an den Händen bei einem Großputz nicht leidet, empfiehlt die Expertin stabile Handschuhe. Einmalhandschuhe eignen sich laut Hirschfelder eher weniger - denn sie halten chemische Stoffe zu schlecht ab.

Weniger ist mehr: Die meisten Menschen verwenden zu viele verschiedene und zu große Mengen Putzmittel, sagt Anna Hirschfelder. "Drei bis fünf Putzmittel reichen völlig aus - und sie sollten nicht zu hoch dosiert werden. Nimmt man zu viel, entstehen Schlieren und man macht sich unnötig viel Arbeit."

Auch teure Reiniger in Sprühflaschen brauche man nicht - sie seien häufig sehr hoch dosiert, durch das Sprühen könne eine Gesundheitsbelastung entstehen. "Wenn eine Stelle stark verschmutzt ist, dosiert man lieber den normalen Reiniger höher."

Wer auf die Sprühflasche nicht verzichten will, kann sie auch selbst mit einer Mischung aus Zitronensäure und Wasser befülllen, um beispielsweise Kalkflecken den Kampf anzusagen. Vorsicht ist dagegen bei Essig geboten - der sollte besser nicht versprüht werden. Das belastet laut Hirschberger die Atemwege.

Rat von der Expertin: Diese Putzmittel braucht man

  • Neutral- oder Allzweckreiniger für Oberflächen und Kunststoffböden
  • Spülmittel für die Küche
  • Sanitärreiniger fürs Bad
  • Toilettenreiniger (keine WC-Einhänger)
  • Glasreiniger
  • bei Bedarf Reiniger für spezielle Oberflächen wie Parkett

Versteckte Ecken nicht vergessen: Wer richtig sauber machen will, sollte auch an die Stellen denken, die einem nicht sofort in den Blick fallen. Hier sollten Sie vielleicht einmal genauer hinsehen:

  • Hinter Schränken
  • An Stuhlbeinen
  • Unter der Tischplatte
  • Auf Lampen
  • Unter dem Teppich
  • In der Heizung

Für Besitzer einer Rohrheizung hat Hirschfelder einen Tipp: Zum Reinigen mit der Hand in einen alten Waschlappen schlüpfen und die einzelnen Elemente der Heizung "abfahren".

Hauswirtschaftslehrerin Anna Hirschfelder erklärt im Video, welche Stellen beim Putzen oft vergessen werden und gibt praktische Tipps.
Video: Ida König

Nicht zu oft wischen: Staubsaugen oder kehren reicht oft völlig aus, sagt Hirschfelder. Wer regelmäßig auch die Fußleisten absaugt, erspart sich beim Großputz eine weitere Baustelle. Außerdem wirke ein Raum durch einen sauberen Boden gleich ordentlicher, sagt die Expertin. In einem Haushalt ohne Kleinkinder und Tiere reiche es völlig aus, Böden alle sieben oder 14 Tage zu wischen.

Regelmäßig sauber machen: Wer sich am liebsten vor dem Putzen drückt, hört diesen Tipp wahrscheinlich nicht besonders gerne. Aber: Wer sein Haus oder seine Wohnung das ganze Jahr über relativ sauber hält, Kleinigkeiten sofort erledigt und bei jedem Mal Putzen eine Stelle etwas gründlicher sauber macht, erspart sich einen anstrengenden Großputz vor Weihnachten oder im Frühling.

Richtig lüften: Wer jeden Tag mindestens einmal durchlüftet, sorgt für eine Wohlfühl-Atmosphäre, sagt Hirschfelder. Wer gerade vor Weihnachten viel kocht oder bäckt, sollte besser einmal mehr lüften, um abgestandene Küchengerüche zu vermeiden.

Hier lauern Keime: Das Spültuch sollte man jeden Tag auswechseln, empfiehlt die Expertin. Denn die feuchte Umgebung an der Küchenspüle biete einen idealen Nährboden für Keime. Noch schlimmer sind Schwämme, da sie länger nass bleiben.

Hirschfelder empfiehlt, auch den Kühlschrank immer wieder mit einer Wasser-Zitronensäure-Mischung zu putzen. So vermeidet man unangenehme Gerüche und Schimmel. Desinfektionsmittel sind Hirschfelder zufolge aber für den Alltag unnötig - denn für gesunde Menschen sind gewöhnliche Haushaltskeime ungefährlich. Wer Babys, Senioren oder kranke Menschen im Haushalt hat, sollte allerdings vorsichtiger sein und bei Bedarf zu einem Hygienereiniger greifen.

Wenig Zeit für Weihnachtsdeko? So geht's trotzdem

Ein Grundgerüst fürs ganze Jahr: Einige größere Bodenvasen sind laut Schulleiterin Ulrike Rauberger ein gutes Grundgerüst für die Deko. Dort finden im Sommer Blumen Platz - und an Weihnachten etwa Weidenbälle, Glaskugeln und Haselzweige. Oft reiche es, sich auf ein paar Hingucker zu beschränken. Das spart vor Weihnachten Zeit, man muss im neuen Jahr weniger wegräumen - und der Raum wirkt nicht überladen. Aber: "Am wichtigsten ist, dass man sich selbst wohlfühlt", sagt Rauberger.

Lieber wenige größere Hingucker statt jede Menge kleine Deko: Das raten Expertinnen der Hauswirtschaftsschule Friedberg.
Foto: 2mmedia, Adobe Stock

Naturmaterialien verwenden: Deko ist oft teuer - und steht doch den Großteil des Jahres im Keller oder Dachboden. Deshalb empfehlen die Expertinnen der Hauswirtschaftsschule, Naturmaterialien wie Tannenzapfen oder Zweige zu verwenden. Sammeln kann man im eigenen Garten, im Wald oder sogar bei der Grüngutannahme am Wertstoffhof. Nadelzweige ergänzt man am besten erst kurz vor Weihnachten, da sie schnell trocken werden.

Deko wiederverwenden: Es muss nicht jedes Jahr eine komplett neue Dekoration sein, finden die Hauswirtschaftslehrerinnen. Sie empfehlen, lieber einmal Dinge zu kaufen, die man in verschiedenen Kombinationen mehrere Jahre lang verwenden kann.

Stressfreies Plätzchen-Backen im Advent

Teig am Vortag herstellen: Mürbteig und Honigteig müssen ruhen - am besten über Nacht. Deswegen bietet es sich an, alle Teige am gleichen Abend vorzubereiten und beschriftet in den Kühlschrank zu legen. So lassen sie sich am nächsten oder übernächsten Tag besser verarbeiten. Besonders gut lassen sich die Teige ausrollen, wenn man sie flachgedrückt in den Kühlschrank legt. Wer anschließend die Arbeitsflächen in der Küche leerräumt, kann am nächsten Morgen mit dem Backen starten.

Plätzchenteig braucht Ruhe. Am besten wird er bereits am Vortag hergestellt - und auch die fertig geformten Plätzchen sollten noch einmal an einem kühlen Ort ruhen.
Foto: Ida König

Gleiche Rezepte für mehrere Plätzchen-Sorten: Es gibt Plätzchen, die zwar verschieden aussehen, denen aber (fast) das gleiche Rezept zugrunde liegt - das ist vor allem bei Mürbteig-Plätzchen der Fall. Es lohnt sich also, vorher zu prüfen, ob man mehrere Teige auf einmal herstellen kann. Gleiches gilt für Verzierungen - lieber einmal mehr Kuvertüre, Zuckerguss und Marmeladenfüllungputzen vorbereiten, als jedes Mal von neuem zu starten.

Die Landwirtschaftsschule in Friedberg gehört zum Amt für Landwirtschaft und Forsten Augsburg. Dort wird ein einsemestriger Studiengang Hauswirtschaft angeboten.

Lesen Sie dazu auch: Wie Menschen ihre "Weihnachtshäuser" in der Region dekorieren

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