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Fruchtbarkeit
21.11.2017

Die meisten Zyklus-Apps fallen im Test durch

Zyklus-Apps kommen sowohl zur Familienplanung als auch zur Verhütung zum Einsatz. Beim Test fielen aber viele durch.
Foto: Christin Klose/dpa (Symbolbild)

Frauen können sich bei der Berechnung ihrer fruchtbaren Tage von Apps unterstützen lassen. 23 von ihnen hat die Stiftung Warentest genauer angeschaut. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Ob zur Familienplanung oder Verhütung - Zyklus-Apps erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Manche Anwendungen wurden bereits millionenfach heruntergeladen. In einer Stichprobe der Stiftung Warentest ("test"-Ausgabe 12/2017) gab es aber nur 3 Mal die Gesamtnote "gut". Die meisten schnitten "mangelhaft" ab. Die Tester haben 23 Apps geprüft: 10 je in zwei Versionen, 2 nur für Android und 1 nur für iOS.

Zyklus-Apps errechnen, an welchen Tagen die Anwenderin möglicherweise fruchtbar ist. Je nachdem, ob sie schwanger werden möchte oder nicht, kann sie an diesen Tagen entweder verhüten oder eben nicht. Das Problem: Viele Apps errechnen den Zeitpunkt des Eisprungs rein statistisch auf Grundlage der mittleren Zykluslänge. Bei vielen Frauen schwankt diese aber erheblich. Eine intensive Sporteinheit etwa oder Stress wirken sich darauf aus. Allein aufgrund eines Durchschnittswertes lasse sich daher keine Aussage über die fruchtbaren Tage treffen.

Nur Zyklus-Apps mit NFP-Methode "gut"

Einige Apps nehmen es etwas genauer: Sie berechnen die fruchtbare Zeit anhand der sogenannten NFP-Methode. Diese Apps erfordern allerdings auch deutlich mehr Engagement von den Nutzerinnen. Sie müssen morgens vor dem Aufstehen ihre Körpertemperatur messen und täglich den Zervixschleim untersuchen, der im Gebärmutterhals gebildet wird. 

Diese beiden Angaben, kombiniert mit der Zykluslänge, lassen eine genauere Aussage darüber zu, wann die Frau ein Kind empfangen kann. Das setzt aber voraus, dass die Frau ihren Körper sehr gut kennt und die Methode richtig anwendet.

Drei auf der sympto-thermalen Methode beruhende Zyklus-Apps bewertet die Stiftung Warentest mit "gut": Lady Cycle und MyNFP - letztere sowohl für iOS als auch für Android. Eine sehr gute Note vergaben die Tester nicht, weil bisher aussagekräftige Studien zu den Apps fehlen.

Wie sicher die sympto-thermale Methode eine Schwangerschaft verhindert, lässt sich am sogenannten Pearl-Index ablesen. Er gibt an, wieviele unter 1000 Frauen binnen eines Jahres trotz Verhütung mit der jeweiligen Methode schwanger werden. Wird sie korrekt angewendet, sind es bei der sympto-thermalen Methode 0,4 bis 2,3. Zum Vergleich: Die Pille hat bei zuverlässiger Einnahme einen Pearl-Index von 0,1 bis 0,9.

Welche Verhütungsmethode die richtige ist, besprechen Frauen am besten mit ihrem Gynäkologen. dpa

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