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Energie

16.02.2020

Für wen sich eine neue Photovoltaikanlage rechnet

Die Photovoltaik erlebt eine Renaissance.
Bild: Oliver Berg, dpa

Die blauen Zellen erzeugen bereits auf vielen Dächern Strom. Wer diesen im eigenen Haushalt verbraucht, kann Geld sparen, sagen Experten.  

Jahrelang installierten viele Eigenheimbesitzer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Vom Staat gab es eine hohe Vergütung für den Strom, wenn er ins Netz eingespeist wurde. Das hat sich geändert, trotzdem erlebt der Solarstrom eine Renaissance. Für wen aber rechnet sich eine neue PV-Anlage? Die Experten des Energie- und Umweltzentrums Allgäu beantworten wichtige Fragen zum Thema:  

Wir hätten auf dem Dach einen geeigneten Platz für eine Photovoltaikanlage. Macht die Investition Sinn?

Die Installation einer Photovoltaikanlage ist derzeit "absolut wirtschaftlich", meint eza!-Geschäftsführer Sambale. Für den Strom entstehen heute im Schnitt Kosten von 11 bis 12 Cent pro Kilowattstunde. Der große Vorteil sei, dass die Elektrizität damit deutlich günstiger sei als von den Energieanbietern. Diese verlangen derzeit rund 30 Cent pro Kilowattstunde. Am besten sei es also, den Strom selbst für die Geräte im Haushalt zu nutzen.

Gibt es Zuschüsse für den Bau einer Photovoltaikanlage?

Derzeit gibt es für den Bau einer Photovoltaikanlage keine direkten Zahlungen, sagt Sambale. Allerdings fördert der Staat die Anlagen über die Einspeisevergütung. Wird Strom, der im Haushalt nicht gebraucht wird, ins Netz eingespeist, erhalte man dafür derzeit rund 10 Cent pro Kilowattstunde. Das sei bei weitem nicht mehr so attraktiv wie in den Anfangsjahren der Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Der große Vorteil von Photovoltaik wird heute aber wie gesagt darin gesehen, den Strom selbst zu nutzen.

Für wen sich eine neue Photovoltaikanlage rechnet

Macht es Sinn, eine Photovoltaikanlage mit einem Batteriespeicher zu ergänzen?

Wer den Strom aus seiner Photovoltaikanlage zum Beispiel zum Kochen, Waschen oder Fernsehen nutzt, kann damit rund 30 Prozent des Strombedarfs selbst decken. Mit einem Batteriespeicher kann man diesen Wert gut verdoppeln, sagen die Experten. Der Strom vom Dach, der mittags in großer Menge erzeugt wird, kann in einer Batterie für den Abend und die Nacht zwischengespeichert werden. Die Kosten für Batteriespeicher seien zwar in den vergangenen Jahren gesunken. Ob sich ein Speicher lohnt, sollte vor dem Kauf aber immer noch kalkuliert werden, meinen die Experten. Positiv ist: Der Freistaat Bayern zahlt über das 10000-Häuser-Programm Fördergelder für Investitionen in eine Photovoltaikanlage plus Batteriespeicher.

Kann ich mein Haus mit Photovoltaik und Speichern autark machen?

Theoretisch ist dies heute möglich, "es ist aber sehr schwer", sagt Energieberater Robert Immler. Je stärker man versucht, sich vom Energieversorger unabhängig zu machen und auch die letzten Kilowattstunden noch selbst abzudecken, desto größer werden die Kosten. Er hält es für die sinnvollste Lösung, einen Teil des im Haushalt erzeugten Stroms mit einer Photovoltaikanlage selbst zu erzeugen. Dies spare Geld. Der Rest des Strombedarfs könne aus dem Netz bezogen werden.

Lohnt es sich, überschüssigen Solarstrom zum Heizen zu verwenden?

Hier raten die Experten eher ab. "Mit dem Sonnenstrom vom Dach kann man im Normalfall keine Heizung betreiben, dafür reicht der Ertrag im Winter nicht aus", sagt Energie-Experte Sambale. Dezember und Januar seien für die Photovoltaik schwache Monate. Die bessere Lösung: Wer im Sommer mehr Strom erzeugt als er im Haushalt verbraucht, kann damit Wasser zum Beispiel zum Duschen erhitzen. Das könne rentabler sein, als den Überschuss zum kleinen Preis ins Netz einzuspeisen. Mit Blick in die Zukunft kann man überlegen, ein E-Auto zu laden. (mke)

Hinweis: Hintergrund war ein Lesertelefon unserer Redaktion. Da die Experten nur einen Teil der rund 5000 eingehenden Anrufe beantworten konnten, haben wir wichtige Punkte nochmals zusammengefasst.

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