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Diabetes

14.03.2017

Glutenfreie Ernährung kann womöglich Diabetes begünstigen

Wer glutenunverträglich ist, meidet das Kleibereiweiß. Doch ein Verzicht könnte auch Diabetes begünstigen, wie eine Studie suggeriert.
Foto: Symbolbild: Peter Endig (dpa)

Die American Heart Association hat auf einem Treffen unter anderem die Risiken einer glutenarmen Ernährung diskutiert. Demnach könnte es einen Zusammenhang zu Diabetes geben.

Die American Heart Association hat sich Anfang März zu sogenannten "Scientific Sessions" getroffen. Dafür kamen Wissenschaftler aus den Bereichen "Epidemiologie und Prävention" und "Lifestyl eund kardiometabolische Gesundheit" in Portland im Bundesstaat Oregon zusammen. Einer ihrer Schlüsse lautet: Eine glutenreiche Ernährung steht im Zusammenhang zu einem niedrigen Risiko, an Typ 2 Diabetes zu erkranken. Dieses Ergebnis wird in einem Protokoll auf der Website der American Heart Association festgehalten.

Mehr Gluten senkt Risiko für Diabetes Typ 2

Das Ergebnis beruht auf einer Studie, bei der diejenigen Probanden, die weniger Gluten zu sich nahmen, tendenziell auch weniger Getreide-Ballaststoffe zu sich nahmen. Genau diese Ballaststoffe sind aber ein bekannter Schutz davor, Diabetes Typ 2 zu entwickeln. Wer mehr Gluten aß, verringerte also das Risiko, an Diabetes zu erkrankten.

Gluten ist ein Eiweiß, das in Weizen, Roggen und Gerste enthalten ist. Beim Backen verleiht es Brot und anderen Backwaren die typische Konsistenz. Zwar gibt es Menschen, die glutenunverträglich sind oder an Zöliakie leiden und das Klebereiweiß deshalb nicht verarbeiten können. Fälschlicherweise wird Gluten im Rahmen diverser Ernährungstrends aber als generell schädlich angesehen. Deshalb greifen auch viele Menschen ohne eine Unverträglichkeit zu glutenfreien Produkten - und setzen ihre Gesundheit damit einem Risiko aus.

Ernährungsexperten: Grundlose glutenfreie Ernährung ist ungesund

Glutenfreie Ernährung hilft nur Menschen mit Unverträglichkeit

Bislang gibt es keinerlei Beweise, dass eine glutenfreie oder glutenarme Ernährung sich langfristig positiv auf die Gesundheit auswirkt. Die Studie sollte deshalb Aufschluss bieten, so Dr. Geng Zong vom Lehrstuhl Ernährung an der T.H. Chan School of Public Health der Harvard University: "Wir wollten ermitteln, of das Konsumieren von Gluten die Gesundheit von Menschen beeinflusst, die keinen offensichtlichen Grund dafür haben, Gluten zu meiden."

Die Langzeitstudie ergab, dass die meisten Probanden weniger als zwölf Gramm Gluten am Tag zu sich nahmen. Diejenigen, die das meiste Klebereiweiß konsumierten, hatten allerdings ein verringertes Risiko, an Typ 2 Diabetes zu erkranken. sh

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