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Hitzewelle
18.06.2021

Wie erträgt man die Hitze am besten? Experten geben Tipps

Die erste Hitzewelle des Jahres treibt die Menschen an Badeseen und in die Freibäder.
Foto: Sven Hoppe, dpa (Symbolbild)

Hohe Temperaturen haben Deutschland gerade fest im Griff. Wie man am besten mit ihnen umgeht. Und wie das Wetter in den nächsten Tagen wird.

Die aktuelle Hitzewelle sorgt für Spitzentemperaturen in Deutschland – und hat Folgen. So warnte der Deutsche Wetterdienst am Freitagmorgen vor verbreitet starker Wärmebelastung in fast ganz Deutschland. Zudem bestehe erhöhte Waldbrandgefahr.

Ende der Hitzewelle: Ab dem Wochenende drohen schwere Unwetter

Doch schon bald soll die Hitzewelle wieder abflachen, wie Meteorologin Britta Siebert-Sperl von Wetterkontor erklärt. Allerdings endet sie nicht leise: Am Sonntag und Montag erwarten Deutschland teils heftige Unwetter, örtlich könnte es zu Überschwemmungen und Hagelfällen kommen.

Mit der ersten Hitzewelle des Jahres in Deutschland steigt die Gefahr von Waldbränden weiter an.
Foto: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolbild)

Bereits am Samstagvormittag können im südlichen Allgäu erste Unwetter auftreten. „Wer in die Berge will, sollte früh starten und am frühen Nachmittag wieder zurück sein“, warnt Siebert-Sperl. Für den Großraum Augsburg rechne sie allerdings damit, dass man das EM-Gruppenspiel der deutschen Fußballer gegen Portugal noch auf der Terrasse oder im Biergarten genießen könne.

Spätestens am Sonntag ist es erst einmal vorbei mit dem Sonnenschein: Vormittags noch schwülwarm mit Wolken, die Saharastaub mitbringen könnten, besteht am Nachmittag große Unwettergefahr. Am Montag setzen sich die Regenschauer fort, es wird mit 24 bis 27 Grad nicht mehr so heiß, bleibt aber schwül.

Wie ist das Wetter beim EM-Spiel der Nationalmannschaft gegen Portugal am Samstag?

Am Dienstag könnten noch einzelne Schauer und Gewitter auftreten, bis Donnerstag bleibt es wechselhaft – und die erste Hitzewelle des Jahres ist voraussichtlich überstanden. Die Temperaturen: 20 bis 23 Grad. Erst zum Wochenende hin beruhigt sich die Lage und es wird beständiger.

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Vorbei sind dann auch die Tropennächte, also Nächte, in denen die Temperaturen über 20 Grad liegen. Davon gab es in dieser Woche gleich zwei hintereinander: einmal am Mittwoch, einmal am Donnerstag.

Britta Siebert-Sperl ist von der Hitzewelle nicht überrascht worden, trotz der ungewöhnlich kühlen und durchwachsenen Vormonate. Es sei vor allem der Gegensatz zu den kühlen Temperaturen im Frühjahr, der die jetzige Sommerhitze so ungewöhnlich erscheinen lasse, sagt sie. „Aber das war für die Jahreszeit zu erwarten, wir können aus meteorologischer Sicht nichts Außergewöhnliches feststellen.“

Gleichwohl ist es in diesen Tagen wichtig, sich vor der Hitze zu schützen. „Mit leichter Hitze kann ein Mensch gut umgehen“, sagt Biometeorologe Prof. Dr. Andreas Matz-arakis vom Deutschen Wetterdienst im Gespräch mit unserer Redaktion.

Das Problem beginne, wenn es zu heiß werde, da der Körper seine Temperatur nicht schnell genug anpassen könne und überhitze. „Je größer der Unterschied, desto schwieriger ist es, die Temperatur zu halten.“ Sei die Kerntemperatur dann höher als die normalen 36 Grad, könne der Körper sich der Hitze nicht entledigen, was im schlimmsten Fall zu Hitzschlag, Organversagen und zum Tod führen könne.

Was man beim Essen und Trinken in diesen heißen Tagen beachten sollte

Darum sei es gerade besonders wichtig, auch ein Auge auf seine Mitmenschen zu haben, insbesondere, wenn diese zu einer Risikogruppe gehören, sagt Matzarakis. Dazu zählen Senioren, Kinder und Vorerkrankte. Zudem solle man versuchen, die Innenräume kühl zu halten, um erholsamen Schlaf zu bekommen. „Wichtig ist auch, die Sonne zu meiden, viel zu trinken und den Körper nicht unnötig zu belasten, zum Beispiel durch Sport.“

Ähnlich sieht das Helga Leirich von der Krankenkasse AOK. Sie ist zertifizierte Ernährungsexpertin – und weiß unter anderem, was zu kalte Speisen und Getränke bei hohen Temperaturen auslösen können. „Der Körper muss mehr Energie aufbringen, um sich wieder aufzuwärmen. So schwitzt man im Endeffekt noch mehr.“

Bei Hitze sollte das Getränk nicht zu kalt sein. Denn durch den Kältereiz fährt der Körper die Wärmeregulierung hoch.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Gut seien stattdessen leicht gekühlte Getränke, vor allem Leitungs- oder Mineralwasser, sowie Früchtetees oder Saftschorlen im Verhältnis ein Drittel Saft, zwei Drittel Wasser. Und genug muss es sein: „An heißen Tagen schwitzt man 2,5 bis drei Liter Flüssigkeit aus, das sollte man auf jeden Fall wieder reinholen.“

Auch das Essen könne man gut den sommerlichen Temperaturen anpassen, sagt Helga Leirich. Der Körper brauche weniger als an kühleren Tagen. Die Expertin empfiehlt Salate, Gemüsesuppen und Obst, und zwar alles, was zurzeit wachse. Idealerweise im eigenen Garten.

Und wer die Hitze überhaupt nicht mehr aushält? Na, der kann ja einen Ausflug nach Bispingen in der Lüneburger Heide ins Auge fassen. Dort hat nach langer Corona-Pause der Snow Dome mit seinem Kunstschnee, Ski- und Rodelbahnen wieder geöffnet.

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