Newsticker
RKI meldet 27.836 Neuinfektionen und 81 Todesfälle - Inzidenz bei 441,9
  1. Startseite
  2. Geld & Leben
  3. Holzschädlinge: Bohrmehl oder Löcher in Holz sind ein Indiz

Schädlinge
24.11.2021

Holzschädlinge: Bohrmehl oder Löcher im Holz sind ein Indiz

Wie lassen sich Holzschädlinge erkennen? Und wie sollte man sie bekämpfen? Hier gibt es die Antworten.
Foto: Jens Schierenbeck, dpa (Archivbild)

Bohrmehl oder Löcher im Holz weisen auf Holzschädlinge hin. Wie sollte man sie bekämpfen?

Meist sind kleine Löcher das Warnsignal. Sie weisen auf Schädlinge hin, die sich im Holz des Dachstuhls eingenistet haben. Überall dort, wo Holz im Bau eingesetzt wird, können Schäden durch Insekten und Pilze auftreten. Meist sind sie harmlos. In schlimmen Fällen kann aber die Statik des Gebäudes gefährdet sein. Um diese Gefahr auszuschließen, sollte ein Fachmann den Befall analysieren.

"Sichtbare Zeichen für einen Befall mit Holzschädlingen sind frisches Bohrmehl, aber auch Ausfluglöcher an Holzteilen", erklärt Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung in Berlin. Bei solchen Anzeichen müsse zunächst geklärt werden, welche Art von Schädlingen das Holz befallen hat. Außerdem sollte sich der Hausbesitzer ein Bild über das Ausmaß des Befalls machen.

"Holz zerstörende Insekten, die in Häusern und Gebäuden Schäden anrichten, sind vor allem der Hausbock-, Nage- und Parkettkäfer", sagt Ekkehard Flohr, Holzexperte des Deutschen Holz- und Bautenschutzverbandes in Dessau. Umgangssprachlich werden Hausbock- und Nagekäfer nach ihren Larven - den Holzwürmern - benannt. Diese so genannten Trockenholzinsekten verursachen nur an getrockneten Bauhölzern Schäden.

Holzschädlinge: Wie sollen Hausbesitzer bei Bohrmehl und Löchern im Holz reagieren?

Nicht die Käfer, sondern deren Larven sind die eigentlichen Holzzerstörer, da sie bis zum Schlüpfen im und vom Holz leben. "Beim Holzbockkäfer kann die Larve bis zu zehn Jahre im Holz leben, bevor der Käfer es verlässt und Ausfluglöcher auf Schädlingsbefall hinweisen", erklärt Rainer Gsell vom Deutschen Schädlingsbekämpfer Verband in Essen. Entsprechend lange bleibe der Schaden, den die Larven anrichten, unentdeckt.

Bei einzelnen Löchern im Gebälk besteht kein Grund zur Sorge: Haus oder Dachstuhl stürzen dadurch nicht ein. "Nicht alles, was für den Laien wie ein Schädlingsbefall aussieht, weist auf einen aktuellen Befall des Holzes hin", sagt Gsell. In vielen Fällen handelt es sich um die Spuren eines früheren Befalls. Die Käfer sind meist schon ausgeflogen. In diesen Fällen besteht keine akute Gefahr.

"Hausbesitzer, die Ausfluglöcher oder frisch herabgerieseltes Bohrmehl entdecken, sollten stets einen neutralen, auf Holz spezialisierten Sachverständigen hinzuziehen", rät Zink. Stellt der Fachmann einen akuten Schädlingsbefall fest, kann er verschiedene Sanierungsschritte vorschlagen.

Holzschädlinge bekämpfen

Die Bekämpfung von Holz zerstörenden Insekten ist Sache von Fachleuten. "Unsachgemäße Instandsetzung, etwa das Verstreichen von Holzschutzmitteln durch Heimwerker, schadet oft mehr als es nützt", warnt Gsell. Außerdem bestehe die Gefahr, durch falsche Anwendungen die Gesundheit der Bewohner zu gefährden.

Fachfirmen können Holzschädlinge auf verschiedene Art und Weise bekämpfen. "Bewährt hat sich das so genannte Heißluftverfahren", sagt Flohr. Mit speziellen Heißlufterzeugern wird das befallene Holz so lange erhitzt, bis es eine Temperatur von 55 Grad Celsius erreicht hat: Bei diesen Temperaturen sterben die Insekten in der Regel.

Alternativ können Holzinsekten auch chemisch bekämpft werden. "Bewährt hat sich hier das Begasen von Häusern durch Spezialfirmen und das Bekämpfen mit Holzschutzmitteln, die Insektizide und meist auch Fungizide enthalten", erklärt Flohr.

Die Gefahr der Zerstörung durch Holzschädlinge werde jedoch häufig überschätzt, erklärt Gsell. Viel gefährlicher, aber weniger beachtet, seien Schäden durch Pilze. Unter günstigen Bedingungen, etwa wenn wegen eines Bauschadens Feuchtigkeit in ein Gebäude dringt, keimen die Sporen und beginnen ihr Zerstörungswerk. Aber auch Pilzen wie dem Echten Hausschwamm kann zu Leibe gerückt werden. Voraussetzung ist auch hier eine gründliche Untersuchung durch Spezialisten. (dpa, tmn)

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Beitrag aus unserem Online-Archiv.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.