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Tierkolumne
28.06.2021

Wenn der Hund nicht schwimmen will

Manche Hunde können gar nicht genug bekommen vom Tollen im Nass. Anderen ist es suspekt, den Boden unter den Pfoten zu verlieren.
Foto: Daniel Bockwoldt, dpa

Auch bei über 30 Grad hält Ihr Hund höchstens seine Pfoten ins Wasser? Es gibt Rassen, die anatomisch schlecht schwimmen können. Alle anderen locken Sie so.

Labrador-Hündin Luna ist ein Paradebeispiel für eine Wasserratte unter den Hunden. Wirft ihr Herrchen ein Stöckchen, springt sie mit Anlauf in den See, paddelt mit allen vier Pfoten in Richtung Zielobjekt, bringt es an Land und kann es gar nicht erwarten, bis sie erneut durchstarten darf. Dafür musste Lunas Herrchen nie etwas machen, denn dem Labrador ist die Liebe zum Wasser in die Wiege gelegt. Sie wurden einst gezüchtet, um bei der Entenjagd die geschossenen Tiere zu apportieren und auch, um Fischernetze einzuholen.

Viele Hundebesitzer wünschen sich, dass ihr Vierbeiner bei dieser Hitze schwimmt. Aber wie stellt man es an, wenn man eben keine Wasserratte wie Luna hat? Folgendes habe ich erst kürzlich beobachtet: Ein Ehepaar spazierte mit einem Malteserhündchen am Seeufer. Plötzlich nahm der Herr den Vierbeiner auf Arm und warf ihn einfach ins Wasser. Der Hund schwamm ans Ufer zurück, der Mann lachte. Der kleine Maltester wich dem Herrn ab sofort aus und sprang immer weg, wenn er sich näherte. Was hat der Mann erreicht? Er hat das Vertrauen seines Hundes zu ihm zerstört.

Wenn der Hund nicht schwimmen will, muss das Herrchen voraus

Machen Sie es besser: Der erste Wasserkontakt sollte in seichten Gewässern stattfinden, in denen es keine starken Strömungen gibt. Werfen Sie zum Beispiel einen Ball im flachen Uferbereich. Der Hund muss zum Apportieren noch nicht schwimmen, sondern kann im Wasser stehen. Erst wenn das Tier vergnügt in Ufernähe spielt, werfen Sie den Ball nach und nach an tiefere Stellen. Zuerst wird der Bauch nass (für viele Hunde eine Hürde), irgendwann verliert er schließlich den Boden unter den Füßen und muss schwimmen. Tut er es nicht, bleibt weiter ängstlich und kommt lieber ohne Spielzeug zurück an Land? Dann wird es helfen, gemeinsam mit dem Hund in den See zu gehen. Seine wichtigste Bezugsperson im Leben sind Sie, also wird er Ihnen Vertrauen schenken und folgen, denn er weiß ja, dass ihm in Ihrer Nähe nichts passiert. Gehen Sie zuerst nur bis zu den Knien ins Wasser und locken Sie ihn zu sich. Nach und nach steigern Sie die Distanz zum Ufer. Lassen Sie den Hund direkt in Ihre Arme schwimmen, nehmen Sie ihn auf den Arm und loben Sie ihn kräftig, wenn er bei Ihnen ist.

Das hat geklappt? Dann übertreiben Sie bei den ersten Schwimmeinheiten aber nicht, denn die Bewegung im Wasser ist neu und enorm anstrengend. Für den Anfang sind fünf bis zehn Minuten mit Uferpausen dazwischen genug.

Manchmal ist die Gartendusche die bessere Lösung

Es hat nicht geklappt und der Hund bellt und springt am Ufer, während Sie im Wasser sind? Bleiben Sie geduldig und ermuntern Sie ihn weiter. Aber rechnen Sie auch damit, dass Ihr Hund gar keinen Gefallen am Schwimmen findet und es nur Ihnen zuliebe tut. Solche Exemplare gibt es immer wieder. Dann bleiben Sie besser beim Kneippen.

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Übrigens: Manche Rassen wie die französische Bulldogge, denen eine viel zu kurze Nase und kurze Beinchen angezüchtet wurden, können rein anatomisch schlecht schwimmen. Für sie ist eine Gartendusche die bessere Lösung.

Tanja Warter ist Tierärztin. Seit zehn Jahren verknüpft sie die Leidenschaft für die Tiermedizin mit dem Spaß am Schreiben.

Mehr hilfreiche Informationen finden Sie hier in unserem Haustiere-Ratgeber.

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