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Tierkolumne

22.02.2021

Hunde mit Hautproblemen: Nicht jeder Hund hat ein dickes Fell

Nicht alle Änderungen im Fell eines Hundes sind harmlos.
Bild: visitr, Adobe Stock

Fast jeder Hundebesitzer stellt irgendwann an seinem Tier einen Knubbel, eine Beule, einen Fleck oder sonst eine Hautveränderung fest. Was dahinterstecken kann.

Kürzlich auf der Hundewiese: Labradordame Jessy unterbricht plötzlich das Spiel mit ihrem besten Freund, dem Mischling Henry. Sie dreht sich hektisch um und fängt an, an der Schwanzwurzel zu knabbern und zu beißen. Ihre Besitzerin grübelt: Was hat sie da bloß?

Auch mit Beagle Anton stimmt etwas nicht. Hinter dem Ohr hat sein Herrchen beim Streicheln einen harten Knoten festgestellt. Bei etwas mehr Druck jault Anton auf, die ungewöhnliche Verdickung tut ihm offenbar weh. „Komisch“, denkt sich Antons Besitzer. Auch sein voriger Hund hatte mal so einen Knubbel, aber der war total unempfindlich.

Hautprobleme beim Hund: Was könnte die Ursache sein?

Kaum ein anderes Organ hat so viele unterschiedliche Symptome wie die Haut. Unter den Tierbesitzern beginnt dann schnell das Rätselraten und Fachsimpeln. Ein Pilz, ein Hotspot, eine Allergie, ein Tumor – viele Laien haben bei Hautproblemen ihre Verdachtsdiagnosen parat. Aber nicht umsonst ist die Dermatologie eines der komplexesten Gebiete der Veterinärmedizin. Schuppen, Haarausfall, kreisrunder Haarausfall, Papeln, Pusteln, Plaques, Quaddeln, Akne, Ekzeme, Vesikel – das ist nur ein kleiner Ausschnitt möglicher Hautreaktionen. Grob lassen sich sieben Kategorien unterteilen:

1. Allergie: Pollen, Bestandteile im Futter, Textilfasern aus Teppichen, Decken oder Sofas, Haushaltsreiniger oder Flohbisse können allergische Reaktionen auslösen. Gekennzeichnet sind alle Allergien von Juckreiz.

Ein Labrador-Welpe liegt auf einem Teppich.
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Bild: Insa Kohler, dpa

2. Bakterien: Bei einer Störung des Hautmilieus kann es passieren, dass manche Bakterienarten überhandnehmen. So etwas passiert gern in Hautfalten, bei Verletzungen oder während der Einnahme von Medikamenten. Es entsteht eine Pyodermie, die sich in runden, eitrigen, nässenden, geröteten und sehr schmerzhaften Stellen zeigen kann. Solche oberflächlichen Symptome heißen Hotspots.

3. Pilze: Ein Befall mit Pilzen verursacht vor allem schuppige Haut, Haare brechen ab, stumpfe oder kahle Stellen entstehen.

4. Hormone: Haut, Fell und Hormone stehen in vielerlei Verbindung zueinander. An schütterem, dünnem Fell kann die Schilddrüse schuld sein. Und Haarausfall am Bauch kann ein Hinweis auf eine Überfunktion der Nebennieren sein. Unbedingt vom Tierarzt abklären lassen.

5. Ernährung: Zu wenig Fett im Futter macht etwa das Haarkleid matt und trocken. Gut untersucht ist auch der Zusammenhang zwischen der Versorgung mit Vitaminen sowie Spurenelementen und der Hautgesundheit. So führt ein Mangel an Zink zu Rötungen, Schuppungen, und Haarausfall rund um Augen, Maul und After.

6. Immunsystem: Wehrt sich das Immunsystem gegen eigene Gewebe, spricht man von einer Autoimmunerkrankung. Die wichtigsten Hundekrankheiten dieses Komplexes heißen Pemphigus (macht schuppige Haut an Kopf und Ohren) und Lupus (Nase wird weiß, Knubbel entstehen).

7. Warzen und Wucherungen: Schmerzempfindlich oder nicht? Verschieblich oder nicht? Wachsend oder sich sonst verändernd? Wer bei seinem Hund einen Dübbel entdeckt, kann es mit völlig verschiedenen Grundursachen zu tun haben: Vom Abszess bis hin zur Fettgeschwulst, mit gut- oder bösartigen Tumoren oder mit Papillomen und Warzen.

Weil das alles unterschiedlich gefährlich ist, sollte man jeden Knoten besser dem Tierarzt zeigen. Manchmal gibt es für Juckreiz und Leckdermatitis sogar psychologische Ursachen. Dann wird der Hautexperte den vierbeinigen Patienten an einen Profi für Verhaltensmedizin überweisen.

Tanja Warter ist Tierärztin. Seit zehn Jahren verknüpft sie die Leidenschaft für die Tiermedizin mit dem Spaß am Schreiben.

Mehr hilfreiche Informationen finden Sie hier in unserem Ratgeber zum Thema Haustiere.

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