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Corona-Krise

04.05.2020

Mit diesen Tipps klappt der nächste Videoanruf bei den Enkelkindern

Zusammen sein geht nicht, aber Nähe lässt sich auch über Videokonferenzen herstellen.
Bild: Yakobchuk Olena, stock.adobe.com (Symbolbild)

Viele Ältere tun es längst, manche haben noch Berührungsängste. Möglichkeiten für Videotelefonie gibt es viele. Es ist einfacher als gedacht. Ein paar Tipps.

Das Coronavirus macht nicht nur krank, sondern auch einsam. Mit der Videotelefonie gelingt es immerhin, Angehörige und Freunde zu sehen, statt wie am normalen Telefon nur zu hören. Zu schwierig? Von wegen, sagen Fachleute. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt die Videotelefonie als „praktische und einfache Lösung“ für ältere Personen, die ihre Enkel „trotz Corona“ sehen möchten. Aber auch Jüngere wollen in diesen Tagen Kontakt zu lieben Mitmenschen halten. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten für Anfänger und Fortgeschrittene:

Welche Technik brauche ich?

Es genügen drei Dinge: eine Internetverbindung plus PC, Smartphone oder Tablet und ein Videotelefonie-Programm. Laut aktueller Umfrage der Digital-Initiative D21 nutzen bereits 81 Prozent der 60- bis 69-jährigen Bundesbürger und 52 Prozent der ab 70-Jährigen das Internet. Wichtig beim PC: Wer ein älteres Modell hat, muss womöglich nachrüsten. Benötigt werden Mikrofon und Lautsprecher oder ein Headset sowie eine Minikamera für das Video, die an den PC angeschlossen werden.

Worauf ist bei den Diensten zu achten?

Zunächst einmal auf die Geräte, die genutzt werden sollen. Der Messenger-Platzhirsch WhatsApp ermöglicht die Videotelefonie nur mit Smartphones. Andere Dienste gibt es auch für PCs und Tablets, beispielsweise Blizz by TeamViewer, Google Duo, Skype, Wire und Zoom. FaceTime funktioniert nur auf Geräten von Apple (mobil und stationär). Wichtig ist auch die Anzahl der Personen, die am Videotelefonat teilnehmen. Bei WhatsApp sind es inzwischen bis zu acht Beteiligte, bei Skype bis zu 50 und bei Zoom bis zu 100 Teilnehmer – was selbst virtuelle Familientreffen im großen Stil erlaubt.

Wo finde ich Hilfe als älterer Mensch?

Wenn die Enkel und Kinder zum Erklären der Technik aus Sicherheitsgründen nicht kommen können, hilft ein Blick ins Internet. Kostenlos abrufbare Anleitungen zum Videotelefonieren mit Skype und WhatsApp stellt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (Bagso) zur Verfügung (www.digital-kompass.de, Suchworte Skype, WhatsApp). Die Videotelefonie sei einfacher umzusetzen, als viele denken, betont die Bagso. So können Skype-Nutzer sogar Bekannte, die das Programm gar nicht haben, zur digitalen Begegnung einladen. Eine kurze Einladungsmail mit Link reicht aus.

Was kostet das?

Bei vielen Diensten keinen Cent. Das Verbraucherportal Teltarif.de hat eine Liste mit 17 dauerhaft unentgeltlichen Anbietern zusammengestellt (www.teltarif.de/internet/video-konferenz-dienste). Dort lässt sich nachsehen, was die einzelnen Dienste leisten. Einige versuchten, ihre Nutzer für kostenpflichtige Zusatzservices zu gewinnen, warnt Teltarif-Experte Alexander Kuch. Außerdem könnten Bild und Ton leiden, wenn mehr als zehn Personen beteiligt sind.

Wie steht es um den Datenschutz?

Nur wenige Anbieter verzichten auf die Einrichtung von Nutzerkonten und die Angabe persönlicher Daten. Teltarif.de nennt Jitsi Meet und Kopano Meet als in dieser Hinsicht positive Beispiele. Ein möglicher Haken in Sachen Datenschutz: Die meisten Dienste haben ihren Server nicht in Deutschland stehen. Ausnahme Blizz by TeamViewer, geeignet für bis zu fünf Teilnehmer.

Ist das Ganze sicher vor Hackern?

Zur Sicherheit kann jeder Nutzer selbst beitragen. Das BSI empfiehlt, Apps und Programme nur aus den offiziellen Quellen herunterzuladen, zum Beispiel bei Google Play. Ist ein Nutzerkonto erforderlich, sollte es mit einem guten Passwort geschützt werden. Außerdem rät das BSI, Videotelefonate möglichst nur zu Hause übers heimische WLAN oder per Computerkabel zu führen.

Und wenn ich im Homeoffice bin?

Der große Vorteil von Video- gegenüber reinen Telefonkonferenzen ist, dass die Teilnehmer Gesten und Mimik der Kollegen und Vorgesetzten beobachten können. Einen aktuellen Dienstevergleich speziell für Beschäftigte im Homeoffice hat das Fachportal Golem.de erstellt (www.golem.de, Suchwort Videokonferenz-Tools). Einbezogen sind Gratistools und kostenpflichtige Versionen, darunter Cisco Webex Meeting, Google Hangouts Meet, Microsoft Teams, Slack und Zoom. Und zu welchem Fazit kommen die Golem-Tester? „Wer zahlt, bekommt mehr“, lautet die Antwort. Sie küren aber keinen Testsieger, sondern nennen die aus ihrer Sicht bestehenden Vor- und Nachteile der Angebote und raten, sich je nach Anwendungsfall und Teamgröße für einen passenden Dienst zu entscheiden.

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