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Neue Gesetze und Regeln
04.01.2021

Soli, Grundrente, Kindergeld: Das ändert sich 2021 in Deutschland

Die Änderungen im Jahr 2021 bedeuten für viele Menschen, dass sie mehr Geld sparen oder erhalten.
Foto: Klose, dpa (Symbol)

Der Soli fällt zum Großteil weg, das Kindergeld steigt und die Grundrente kommt: Viele Menschen profitieren 2021 von Änderungen. Manches wird aber auch teurer.

Neues Jahr, neue Gesetze und Regeln: 2021 wird es in Deutschland viele Änderungen geben. Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten, bei denen es unter anderem um Mindestlohn, Kfz-Steuer und Einweg-Plastik geht.

Änderungen: 2021 gilt wieder die reguläre Mehrwertsteuer

In der Corona-Krise hatte die Bundesregierung die Mehrwertsteuer für ein halbes Jahr gesenkt, um die Menschen in Deutschland zu entlasten. Seit dem 1. Januar beträgt der reguläre Steuersatz wieder 19 statt 16 Prozent und der ermäßigte 7 statt 5 Prozent.

Soli-Abschaffung für die meisten Menschen in Deutschland

Für fast alle Menschen in Deutschland fällt der Solidaritätszuschlag 2021 weg. Nur die zehn Prozent mit dem höchsten Einkommen müssen ihn noch zahlen.

Von der Bundesregierung heißt es dazu: "Die Freigrenze, bis zu der kein Solidaritätszuschlag anfällt, wird von heute 972 Euro auf 16.956 Euro der Steuerzahlung angehoben, sodass bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 61.717 Euro zukünftig kein Soli mehr fällig wird."

Der Mindestlohn wird angehoben

Der gesetzliche Mindestlohn ist am 1. Januar gestiegen. Er liegt dann bei 9,50 statt wie bisher bis 9,35 Euro pro Stunde.

Neue Gesetze im Jahr 2021: Die Grundrente wird eingeführt

Die Große Koalition hatte lange über die Grundrente gestritten, 2021 wird sie aber eingeführt: 1,3 Menschen in Deutschland mit geringer Rente sollen davon profitieren - nämlich alle, die mindestens 33 Jahre lang gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben.

Im Durchschnitt wird der Zuschlag bei 75 Euro im Monat liegen. Obwohl die Grundrente seit dem 1. Januar gilt, wird sich die Auszahlung wegen des hohen Aufwands bei der Verwaltung aber um Monate verzögern.

Der Grundfreibetrag steigt

2021 steigt der Grundfreibetrag, auf den man keine Steuern zahlen muss: von 9408 auf 9744 Euro. Die Grenze für den Spitzensteuersatz von 42 Prozent erhöht sich leicht auf 57.919 Euro. Außerdem können Alleinerziehende höhere Unterhaltsleistungen bei den Steuern abziehen.

Steuererleichterungen für Menschen mit Behinderung

Auch für Menschen mit Behinderung gibt es ab 2021 Steuererleichterungen, da höhere Pauschbeträge gelten. Beträgt der Grad der Behinderung etwa 50, liegt die Pauschale bei 1140 Euro, bei einem Grad von 100 bei 2840 Euro. Dadurch fällt in vielen Fällen zum Beispiel der Aufwand weg, Fahrtkosten einzeln nachweisen zu müssen.

Kindergeld-Erhöhung ab 2021

Das Kindergeld steigt für das erste und zweite Kind von 204 auf 219 Euro pro Monat, für das dritte Kind von 210 auf 225 Euro und ab dem vierten Kind von 235 auf 250 Euro. Der Kinderfreibetrag wird um mehr als 500 Euro auf 8388 Euro angehoben.

Auch der Kinderzuschlag steigt, den Familien mit geringem Einkommen zusätzlich zum Kindergeld bekommen. Der Maximalbetrag liegt künftig bei 205 statt wie bisher bei 185 Euro.

Die Regelsätze bei Hartz VI steigen

Wer Hartz IV bezieht, bekommt ebenfalls mehr Geld. So hoch sind die monatlichen Regelsätze ab 2021:

  • Alleinstehende Erwachsene: 446 Euro
  • Partner in einer Bedarfsgemeinschaft: 401 Euro
  • Kinder bis 5 Jahre: 283 Euro
  • Kinder im Alter von 6 bis 13: 309 Euro
  • Kinder im Alter von 14 bis 17: 373 Euro
  • Kinder im Alter von 18 bis 25 im Haushalt: 357 Euro

CO2-Preis verteuert Benzin und Heizöl

Ab 2021 gilt ein einheitlicher CO2-Preis, durch den fossile Energien teurer werden. Pro Tonne CO2, die beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht, müssen verkaufende Unternehmen wie Raffinerien zunächst 25 Euro zahlen. Mit der Zeit steigt der Preis.

Die Kosten werden an die Kunden weitergegeben. Laut Bundesregierung wird Benzin um 7 Cent pro Liter teurer, Diesel und Heizöl um 7,9 Cent. Bei Erdgas steigt der Preis um 0,6 Cent pro Kilowattstunde.

Kfz-Steuer steigt für Autos mit hohem Verbrauch

Auch diese Änderung soll den Klimaschutz vorantreiben: Für Autos mit hohem Spritverbrauch steigt die Kfz-Steuer - bereits zugelassene Wagen sind davon aber nicht betroffen. Eine Stu­die des Fo­rums Öko­lo­gisch-So­zia­le Markt­wirt­schaft hat ergeben, dass die Kfz-Steuer im Durchschnitt um 15,80 Euro im Jahr steigen werde. Es gebe aber auch viele Autos, bei denen sich nichts ändere.

Verbot von Einweg-Plastik in der EU

Ab dem 3. Juli 2021 ist es in der ganzen EU eine Ordnungswidrigkeit, bestimmte Artikel aus Einwegplastik zu verkaufen: Besteck, Teller, Strohhalme, Wattestäbchen, Luftballon-Halter, Rührstäbchen und Styropor-Becher beziehungsweise  Styropor-Behälter fürs Mitnehmen von Essen.

Ab Juli 2021 gelten Einwegprodukte aus Plastik, wie Besteck oder Strohhalme, in der ganzen EU als ordnungswidrig.
Foto: Ralf Hirschberger, dpa (Archiv)

Der Personalausweis wird teurer

Bisher kostet ein neuer Personalausweis 28,80 Euro. Ab 2021 steigt der Preis auf 37 Euro - zumindest für die Bürger, die älter als 24 sind und damit nur alle zehn Jahre einen neuen Ausweis benötigen. Jüngere Menschen zahlen nur 22,80 Euro, müssen den Personalausweis aber alle sechs Jahre erneuern.

Einheitliche Regeln für Drohnen

Für das Fliegen von Drohnen gelten ab 2021 einheitliche Regeln in der EU. Außerdem werden alle Drohnen abhängig vom Risiko in eine von fünf Klassen eingeteilt. Alle Details lesen Sie hier: Was sich für Drohnenpiloten 2021 ändert.

Elektronische Patientenakte wird angeboten

Ab 1. Januar können alle Versicherten freiwillig eine Elektronische Patientenakte anlegen lassen. Damit werden zum Beispiel Befunde oder Röntgenbilder digital gespeichert. Patienten können dabei bestimmen, welche Daten in die Akte kommen und welcher Arzt sie sehen darf.

Härtere Strafen für Upskirting

Bisher war es nur eine Ordnungswidrigkeit, Frauen heimlich unter den Rock zu filmen oder zu fotografieren. Ab 2021 wird das härter bestraft - mit einer Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren. Mehr erfahren Sie hier: Härtere Strafen für Fotos unter den Rock und in die Bluse. (mit dpa)

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