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Online-Trading

16.03.2021

Online-Trading: Vorsicht bei der Geldanlage im Internet

Wer an sein Geld will, wird bitter enttäuscht: Online-Trading-Plattformen halten oft nicht, was sie versprechen.
Foto: Alexander Hoffmann, Adobe Stock

Online-Trading-Plattformen versprechen schnelle Gewinne ganz ohne Arbeit. Doch viele Anleger, die ihr Vermögen dann abheben wollten, wurden schwer enttäuscht.

Geld verdienen mit ein paar Klicks. Investments für jedermann. So oder ähnlich klingen Werbebotschaften vieler Online-Trading-Plattformen, die in der letzten Zeit aus dem Boden schießen. Sie versprechen schon mit geringem Geldeinsatz in kürzester Zeit höchste Renditen. Man müsse nur ein Online-Konto eröffnen und deren Trading-Software nutzen. Womit man Geld verdient und wie hoch die Risiken sind, erfährt man bestenfalls aus dem Kleingedruckten.

Es geht um Forex- und CFD-Handel im Internet. Das ist hochspekulatives Online-Trading, bei dem auf steigende oder fallende Aktienkurse (CFD) oder kurzfristige Währungsschwankungen, beispielsweise Dollar gegenüber Yen (Forex), gesetzt wird. Das Ganze hat mehr den Charakter einer Wette, da man tatsächlich sehr hohe Renditechancen hat, aber jederzeit auch der Totalverlust droht. Für den Durchschnittsanleger ist das überhaupt nicht beherrschbar.

Online-Trading als Geldanlage im Internet gleicht mehr einer Wette

Wer ein Konto eröffnet hat, beginnt mit einem geringen Einsatz von 250 Euro mit dem Handeln auf der Plattform. Innerhalb weniger Tage hat man die 1000-Euro-Marke durchbrochen. Man wird dann vom Anbieter animiert, noch mehr Geld zu investieren, weil es doch gut läuft. Auch dieses Geld mehrt sich über die nächsten Monate ganz fantastisch. Virtuelle Spekulationsgewinne von 50.000 Euro und mehr werden dem Anleger angezeigt.

Doch wer an sein Geld will, wird bitter enttäuscht. Auszahlungsanträge werden vom Anbieter auf die lange Bank geschoben. Wer freundlich nachfragt, wird teils mit haarsträubenden Begründungen vertröstet: „Ihr zuständiger Sachbearbeiter ist in den nächsten Wochen nicht erreichbar, sodass Auszahlungen derzeit nicht möglich sind.“ Wer resoluter auf die Auszahlung besteht, dem wird mitgeteilt, dass plötzlich noch Steuerschulden ausländischer Handelsplätze offen sind. Der Anleger soll erst noch mehrere Tausend einzahlen, bevor er an seine Gewinne gelangt. Letztlich versuchen die Anbieter, alles zu unternehmen, um Auszahlungen zu verhindern.

Sascha Straub arbeitet bei der Verbraucherzentrale Bayern und kümmert sich um Finanzdienstleistungen.
Foto: Marcus Schlaf

Betreiber von Online-Geldanlagen sitzen im Ausland

Die Betreiber agieren aus dem Ausland und unterliegen nicht der deutschen Finanzmarktaufsicht. Rechtlich sind sie damit faktisch nicht greifbar. Sie können so schnell von der Bildfläche verschwinden, wie sie aufgetaucht sind. Auch ist für den Anleger nicht erkennbar, ob über die Internetseite auch tatsächlich gehandelt wird oder ob nur schöne Kursanimationen und Fake-Gewinne angezeigt werden. Im Regelfall müssen Anleger sich damit abfinden, einmal investiertes Geld wohl nie wiederzusehen, von den virtuellen Gewinnen ganz zu schweigen.

Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist auch nicht wahr. Auf diese Form des Online-Tradings trifft dies leider zu.

Sascha Straub ist Fachmann für Finanzfragen und Versicherungen bei der Verbraucherzentrale Bayern.

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