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Energiekolumne

22.04.2020

Pedelecs und E-Bikes: So bleiben Sie mobil und umweltfreundlich

Räder mit Elektromotor werden immer beliebter.
Bild: Tobias Hase, dpa

Radeln mit Elektro-Unterstützung bringt ein ganz neues Fahrgefühl. Doch Elektrorad ist nicht gleich Elektrorad. Worin sich Pedelecs und E-Bikes unterscheiden.

Ob für den täglichen Weg zur Arbeit oder als Sportgerät in der Freizeit, Fahrräder mit elektrischem Zusatzantrieb werden immer beliebter. 2019 war beinahe jedes dritte Fahrrad, das in Deutschland verkauft wurde, ein Pedelec oder ein E-Bike – wobei Letztere zu den „Exoten“ zählen. Denn was gemeinhin als E-Bike bezeichnet wird, ist eigentlich ein Pedelec.

Unter die Kategorie Pedelec fällt nämlich das Gros der Elektrofahrräder, die in Deutschland unterwegs sind. Das Pedelec (Pedal Electric Cycle) unterstützt den Fahrer mit einem Elektromotor bis maximal 250 Watt und nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Wer schneller fahren will, muss sehr kräftig in die Pedale treten.

Ein Pedelec ist rechtlich gesehen einem "normalen" Fahrrad gleichgestellt

Das Pedelec ist rechtlich gesehen einem „normalen“ Fahrrad gleichgestellt, sprich, man braucht dafür weder Versicherungskennzeichen noch einen Führerschein. Es besteht auch keine Helmpflicht, obwohl das Tragen eines Helms natürlich zu empfehlen ist.

Schnelle Pedelecs oder S-Pedelecs, die zweite Gruppe, sind rechtlich gesehen Kleinkrafträder. Hier wird die Motorunterstützung erst ab einer Geschwindigkeit von 45 km/h abgeschaltet. Die erlaubte Nenn-Dauerleistung der Motoren beträgt 500 Watt. Für das S-Pedelec benötigt man ein Versicherungskennzeichen. Zudem muss der Fahrer mindestens 16 Jahre alt und in Besitz eines Führerscheins der Klasse AM sein sowie einen Helm tragen.

E-Bikes fahren auch, ohne dass man gleichzeitig in die Pedale tritt

E-Bikes sind vergleichbar mit Elektromofas. Der wichtigste Unterschied zum Pedelec und S-Pedelec: E-Bikes fahren auch, ohne dass man gleichzeitig in die Pedale tritt. Durch einen Drehgriff oder Schaltknopf am Lenker wird der Elektroantrieb zugeschaltet. Maximal 500 Watt Motorleistung und eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h sind erlaubt. Verkehrsrechtlich gelten E-Bikes als Leicht-Mofas.

Eine Mofa-Prüfbescheinigung ist erforderlich oder aber der Führerschein Klasse AM – es sei denn, man besitzt eine allgemeine Fahrerlaubnis oder ist vor dem 1.4.1965 geboren. Zudem werden eine Betriebserlaubnis und ein Versicherungskennzeichen benötigt. Mit maximal 1000 Watt Motorleistung und einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h läuft das E-Bike dann als Kleinkraftrad und ein Motorradhelm wird Pflicht.

Der Akku sollte jeden Tag wieder vollgeladen werden

Bei allen genannten Modellen kommen in der Regel Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz. Sie haben praktisch keinen Memory-Effekt. Das heißt, sie können auch nach Teilentladungen aufgeladen werden, ohne dadurch an Kapazität zu verlieren. Wichtig: Den Akku komplett leer zu fahren, bekommt Lithium-Ionen-Akkus nicht gut. Besser ist es, den Akku jeden Tag wieder vollzuladen, auch nach Teilentladungen.

Auch die richtige Lagerung im Winter entscheidet über die Akku-Lebensdauer: Der Akku sollte am besten bei etwa 60 Prozent seiner Kapazität kühl (10 und 15 Grad Celsius) gelagert werden. Die Reichweite des Akkus lässt sich ebenfalls erhöhen. In niedrigen Gängen und bei einer höheren Trittfrequenz von 60 bis 70 Umdrehungen pro Minute zu fahren, entlastet beispielsweise den Akku spürbar. Beim Anfahren in zu hohen Gängen muss der Akku hingegen weit mehr leisten.

Der richtige Reifendruck und eine gut geölte Kette sorgen für eine größere Reichweite

Auch der richtige Reifendruck sowie eine gut geölte Kette sorgen für eine größere Reichweite. Bleibt noch die Frage nach der Ökobilanz. Laut Umweltbundesamt sind die Emissionen aus Akkuproduktion und -recycling bereits nach 100 Elektrofahrrad-Kilometern eingespart, wenn dafür 100 Pkw-Kilometer ersetzt werden. Wichtig ist es, ausgediente Akkus dem Recycling oder einer geeigneten Weiterverwendung zuzuführen.

Und was den Stromverbrauch betrifft: Selbst wenn die Hälfte der Fahrräder in Deutschland Elektrofahrräder wären und damit doppelt so weite Strecken zurückgelegt werden würden wie mit normalen Fahrrädern, wie es das Verkehrsministerium schätzt, läge der Bedarf nur bei rund 0,3 Terawattstunden pro Jahr. Das entspricht nicht einmal einem Tausendstel des gesamten jährlichen Stromverbrauchs in Deutschland.

Zum Autor: Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, kurz eza!

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