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Solarstrom

17.07.2019

Photovoltaik lohnt sich nicht nur auf Süddächern

PV-Anlagen können in viele Himmelsrichtungen ausgerichtet werden, nicht nur nach Süden.
Bild: Alexander Kaya

Auch eine PV-Anlage auf der Ost- und Westseite verspricht heute eine gute Rendite. Vor allem für alle, die den Strom selbst nutzen wollen.

Mit einer Photovoltaik-Anlage selbst Strom aus Sonnenenergie zu produzieren, ist gut für die Umwelt und zahlt sich auch für den Hausbesitzer finanziell aus. Viele meinen, dass eine Photovoltaikanlage (auch PV-Anlage) nur auf einem Süddach sinnvoll sei, dies entspricht allerdings nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik.

Zwar ist hier der Energieertrag am höchsten. Dafür passt die Energieerzeugung auf Ost- und Westdächern besser zum typischen Verbrauchsverhalten eines Privathaushalts. Denn hier liefern die Module in den Morgen und Abendstunden Strom – also dann, wenn in den meisten Haushalt mehr Energie als sonst benötigt wird.

Eigenverbrauch von Solarstrom ist heute finanziell attraktiv

Untertags sind die Familienmitglieder in der Regel nicht zu Hause. Folglich ist in dieser Zeit der Energiebedarf vergleichsweise niedrig. Der Großteil des auf Süddächern produzierten Solarstroms fließt somit ins öffentliche Netz. Dafür gibt es derzeit für Anlagen bis zehn Kilowatt Spitzenleistung 10,64 Cent pro Kilowattstunde als Einspeisevergütung.

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Interessanter ist der Eigenverbrauch. Denn die Kosten für den Solarstrom der Marke Eigenproduktion liegen angesichts stark gesunkener Preise für Photovoltaik-Module mittlerweile nur noch bei zehn bis 13 Cent pro Kilowattstunde, während der Energieversorger knapp 30 Cent dafür in Rechnung stellt.

Auch Ost- und Westdächer für Photovoltaik attraktiv

Damit sind Ost- und vor allem Westdächer für Solaranlagen sehr attraktiv und versprechen eine gute Rendite. Letztlich kann sich sogar eine Photovoltaikanlage auf der Nordseite eines Satteldachs rechnen - beispielsweise, wenn man sich mit einer sogenannten In-Dach-Lösung, bei der die Solarmodule in die Dachkonstruktion integriert sind, Kosten für die dadurch nicht benötigten Dachziegel spart. Nur dauert es mit PV-Modulen auf der Nordseite länger, bis sich die Investition amortisiert hat.

PV-Anlage auf der Nordseite: Es hängt von der Dachneigung ab

Generell gilt für PV-Anlagen auf der Nordseite von Dächern: je flacher die Dachneigung, desto besser. Denn bei steilen Dächern liegt die Nordseite längere Zeit im Schatten. Zwar benötigt die PV-Anlage keine direkte Sonneneinstrahlung, um Strom zu liefern – sie tut das ja auch bei bedecktem Himmel.

Allerdings ist dann der Energieertrag deutlich niedriger. Der ist bei Süddächern mit einer Neigung von 30 bis 35 Grad am höchsten. Bei einer Dachneigung von zehn Grad ist der Ertrag auf der Nordseite um 21 Prozent, bei 20 Grad um 30 Prozent und bei 30 Grad um knapp 39 Prozent unter dem Maximalwert.

Die Nordseite von Satteldächern mit PV-Modulen zu belegen, bietet sich trotz der niedrigeren Stromausbeute beispielsweise dann an, wenn auf der Südseite bereits Solarkollektoren für die Warmwassergewinnung installiert sind und dort kein Platz mehr frei ist und auch an der Südfassade keine Möglichkeit für die Solarenergienutzung besteht. Auch optische Gründe können dafürsprechen – wenn Hausbesitzer eine einheitliche Gestaltung der gesamten Dachfläche mit einer dachintegrierten PV-Anlage auf Nord- und Südseite wünschen.

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