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Ratgeber

22.04.2020

Säen, düngen, mähen: Wie Sie den Rasen richtig pflegen

Rasen richtig pflegen: Am besten schneidet man mit dem Rasenmäher rund ein Drittel der Blattmasse ab.
Foto: Kai Remmers, dpa (Symbolbild)

Satt und grün soll er sein - und widerstandsfähig. Damit der Rasen im Sommer eine gute Figur macht, sollten Sie bei der Pflege einige Regeln beachten. Ein Experte gibt Tipps.

Der Rasen ist nicht nur ein Stück Gras oder Wiese. Er ist ein zentrales Gestaltungselement im Garten. Damit die Grünfläche gesund und optisch ansprechend bleibt, gibt es einige Regeln zu beachten. Martin Bocksch, Professor für Landschaftsarchitektur, ist Vorstandsmitglied der Deutschen Rasengesellschaft. Er weiß, wie man sein Grün in Schuss hält.

Mähen

Beim Mähen gibt es eine Grundregel: Lieber häufig wenig abschneiden als selten viel. "Es sollte nie mehr als ein Drittel der Blattlänge entfernt werden", rät Bocksch. Für die meisten Rasengräser sei eine Schnitthöhe von vier Zentimetern optimal. Das bedeutet, dass der Rasen beim Schneiden nicht höher als sechs Zentimeter sein sollte. Die Schnitthöhe sollte - wenn möglich - immer gleich bleiben. Wer sie nach unten korrigieren will, solle dies in kleinen Schritten tun.

Wichtig sind auch die Schneidwerkzeuge. Dabei gilt: Die Messer des Rasenmähers sollten scharf sein. "Rasenmähen ist vergleichbar mit einer Operation: Je mehr die Schnittfläche ausfranzt, desto größer ist die Gefahr, dass Krankheitserreger, Schädlinge und Parasiten dem Rasen zusetzen", sagt Bocksch.

Gießen

Der Experte rät zum Prinzip "weniger ist mehr": "Der Rasen ist ein Gewohnheitstier, wenn er immer an der Oberfläche Wasser findet, sucht er auch nur dort danach", sagt Bocksch. Daher sei es wichtig, ihn so zu "erziehen", dass er Wurzeln in die Tiefe bildet. Ideal sei eine Bewässerung in Intervallen. "Dazu das Wasser eine halbe Stunde laufen und danach eine halbe Stunde einsickern lassen und das Ganze so oft wiederholen, bis zirka zehn Liter Wasser pro Quadratmeter gegossen wurden", lautet der Tipp des Experten.

Wieviel man gegossen hat, lässt sich mit einem Regenmesser überprüfen. Es gilt die Faustregel: ein Liter pro Quadratmeter reicht für einen Zentimeter Bodendurchfeuchtung. Damit der Boden auch noch in zehn Zentimetern Tiefe feucht wird, muss er also mit mindestens zehn Litern pro Quadratmeter gewässert werden. Hat der Rasen einmal entsprechend tiefreichende Wurzeln ausgebildet, muss er nicht mehr so häufig gegossen werden und wird unanfälliger gegenüber Hitze und Trockenheit.

Wann der richtige Zeitpunkt zum Gießen ist, erkennt der Besitzer an der Rasenfarbe. "Wenn der Rasen seine Farbe von einem frischen Grün zu einem stumpfen Blaugrün ändert, sollte er gegossen werden", sagt der Agrarbiologe. Und er hat noch einen Tipp parat: Einfach über den Rasen laufen - wenn sich die Halme schnell wieder aufrichten, ist alles in Ordnung. Bleiben sie platt am Boden liegen, ist das ein Indiz dafür, dass der Rasen dringend Wasser braucht.

Düngen

Nährstoffe sind für einen intakten Rasen unerlässlich. Zu den wichtigsten zählen Stickstoff, Kalium, Phosphor, Eisen und Magnesium. Der Experte rät, den Rasen fünf Mal im Jahr mit einem speziellen Rasendünger zu düngen. Als Intervall empfiehlt er: Anfang März, Mitte April, Mitte Juni, Mitte August, Anfang Oktober.

Während sich zu Beginn des Jahres ein schnell verfügbarer Dünger anbietet, der die Pflanze in ihrer Wachstumsphase unterstützt, eignen sich danach Langzeitdünger, die die Nährstoffe, insbesondere den Wachstumsmotor Stickstoff, nach und nach freisetzen.

Vertikutieren

In den meisten Fällen hält Martin Bocksch Vertikutieren für überflüssig: "Eine richtige Filzbildung ist auf Hausrasenflächen selten", sagt er. Meist wird vertikutiert, um den Rasen von Moos und Unkraut zu befreien. Dies geschehe vorzugsweise in den Monaten Mai (auf keinen Fall früher) oder September, zirka zehn Tage nach einer Düngergabe. Zu diesem Zeitpunkt seien die Pflanzen optimal auf den Eingriff vorbereitet. "Wichtig ist es, das Gerät nicht zu tief einzustellen", sagt er. Auf keinen Fall sollte der Vertikutierer in die Erde eindringen, denn so könnten Licht und Luft an Unkrautsamen gelangen und dazu führen, dass nach der Behandlung mehr Unkraut im Rasen sprießt als zuvor.

Unkraut rückt man laut dem Experten am besten mit dem Taschenmesser zu Leibe, sobald man es entdeckt. In hartnäckigen Fällen rät Bocksch zu Kombipräparaten aus Dünger und Unkrautvernichter, die auf den Rasen gestreut werden können. Nach dem Absterben der Unkräuter kann vertikutiert werden. Grundsätzlich sollte nach jedem Vertikutieren der Rasen nachgesät werden.

Säen

Eine lichte Stelle im Rasen wird am besten durch eine Nachsaat geschlossen. "Besonders geeignet ist das Deutsche Weidelgras, da es schnell keimt und wächst und so die vorhandenen Lücken schließt", sagt der Rasenexperte. Bei der Auswahl von Rasenmischungen empfiehlt es sich, nach sogenannten “RSM-Mischungen” zu schauen, das sind von Experten zusammengestellte, standardisierte Mischungen für verschiedene Rasentypen, die es im Gartenfachhandel gibt.

"Damit die Samen keimen, ist es wichtig, dass das Saatgut Kontakt zum Boden hat und ständig feucht gehalten wird", sagt Bocksch. Dafür könne bei Bedarf ruhig vom normalen Gießintervall abgewichen werden, falls der Boden zu trocken wird. Ist das junge Gras zehn Zentimeter hoch, könne es zum ersten Mal geschnitten werden. Zu Beginn auf eine Höhe von fünf Zentimetern, danach auf vier Zentimeter. Mai und September seien für die Nachsaat ideale Monate, da der Boden warm ist und es in der Regel feucht ist. So sieht der Rasen nach dem Sommer wieder aus wie neu.

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Beitrag aus unserem Online-Archiv.

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