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Frühjahrsputz

19.03.2021

Saugroboter im Test: Was taugen Roomba und Co?

Zu den beliebtesten elektronischen Haushaltshilfen gehören mittlerweile Saugroboter.
Foto: Frank Lambert, Adobe Stock

Plus Wir leben in der Zukunft. So befreit beispielsweise der Saugroboter die Wohnung von Tierhaaren und Staub. Wie gut sind die verschiedenen Modelle?

Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Die Tage, in denen man seinen Staubsauger noch schweißtreibend selbst in die Hand nehmen musste, gehören der Vergangenheit an. Mittlerweile kann diese Aufgabe an einen Roboter übertragen werden, wenn man ein paar hundert Euro übrig hat. Das behaupten zumindest die zahlreichen Hersteller von Staubsaugerrobotern. Aber lohnt sich die Investition wirklich?

Je besser der Saugroboter, desto teurer ist er

Die Preise für übliche Modelle beginnen bei etwa 200 Euro und gehen bis rund 1000 Euro. Mehrere Testportale, darunter die Stiftung Warentest (Heft 12/2020), haben die Staubknechte einem Härtetest unterzogen. Bei der Stiftung mussten zwölf Geräte Teppich- und Hartboden von Staub befreien. Sie mussten in Ecken kommen und Hindernisse umfahren. Auch wie aufwendig die Instandhaltung ist, wurde untersucht. Zumindest die Stiftung Warentest ist unzufrieden. Viele Maschinen agieren nicht sehr gründlich, unauffällig und selbstständig.

Vor allem die günstigen Modelle zeigen entweder auf Hart- oder Teppichböden Schwächen: Sie scheiterten oft daran, Staub aufzusaugen. Das Urteil der Tester: „Schwach für einen Sauger“. Die anderen Portale waren ähnlicher Meinung. Wie die gängigen Test-Portale übereinstimmend urteilen, liefern teure Roboter im Allgemeinen bessere Resultate. Je größer die zu saugende Fläche ist, desto mehr sollte man also investieren. Gerade Sauger im unteren Preissegment haben laut der Verbraucherplattform Chip365 oft einen Akku, für den mehr als ein Zimmer zum Problem werden kann. Wer allerdings nur eine kleine Fläche gesaugt haben will, könne sich ruhig ein günstiges Gerät kaufen.

Wer viele Möbel hat, sollte auf einen Saugroboter verzichten

Wenn die Batterie leer ist, muss der Roboter aufladen. Das bedeutet bei einigen Modellen bis zu sieben Stunden Auszeit. Immerhin laden die meisten Geräte eigenständig per Ladestation. Auf Kickstarter kann man mittlerweile einen Roboter unterstützen, der sogar selbst den Staubbeutel leeren soll. Bis dieser auf den Markt kommt, muss man beim manuellen Wechseln des Staubbehälters allerdings mit staubigen Fingern rechnen.

Eine komplex eingerichtete Wohnung mit vielen Möbeln, Zimmern und Teppichen kann zum Problem werden, denn jede Erhöhung kann ein unüberwindbares Hindernis darstellen. Nur bis zu drei Zentimeter können die Geräte bestenfalls klettern. Viele haben aber bereits Probleme mit Türschwellen. Wer mehrere Etagen hat und will, dass der herkömmliche Sauger Staub ansetzt, muss die Maschine also ab und zu die Treppe hinauftragen. Auch ein komplizierter Grundriss kann zum Problem werden, denn Ecken können die Sensoren verwirren.

Modernere und teurere Modelle haben oft die Möglichkeit, die Grundrisse der Wohnung per App einzuprogrammieren, damit der Roboter eine effizientere Route fahren oder die Zimmer in einer bestimmten Reihenfolge saugen kann. Zudem haben die meisten Staubsaugerroboter Probleme, in Ecken zu kommen, weil diese ihre Sensoren auslösen können. Wer dicke Teppiche hat, braucht wohl auch noch einen großen Staubsauger. Staubroboter wie Handstaubsauger sind wohl zu schwach auf der Brust, um diese zu säubern.

Saugroboter: Verschleißteile gehen oft ins Geld

Es gibt im Grunde drei Wege, mit denen die automatischen Staubsauger durch die Wohnung navigieren. Gerade billigere und ältere Roboter gehen nach dem Chaosprinzip vor. Sie fahren in eine beliebige Richtung und drehen um, wenn sie mit einem Hindernis kollidieren. Diese Modelle übersehen schon mal Teile der Wohnung. Wer etwas mehr investiert, bekommt einen Roboter, der sehen kann. Das tun die Geräte meist auf zwei unterschiedliche Arten. Die eine funktioniert per Laser, die andere per Videokamera. Beide Arten sind ähnlich zuverlässig, aber eignen sich für unterschiedliche Situationen.

Laserroboter können Abstände akkurater messen. Das ermöglicht ihnen näher an Hindernisse heranzufahren. Reflektierende Flächen können den Sensor allerdings verwirren. Wer also eine verchromte Küche hat, für den eignen sich diese Roboter eher weniger. Zudem sind sie etwas höher gebaut und könnten Probleme haben, unter einige Möbel zu kommen.

Für diese Situationen eignen sich Modelle mit einer Videokamera deutlich besser. Diese filmt nach oben und kann sich so an Möbelstücken und Ähnlichem orientieren. Ohne diese Richtsteine kann sich der Roboter allerdings verfahren und eignet sich daher nicht für Menschen mit einem minimalistischen Einrichtungsstil. In schlecht ausgeleuchteten Wohnungen werden sie deutlich ungenauer. Kostenintensivere Modelle haben oft beide Sensoren. Apropos Kosten: Mit speziellen Aufsätzen kann die neueste Generation häufig auch gleich die Wohnung wischen. Dafür braucht es allerdings spezielle Wischaufsätze. Auch die Bürsten müssen oft regelmäßig getauscht werden. Das kann schnell ins Geld gehen. Laut Stiftung Warentest liegen die jährlichen Folgekosten oft im dreistelligen Bereich, wenn man sich an die Herstellerempfehlungen hält.

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