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Verbraucherschutz

11.01.2020

Schaden durch Datenklau an Geldautomaten auf Rekordtief

Moderne Technik bremst den Datendiebstahl an Geldautomaten immer stärker aus.
Bild: Sebastian Willnow, dpa (Symbolbild)

Noch gibt es Lücken im Netz. Doch moderne Technik bremst den Datendiebstahl an Geldautomaten aus. Gestohlene Geheimnummern zu Geld zu machen, wird schwieriger.

Der Schaden durch Datenklau an Geldautomaten in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf ohnehin schon niedrigem Niveau weiter leicht gesunken. Auf etwas mehr als 1,4 Millionen Euro beziffert die Frankfurter Einrichtung Euro Kartensysteme die Bruttosumme. Ein Jahr zuvor waren es 1,44 Millionen Euro Schaden.

Experten erklären die seit Jahren zu beobachtende Tendenz damit, dass es wegen moderner Sicherheitstechnik für Kriminelle immer schwieriger werde, ausgespähte Kartendaten und Geheimnummern (PIN) von Bankkunden für betrügerische Zwecke zu nutzen.

Datenklau am Geldautomaten wird immer schwieriger

Denn Kartendubletten, die mit Hilfe solcher Daten angefertigt werden, funktionieren im Grunde nur noch dort, wo Bezahlkarten noch mit relativ leicht kopierbaren Magnetstreifen ausgerüstet werden. Viele Fälle registriert die Branche in Indien, Indonesien und den USA.

Schaden durch Datenklau an Geldautomaten auf Rekordtief

In Deutschland setzt die Branche seit Jahren auf die sogenannte EMV-Technologie. Dabei sind Bezahlkarten mit einer Art Mini-Computer ausgestattet, die Karte wird bei jedem Gebrauch auf Echtheit geprüft.

Dennoch versuchen Kriminelle nach wie vor, an Geldautomaten in Deutschland Kartendaten und Geheimnummern (PIN) von Bankkunden auszuspähen. 245 Mal manipulierten Datendiebe im Gesamtjahr 2019 bundesweit Geldautomaten für solche "Skimming"-Versuche. Ein Jahr zuvor hatte es 449 Fälle gegeben. Dabei können einzelne Automaten mehrfach angegriffen worden sein.

Begehrtestes Ziel: Berlin mit 114 Fällen im Gesamtjahr 2019. In der Hauptstadt vermuten Kriminelle nach Einschätzung von Sicherheitsbehörden eine große Zahl ausländischer Touristen, deren Zahlungskarten noch nicht mit EMV-Chip ausgestattet sind. Daten solcher Karten können Täter leichter verwerten.

In der Regel ersetzen Geldinstitute den Schaden

Mehr als die Hälfte des Schadens holt sich die heimische Kreditwirtschaft aus dem Ausland zurück. Denn fast überall gelten inzwischen internationale Abkommen, wonach für Schäden aus betrügerischen Geschäften mit geklauten Kartendaten die Länder mit den niedrigsten Sicherheitsstandards aufkommen müssen.

Verbraucher in Deutschland, die Opfer von "Skimming" geworden sind, müssen normalerweise keinen finanziellen Nachteil fürchten. In der Regel ersetzen Geldinstitute solche Schäden - vorausgesetzt, die Kunden sind sorgfältig mit ihrer Bankkarte und PIN umgegangen.

Viel höhere Schäden entstehen inzwischen infolge von Verlust und Diebstahl von Zahlungskarten. 10.790 Fälle dieser Art wurden in Deutschland im vergangenen Jahr gezählt und damit mehr als ein Jahr zuvor (10.098). Der Bruttoschaden durch Verlust und Diebstahl von Karten stieg von knapp 14,5 Millionen auf rund 14,6 Millionen Euro. Viele Verbraucher machen es Kriminellen dabei leicht, weil sie trotz aller Warnungen Karte und PIN zusammen im Geldbeutel aufbewahren. (dpa)

Lesen Sie dazu auch: Geldautomaten-Sprenger erbeuten zehntausende Euro in Haunstetten

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