1. Startseite
  2. Geld & Leben
  3. Scheue Katzen: Was tun, wenn das Haustier schlechte Nerven hat?

Haustiere

28.10.2019

Scheue Katzen: Was tun, wenn das Haustier schlechte Nerven hat?

Ist das Kätzchen gestresst und nervös, hilft nach Ansicht von Tierärztin Tanja Warter ein Mittel mit Milcheiweiß.
Bild: Fredrik von Erichsen, dpa (Symbolbild)

Sind die Vierbeiner übermäßig scheu und ängstlich, schwören manche Katzen-Besitzer auf Milcheiweiß zur Beruhigung. Was steckt dahinter?

Wer ein nervöses und ängstliches Kätzchen hat, braucht viel Geduld, um eine vertrauensvolle Bindung aufzubauen. Milcheiweiß kann helfen. Bekommt meine Freundin Lilli Besuch von ihrem Freund, verkrümelt sich Kater Merlin unter dem Sofa. Er kommt erst wieder hervor, wenn Lillis Freund mindestens eine halbe Stunde lang weg ist. Mit den Nachbarkindern ist es ganz ähnlich. Kaum betreten sie die Wohnung, fehlt von Merlin jede Spur. Das Leben mit einer ängstlichen Katze ist für Tierliebhaber eine echte Herausforderung.

Präparat für scheue Katzen: Milcheiweiß enthält einen beruhigenden Stoff

Auf der Suche nach einer Lösung probierte Lilli neben einem geduldigen, liebevollen Training ein Präparat aus, über das unter Katzenbesitzern wie Hundefreunden viel diskutiert wird, wenn die Tiere ängstlich und nervös sind. Es handelt sich um ein Mittel mit Milcheiweiß, das als Nahrungsmittelergänzung für Hunde und Katzen erhältlich ist. Etliche Tierbesitzer schwören darauf. Was aber steckt dahinter?

Die Idee des Präparates beruht auf der alten Weisheit, dass Milch einen beruhigenden Effekt bei Kleinkindern hat. Diese Wirkung wird einer bestimmten Verbindung im Milcheiweiß zugeschrieben, die sich Alpha-Casozepin nennt. In ihren ersten Lebenswochen verfügen nicht nur Babys, sondern auch Katzenkinder und Hundewelpen über ein Enzym im Körper, das besonders viel Alpha-Casozepin aus dem Milcheiweiß verstoffwechselt. Dieser Mechanismus sorgt für Beruhigung. Mit zunehmendem Alter lässt der Effekt nach, aber ganz verschwindet er nicht. In den Nahrungsergänzungskapseln befindet sich genau dieser beruhigende Stoff aus dem Milcheiweiß.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Studie: Zwei Wochen Milcheiweiß-Einnahme lindert die Angst scheuer Katzen

Gründe für Ängste sind vielfältig und meist in der frühen Katzenkindheit zu finden. Die Angst vor Menschen ist besonders weit verbreitet. Der Grund dafür kann zum Beispiel eine schlechte Erfahrung im ersten Lebensjahr der Katze sein. Das merkt man oft an sehr spezifischen Dingen, beispielsweise wenn die Katze immer beim Anblick einer Person mit Besen in Panik gerät, bei Menschen mit Stiefeln oder mit Hüten.

Ist die Angst vor Menschen eher unspezifisch, hat die Katze eventuell während ihrer kindlichen Sozialisierung generell zu wenig angenehmen Kontakt zu Menschen gehabt. Was auch immer die Ursache dafür sein mag, Untersuchungen des Wirkstoffs führten zu dem Ergebnis, dass er die Tiere tatsächlich vor einer übermäßigen Ausschüttung an Stresshormonen bewahren kann.

Das Milcheiweiß kann bei allgemeiner Angst als sechswöchige Kur gegeben werden, aber auch kurzfristig vor stressigen Ereignissen wie einem Umzug. Eine Studie mit Katzen, die Angst vor fremden Personen hatten, führte zu dem Ergebnis: Nach zwei Wochen Milcheiweiß-Einnahme war die Angst der Samtpfoten deutlich gelindert. Nebenwirkungen gibt es im Prinzip gar nicht.

Tanja Warter ist Tierärztin. Seit zehn Jahren verknüpft sie die Leidenschaft für die Tiermedizin mit dem Spaß am Schreiben.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren