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Selbstversuch
12.07.2018

So viel Müll entsteht nach einem Einkauf

Diesen Müllhaufen hat der Einkauf im Supermarkt hinterlassen.
9 Bilder
Diesen Müllhaufen hat der Einkauf im Supermarkt hinterlassen.
Foto: Fabian Kluge

Das Bewusstsein für umweltfreundliche Verpackungen steigt. In Deutschland gibt es die ersten Unverpackt-Läden. Sind diese eine Alternative? Ein Selbstversuch.

Wir haben ein Plastik-Problem. Die Welt versinkt im Müll. Besonders schlimm trifft es die Meere. Auf einen Quadratkilometer Ozean kommen hunderttausende Plastikteile. Nun ist das Problem nicht neu, doch es scheint ein Umdenken einzusetzen: Die EU nimmt Plastik-Strohhalme, Einweggeschirr und Wattestäbchen ins Visier, will diese möglichst verbieten.

In vielen deutschen Städten gibt es bereits eine Alternative zu dem Plastikwahn. Unverpackt-Läden bieten eine Reihe von Lebensmittel an – ganz ohne Verpackung. Wir haben den Test gemacht: Bekommen Kunden im Supermarkt und im Unverpackt-Laden die gleichen Produkte für das gleiche Geld? Und wie viel Müll fällt am Ende wirklich an?

Der Weg führt zunächst in einen Unverpackt-Laden in der Augsburger Innenstadt. Das Geschäft ist deutlich kleiner als die Supermarktketten, an den Wänden hängen gefüllte Boxen aus Glas und Holz. In der Mitte ist ein kleiner Obst- und Gemüsestand aufgebaut. Zunächst stellt man die selbst mitgebrachten Mehrweggefäße auf eine Waage. Das Gewicht wird am Ende des Einkaufs wieder abgezogen. Dann kann es losgehen. Neben Farfalle aus der Region, Müsli, Kaffeebohnen und Karotten wandern auch Wattestäbchen in die Einkaufstasche. Diese sind in einen recycelbaren Karton gepackt, das Verbindungsstück zwischen den beiden Watte-Enden ist aus Bambus.

Auch ein Liter Milch in der Glasflasche, Schokolade, zehn Bio-Eier und ein in kompostierbares Papier gewickeltes Brot sind im Rahmen der angestrebten 20 Euro. Am Ende liegt der Einkauf rund zwei Euro über dem Limit.

Auch die Milch gäbe es beim Supermarkt in einer Glasflasche.
Foto: Fabian Kluge

Kaffeekapseln sind die größten Plastiksünder

Im Vergleich zum Unverpackt-Laden erschlägt den Kunden das Angebot im Supermarkt beinahe. Während bei den Eiern noch kein Unterschied zur verpackungsfreien Alternative zu sehen ist, gibt es bei den Karotten schon das erste Problem. Diese gibt es nicht einzeln und unverpackt, sondern nur im Zwei-Kilo-Plastikbeutel. Die Mahlzeiten der kommenden Wochen sind also gesichert. Die Milch bietet der Supermarkt ebenfalls in Glasflaschen an, die Versuchung ist jedoch groß, zur günstigeren und bequemeren Tetrapack-Variante zu greifen.

Das Müsli gibt es ebenfalls nur in der 500-Gramm-Packung, im Gegensatz zu den Karotten wird das immerhin nicht schlecht. Neben den klassischen Plastik-Wattestäbchen wandert noch mehr Schokolade in den Einkaufskorb. Diese gibt es logischerweise auch nicht unverpackt. Die Farfalle gibt es im handlichen Karton mit Klarsichtfolien-Fenster, damit sich die Kunden auch wirklich überzeugen können, dass sich Farfalle im Inneren des Kartons befinden. Ähnlich beim Brot: Beschichtetes Papier mit Folie, dazu ein Plastik-Klipp, der das ganze Konstrukt zusammenhält. Fehlt nur noch der Kaffee: Zugegeben, Supermärkte bieten ebenfalls Kaffeebohnen an, dazu eine größere Vielfalt, was Marken und den Zustand der Bohnen betrifft. Doch gleich daneben stehen die wohl größten Plastiksünder in den Geschäften: Kaffeekapseln. Mit knapp 18 Euro weniger geht es nach Hause.

Die Karotten gab es im Supermarkt nur eingepackt und im Zwei-Kilo-Beutel.
Foto: Fabian Kluge

Eben jene Kaffeekapseln bemängelt auch Matthias Zeuner-Hanning, Umwelt-Experte der Verbraucherzentrale in Bayern: „Sie sind oft zwei- bis dreifach verpackt, dazu kommen die Blister-Folien. In der Kapsel befinden sich rund fünf Gramm Kaffee – ein krasses Missverhältnis.“ Obst und Gemüse empfiehlt der Experte, auf dem Wochenmarkt zu kaufen. Das sei aber auch immer eine Preis- und Zeitfrage. „Daher bietet sich ein Kompromiss an, zumal es bei einigen Produkten kaum eine plastikfreie Alternative gibt.“

Besonders schwarze Kunststoffe sind schlecht

Was in Supermärkten immer häufiger zu beobachten ist: Gerade Bioprodukte sind von großen Plastikverpackungen umgeben. Zeuner-Hanning: „Der Handel argumentiert, dass sie Bioware durch mehrere Etiketten von konventioneller Ware unterscheiden wollen. Ein weiteres Argument ist, dass Lebensmittel unverpackt schneller verderben.“

Der Experte betont, dass auch er ein Umdenken in der Gesellschaft wahrnimmt. Laut einer Umfrage des Bundesverbands des Verbraucherschutzes fühlt sich ein großer Teil der Kunden von zu viel Plastik gestört. Dass die EU nun bei Strohhalmen, Wattestäbchen und Plastik-Geschirr ansetzt, findet Zeuner-Hanning gut, ergänzt aber: „Es wäre besser, aufwendige Verpackungen oder schwarze Kunststoffe zu verbieten. Diese sind nämlich nicht recycelbar, aber genau daraus bestehen die meisten Kaffeekapseln.“

Zwei Kilo Möhren und zwei Tafeln Schokolade später der Müll-Vergleich nach den beiden Einkäufen: Drei Kartonverpackungen, die zum Teil kompostierbar sind, hinterlässt der Einkauf im Unverpackt-Laden. Ganze 34 Packungen, Folien und Plastikteile der Einkauf im Supermarkt. Dazu kommen die Kunststoffteile der Wattestäbchen.

Schokolade - einmal verpackt und einmal unverpackt.
Foto: Fabian Kluge

Fazit: Dem ein oder anderen mag der erste Einkauf im Unverpackt-Laden aufwendig erscheinen. Schließlich bringt man schon einige Gefäße in den Laden mit, muss diese dann wiegen. Wirklich länger gedauert hat der Einkauf jedoch nicht. Der Supermarkt bietet natürlich eine größere Produkt-Vielfalt und ist im Schnitt günstiger, dafür sind die Lebensmittel in den seltensten Fällen aus der Region. In Sachen Müll ist der Unverpackt-Laden klarer Punktsieger und damit eine echte Alternative.

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