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Weihnachten

13.12.2016

So finden Sie den richtigen Christbaum

Peter Schlegel betreibt in dritter Generation eine Christbaumplantage in Augsburg.
Bild: Peter Fastl

Nordmanntanne oder Fichte? Der Fachmann Peter Schlegel gibt Tipps, was Kunden beim Christbaumkauf beachten sollten. Und er erklärt, wie der Baum am längsten frisch bleibt.

Einen Christbaum bekommt man jetzt fast an jeder Straßenecke. Aber worauf muss man achten, Herr Schlegel, wenn man einen frischen Baum haben will, der nicht mit der chemischen Keule behandelt wurde und klimaverträglich zu kaufen ist?

Peter Schlegel: Kunden können sehr schwer erkennen, ob ein Christbaum alt ist. Auch im November geschlagene Bäume wirken jetzt noch frisch. Es ist aber ein schlechtes Zeichen, wenn an einem Verkaufsstand unter den Bäumen schon viele abgefallene Nadeln liegen. Auch wenn sich die Nadeln am Baum krümmen, sollte man die Finger vom Kauf lassen.

Ist ein Baum mit besonders dunklen Nadeln besonders natürlich aufgewachsen?

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Schlegel: Eher nicht. Schwarzgüne Nadeln zeigen in der Regel an, dass der Baum bei der Aufzucht stark gedüngt wurde. Zu viel Kunstdünger kann aber für Boden und Grundwasser problematisch sein.

Was sollten klimabewusste Kunden beim Kauf beachten?

Schlegel: Viele Christbäume, die hierzulande verkauft werden, haben eine lange Anfahrt auf dem Transporter hinter sich. Eine Faustregel sagt: Schon bei einer Strecke von 1500 Kilometern wird beim Transport so viel klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2) ausgestoßen, wie der Baum während seiner gesamten Wachstumszeit speichern konnte. Klimabewusste Kunden sollten daher Christbäume kaufen, die lokal oder regional produziert wurden und auf einem kurzen Weg abgeholt werden können.

Werden Christbäume in heimischen Plantagen anders aufgezogen als im Ausland?

Schlegel: Besonders in Dänemark werden Christbäume häufig chemisch behandelt, damit sie dichte Astreihen und kompakte Spitzen ausbilden. Das kann für die Mitarbeiter in dortigen Betrieben, die mit der Chemie arbeiten müssen, ungesund sein. In Deutschland müssen wir auf den Christbaumplantagen viel daran arbeiten, dass wir denselben Effekt ohne Chemie erzielen. Einmal bis zweimal im Jahr wird die Rinde eingeschnitten, damit die Bäume entsprechend wachsen. Das ist aufwendiger, aber deutlich umweltfreundlicher.

Welche Nadelbäume sind als Christbaum besonders gefragt?

Schlegel: Die Nordmanntanne ist bei Verbrauchern nach wie vor die Nummer eins beim Christbaumkauf. Sehr beliebt ist auch die Blautanne. Wer etwas Besonderes will, für den eignet sich beispielsweise eine Colorado-Tanne oder Korktanne. Insgesamt beobachte ich, dass Kunden bei der Auswahl ihres Weihnachtsbaumes heute weniger experimentierfreudig als früher sind. Man setzt auf Bewährtes.

Wie viel Geld muss man für einen Christbaum aus einer heimischen Plantage ausgeben?

Schlegel: Bei einer Nordmanntanne dürfte, je nach Sortierung, der günstigste Preis bei etwa 10 Euro pro Meter liegen, der teuerste bei etwa 21 Euro pro Meter.

Das ist nicht gerade billig...

Schlegel: Die Bäume brauchen viel Zeit zum Wachsen. Eine zwei Meter hohe Nordmanntanne ist in der Regel neun bis 13 Jahre alt.

Was kann man zu Hause tun, damit der Christbaum möglichst lange schön bleibt?

Schlegel: Nach dem Kauf sollte man den Baum sofort ins Wasser stellen und bis Weihnachten kühl lagern. Man sollte keinesfalls vergessen, Wasser nachzufüllen. Ein zimmerhoher Christbaum braucht rund 1,5 Liter am Tag, damit er nicht austrocknet.

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