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Höhere Strafen angekündigt

15.08.2019

So funktioniert die perfekte Rettungsgasse

Durch die Rettungsgasse dürfen nur Einsatzkräfte fahren - etwa Polizei, Feuerwehr oder Rettungswägen.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Wer den Rettungskräften im Stau den Weg versperrt, wird künftig stärker zur Kasse gebeten. Was Sie bei der Bildung einer Rettungsgasse beachten müssen.

Viele Rettungskräfte dürften sich über diese Ankündigung freuen: Bundesverkersminister Andreas Scheuer will die Strafen für Fahrer, die nicht an der Bildung einer Rettungsgasse teilnehmen, erhöhen. Statt wie bisher 200 Euro müssen säumige Fahrer zukünftig bis zu 320 Euro bezahlen, wenn sie den Einsatzkräften den Weg versperren. Die Verschärfungen sind Teil einer umfangreichen Reform der Straßenverkehrsordnung.

Rettungsgasse: Seitenstreifen ist meist tabu

Dass Rettungsgassen - oder "Freie Gassen", wie sie amtlich heißen - schlecht gebildet oder sogar missbraucht werden, kommt immer wieder vor. Erst in der vergangene Woche hatte ein Autofahrer in einem Stau in Dortmund die Geduld verloren - und war in entgegengesetzter Fahrtrichtung durch die Rettungsgasse zur Ausfahrt zurückgefahren.

Doch was ist bei der Bildung einer Rettungsgasse eigentlich zu beachten?

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Wie bilde ich eine Rettungsgasse?

Da die Rettungsgasse laut Straßenverkehrsordnung immer zwischen der linken Spur und den übrigen Fahrstreifen gebildet werden soll, müssen Fahrer auf der innersten Spur möglichst weit nach links fahren. Autos auf den übrigen Spuren weichen nach rechts aus. Die Rettungsfahrzeuge können dann zwischen den Wagenreihen hindurch zum Unfallort fahren.

Viele Autofahrer nutzen in solchen Situationen auch den Strandstreifen, um die Bildung der Gasse zu erleichtern. Zulässig ist das aber nicht: Die Standspur ist nicht Teil der Fahrbahn und darf nur bei polizeilicher Anweisung oder entsprechenden Hinweisschildern genutzt werden. Lediglich Einsatzfahrzeugen steht die Nutzung frei - sie können sich also zwischen Rettungsgasse und Standstreifen entscheiden. Allerdings: Auf verengten Streckenabschnitten oder im Notfall sollten Fahrer trotzdem auf den Seitenstreifen ausweichen.

Wie verhalte ich mich als Fahrer?

Auch im Urlaubsverkehr gilt: Wer sein Auto im Stau verlässt und die Rettungsgasse mit offenen Türen oder durch Umherlaufen auf der Fahrbahn blockiert, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Autofahrer sollten zudem darauf achten, die Gasse nicht mit einem herausragenden Autoheck zu blockieren.

Wann muss eine Rettungsgasse gebildet werden?

Die Straßenverkehrsordnung lässt hier keinen Spielraum: Bei Staus auf Autobahnen und sogenannten Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen müssen Autofahrer immer eine Rettungsgasse bilden - unabhängig davon, ob die Stauursache ein Unfall ist oder nicht.

Wer darf die Rettungsgasse nutzen?

Die Nutzung der Rettungsgasse bleibt Einsatzkräften vorbehalten - Fahrern mit Termindruck bleibt trotz der freien Spur nichts anderes übrig als zu warten. Zu den berechtigten Fahrzeugen gehören neben Polizei, Feuerwehr und Krankenwägen auch Bergungsfahrzeuge. Bei widerrechtlichem Befahren der Gasse drohen ein Bußgeld und ein Strafpunkt.

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