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Gesundheit

09.06.2018

So kann man Babys vor Hitze und Sonne schützen

Ohne Hut sollten Babys und Kleinkinder im Sommer nicht ins Freie.
Bild: Fotowerk-Fotolia (Symbolfoto)

Braucht man ein Sonnensegel für den Kinderwagen - und ist Sonnencreme für Babys wirklich schädlich? Ein Kinderarzt erklärt, worauf Eltern im Sommer achten sollten.

Bayern genießt seit Wochen den verfrühten Sommer - Seen und Biergärten sind beliebte Ausflugsziele. Doch die Hitze macht vielen Menschen auch zu schaffen - gut vorstellbar, dass der kleine Körper eines Babys noch viel größere Schwierigkeiten damit hat, die Sommerhitze zu verkraften. "Bei Kindern unter einem Jahr funktioniert der Temperaturausgleich noch nicht ideal", erklärt der Augsburger Kinderarzt und bayerische Vorsitzende des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Dr. Martin Lang.

Heißt: Während Erwachsene schwitzen und der Kreislauf dafür sorgt, dass der Körper nicht zu sehr aufheizt, sind Babys der Hitze ausgeliefert. Das kann schlimme Folgen haben - die Kleinen können einen Hitzschlag erleiden und daran sogar sterben.

Mit kleinen Kindern Sonne und Mittagshitze meiden

Lang betont: Säuglinge und Kleinkinder bis zu einem Jahr gehören nicht in die Sonne. Zahlreiche Hebammen und Ärzten weisen außerdem darauf hin, dass die Haut der Jüngsten keine Sonnencreme verträgt. Wer nun aber einen Sommerurlaub im Süden plant und sichergehen möchte, dass das Kind zusätzlich zu Mützchen und Sonnenschirm geschützt ist, sollte dem Kinderarzt zufolge ausschließlich mineralische Sonnencreme verwenden.

"Die Partikel decken die Haut physikalisch ab. Es kommt also einfach weniger Sonne und UV-Strahlung an die Haut." Nachteile seien, dass die Cremes einen weißen Film hinterließen und schlechter zu schmieren seien. Nur Sonnencreme reicht Lang zufolge aber nicht, um das Baby ausreichend zu schützen.

Dr. Martin Lang ist Kinderarzt und Vorsitzender des bayerischen Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte.
Bild: Marcus Merk

Damit das Baby im Schatten liegt, versuchen viele Eltern, den Kinderwagen entsprechend abzudecken. Die Blende des Kinderwagens, aber auch Sonnensegel oder -schirme sind Lang zufolge gute Möglichkeiten dafür, solange sie aus einem UV-abweisenden Stoff bestehen. "Die Eltern sollten alle paar Minuten in den Kinderwagen greifen und prüfen, dass die Luft zirkulieren kann und sich die Hitze nicht staut", sagt der Kinderarzt. Zu dick darf das Tuch deshalb nicht sein. Lang rät, sich daran zu halten, was Südeuropäer ohnehin tun: Die Mittagsstunden meiden und sich im Schatten aufhalten.

Verschwitzte Haut und Zugluft erhöhen das Erkältungs-Risiko

Nur was hilft, wenn es in der Wohnung oder im Haus auch unerträglich warm ist? "Falls möglich, kann man überlegen, während der extremen Hitze beispielsweise in den Keller zu ziehen", sagt Lang. Trotz der Hitze sei es aber wichtig, darauf zu achten, dass das Kinderbett nicht im Luftzug eines Fensters oder Ventilators steht. Mit einer Kerze oder einem Feuerzeug lässt sich das einfach testen. Sonst drohen Erkältungen, insbesondere wenn die Kinder vorher geschwitzt haben.

Damit die Kleinen gesund durch den Sommer kommen, empfiehlt der Augsburger Kinderarzt auch für Babys Wasser und Tee - egal, ob sie gestillt werden oder nicht. "Die Nieren arbeiten noch nicht so effektiv wie bei einem Erwachsenen", sagt er. Deshalb sei viel Flüssigkeit wichtig.

Der Arzt weißt darauf hin, dass Wasser an anderer Stelle sehr gefährlich werden kann - immer wieder ertrinken unbeaufsichtigte Kleinkinder. Manchmal kann bereits ein Wassereimer oder ein Planschbecken die Ursache dafür sein.

Bei aller Vorsicht hat Martin Lang aber auch einen beruhigenden Rat an junge Mütter und Väter: Das eigene Bauchgefühl liegt selten falsch - schließlich kennen die Eltern ihr Kind am besten.

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